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Es weihnachtet sehr... von Mona


Weihnachts-Challenge auf www.severussnape.de.vu

Altersempfehlung: Keine

Disclaimer: Alle Figuren und Orte gehören nicht mir sondern Joan K. Rowling. Ich borge sie mir nur und werde sie mit möglichst wenig Kratzern zurückgeben.

Inhalt: Der Dunkle Lord veranstaltet eine Weihnachtsfeier. Severus hierfür sucht ein Wichtelgeschenk für seine Begleitung, ebenso wie diese ein Geschenk für ihn sucht. Beide treffen sich hierbei auf dem Weihnachtsmarkt.


~*~*~*~

Langsam wurde es dunkel und all die vielen Lichter in der Winkelgasse kamen nun erst richtig zur Geltung. Eigentlich brannten sie ja die ganze Vorweihnachtszeit schon, aber erst am Abend wurde es erst richtig schön, sie anzuschauen. Und dann fiel auch noch der erste Schnee.

***


Noira ging durch die Lichter und überlegte, was sie bloß kaufen sollte. Sie war erst seit kurzer Zeit bei den Todessern, und war nicht auf diese Art von Weihnachtsfeier vorbereitet. Beim Dunklen Lord und dann noch mit Wichtelgeschenken? Das empfand sie doch als sehr bizarr. Nun gut, aber was sollte sie machen, der Lord rief und sie würde folgen.

Und dann noch diese Angelegenheit mit den Tischdamen, jedem Herren wurde eine Tischdame zugeteilt. Sie selber hatte einen düster aussehenden Mann zugesprochen bekommen. Severus, so hieß er, wenn sie sich recht erinnerte. Sie schüttelte die Gedanken wieder beiseite und begab sich wieder auf die Suche nach einem richtigen Geschenk.

Noira ging so eine Weile an den Läden vorbei und sah sich alle Auslagen besonders aufmerksam an. Leider war bislang noch nichts dabei für ihre Wichtelei. Sie konnte und wollte natürlich nicht einfach so irgendetwas kaufen, es sollte schon ein Geschenk werden, das zu diesem Mann passte. Es sollte nicht wieder in der Versenkung verschwinden. Wie so oft waren Geschenke einfach so ‚verschwunden', wenn sie nicht erwünscht waren; meist passierte das gleiche dann oft auch mit den Leuten, die man manchmal nur flüchtig kennen lernte.

Vielleicht war es dieses Mal ja anders.

***


In dem einen oder anderen Laden war sie eingekehrt und hatte Weihnachtsgeschenke für Freunde und Familie gekauft, aber etwas passendes für einen ihr eigentlich unbekannten Mann war bislang noch nicht dabei gewesen. Sie wusste, dass er ein großer Tränkebrauer war. Vielleicht ein Buch - aber welches Buch schenkt man jemandem, der Zaubertränke unterrichtet?

Wie vom Blitz getroffen fiel ihr auf einmal ein, in welchem Laden sie noch nicht war. Sie machte auf dem Absatz kehrt und steuerte direkt auf die Nokturngasse zu. Dort verschwand sie in einem der kleinen Läden und kam nach zirka zehn Minuten wieder heraus, ziemlich erleichtert darüber, nun endlich ein passendes Mitbringsel gefunden zu haben. Gut gelaunt schlenderte sie zielstrebig auf den großen Versammlungsplatz zu, wo zu dieser Jahreszeit ein herrlicher Weihnachtsmarkt aufgebaut war.

***


Severus konnte es nicht glauben. Er ging über einen Weihnachtsmarkt, zwischen all diesen bunten und beleuchteten Hütten umher und suchte ein Wichtelgeschenk. Er hatte sich noch nie wohl gefühlt, wenn er sich zu dieser Jahreszeit zwischen all diesen gut gelaunten Menschen aufhielt. Er fühlte sich einfach nur deplaziert. Überall wünschte man sich frohe Weihnachten und strahlte sich glücklich an, er selber zog es wie immer vor, sich im Hintergrund aufzuhalten. Aber er war hier.

Was war bloß in den Dunklen Lord gefahren? Jeder sollte seiner Festbegleitung ein Präsent mitbringen. Und diese Neue in ihren Reihen hatte er erst zweimal gesehen. Was sollte er dieser Frau nur schenken? Nie war er je besonders geschickt darin gewesen, dem anderen Geschlecht Geschenke oder sogar Komplimente zu machen. Am liebsten hätte er sich vor diesem Abend gedrückt und sich wie so oft zwischen seinen Mixturen vergraben.

Er blieb an einem Stand mit bunt bemalten kleinen Rentieren stehen und nahm eines davon in die Hand, um es genauer betrachten zu können. Eigentlich sahen diese Dinger auffallend kitschig aus, aber würde diese Person vielleicht so etwas mögen? Er wusste es nicht, denn eigentlich kaufte er nie Geschenke, schon gar nicht so etwas wie Wichtelgeschenke. In der Vergangenheit konnte er viele Feste dieser Art meiden. Er äußerte dann einfach, dass ihm etwas sehr wichtiges dazwischen gekommen sei. Diese Art der Ausreden würde der Dunkle Lord niemals akzeptieren. Also beschloss er, weiter zu suchen und versuchte ebenfalls, diese verflucht gut gelaunten Menschen um sich herum zu ignorieren.

***


Noira schaute sich die unterschiedlichsten Objekte an, blieb dann aber an einem sehr kleinen Stand stehen, der alte Bücher verkaufte. Sie nahm sich eines und blätterte darin herum. Als sie es wieder zuklappte, sah sie einen Stand weiter Severus Snape, der eine kleine Holzfigur in seinen Händen hielt.

Severus selbst fühlte sich auf einmal beobachtet. Er merkte eigentlich immer recht schnell, wenn Leute ihn anstarrten, dies hatte er sich mit der Zeit angeeignet. Als er aufblickte, sah er Noira, wie sie dort am nächsten Stand mit einem Buch in der Hand zu ihm herüber blickte.

Fast peinlich berührt legte er die geschmacklose Figur wieder beiseite und ging auf Noira zu. Wenn er sie hier nun schon traf, dann konnten sie natürlich auch ein paar Worte wechseln. Als Severus auf gleicher Höhe bei Noira angekommen war, legte sie ihr Buch beiseite.

"Es freut mich, Sie wiederzusehen", begrüßte Noira ihn höflich.

"Das Vergnügen ist ganz auf meiner Seite", antwortete Severus ebenso höflich.

Es trat eine kurze Pause ein bevor Noira wieder Worte fand, die dieser ungewohnten Situation angemessen schien. Normalerweise war sie nicht auf den Mund gefallen, aber dieser Mann konnte dermaßen düster drein schauen, dass sie überlegen musste, was sie als nächstes sagen sollte.

"Wo wir uns doch schon einmal hier getroffen haben, wollen wir uns nicht bei einer Tasse heißen Punsch aufwärmen? Dort drüben an Madame Darainas Hütte soll es hervorragende Heißgetränke geben."

Severus schaute sie mit einem unergründlichen Blick an. Er konnte diese Geste sicherlich schlecht ausschlagen, es wäre wohl ungalant gewesen. "Wenn Sie es wünschen, wäre dies durchaus eine Option."

Noira sah Severus nun mit demselben unergründlichen Blick an. "Soso, eine Option wäre dies, nun gut, dann werden wir mal sehen welche Optionen uns noch so begegnen", sagte sie darauf leicht ironisch auf seine Distanziertheit anspielend.

Nach anfänglicher Reserviertheit in ihrer Unterhaltung, redeten sie nach einer Weile, mit einem Becher Punsch in der Hand, nun über dies und jenes. Vor allem über ihre gemeinsame Vorliebe, das Tränkebrauen. Diese Gemeinsamkeit stellte sich ziemlich schnell heraus und verband ihre Gespräche doch mehr, als beide gedacht hatten.

"Ist es eigentlich üblich, dass diese Art von Gesellschaften zu Weihnachten zu veranstaltet werden?", fragte Noira und Severus schüttelte daraufhin nur den Kopf.

"Derartige Feiern sind nun wirklich nicht üblich. In diesem Jahr wird es zum ersten Mal in einem solchem Ausmaß betrieben. ER wäre wohl nicht selber auf eine so kuriose Idee gekommen. Die Idee dafür stammt von irgendwem anderen, da bin ich mir sicher. Und Geschenke wurden noch niemals verteilt."

Noira lächelte bei diesem Thema und meinte: "Das dachte ich mir fast, ich selber hätte mit so etwas nun gar nicht gerechnet. Aber was das Geschenk angeht, hoffe ich inständig, ich habe für Sie das richtige besorgt. Es ist mir vorhin wie ein Blitzschlag eingefallen."

Severus sah die Frau, die ihm gegenüber, stand eine Weile an und meinte dann: "Ich selber hatte eine Weile meine Zweifel, was ich für Sie besorgen soll, allerdings scheint mir die Wahl nun richtig, die ich zu treffen gedenke." Neugierig schaute Noira ihn an, konnte aber auch bei weiterem Nachfragen keinerlei Informationen aus ihm herausbekommen.

***


Der Dunkle Lord schritt durch den Salon seines Anwesens in den Vorraum der Küche und scheuchte seine Hauselfen von einer Ecke in die andere.

"Pech, rück die Stühle zurecht!", raunzte er einen Elfen an, der auf einem Schemel saß und Kartoffeln schälte. "Schwefel, bring die Kerzen in Position!", rief er einem anderem zu, der gerade mit Gemüseschneiden fertig zu sein schien und unnütz in der Gegend rumstarrte.

Seine Elfen parierten wie gewohnt.

"Und du, widerliche Kreatur", dabei zeigte er auf einen dritten Hauselfen, "kümmere Dich um die Gänsebraten, sie sollen perfekt sein." Die kleine Elfe knickte die Ohren ein und trabte eingeschüchtert an den Ofen, um sich dort dem Essen zu widmen.

Keiner der Elfen hätte es je gewagt, ein Widerwort gegen ihren Herrn zu richten; sie kannten die Bestrafungen, mit denen der Lord um sich schmiss, wenn man ihn verstimmt hatte. Allerdings hatte der Lord so oft schlechte Laune, dass es für die Elfen keine Kunst war, ihren Herrn zu verstimmen.

Wieder einmal überlegte Dunkle Lord, wie er nur in diese Sache rein geraten war, wie er sich nur auf so etwas hatte einlassen können. Aber er stand zu seinem Wort und somit verbrachte er seinen Nachmittag damit, in seinem Haus umher zu wandern und seine Elfen herum zu kommandieren.

Lucius, er war es gewesen, der ihm diesen Floh ins Ohr gesetzt hatte. Er meinte, eine Weihnachtsfeier würde die Gemeinschaft stärken, man könne die Neulinge kennen lernen und wisse, mit wem man es denn zu tun habe. Allerdings hörte sich das alles eher nach Narcissa an, als dass es nach Lucius klang. Aus selbigem Grund hatte er sie dann auch mit der Organisation einer solchen Feierlichkeit beauftragt und nur seine Elfen und sein Haus zur Verfügung gestellt. Aber er konnte es sich auch nicht nehmen lassen, sich trotz alledem einzumischen. Und so fegte er wieder durchs Haus und die Halle und ließ dabei seinen Umhang majestätisch um sich herum flattern.

***


Noira und Severus trafen sich wie verabredet, an einem kleinen Hügel, unweit vor den Toren Londons. Von dort aus wollten sie gemeinsam zum Fest apparieren.

Severus hatte ein vornehmes schwarzes Festgewand angezogen und Noira hatte sich in ein dunkel-burgrunder rotes Abendkleid gekleidet. Ihre Haare hatte sie kunstvoll zu einer Steckfrisur zusammengedreht, die nun durch eine mittelgroße Menge magischen Haarsprays zusammen gehalten wurde.

"Sie sehen reizend aus", sagte Severus bewundernd als Noira vor ihm apparierte. Wieso fiel es ihm nur so schwer, in Worte zu fassen, was er bei ihrem Anblick empfand?

"Vielen Dank, es hat mich auch viel Mühe gekostet", erwiderte sie und ließ ihre Hand durch ihre Frisur fahren.

"Das hätte ich nicht gedacht, es sieht so aus, als hätten Sie Übung darin."

Sie unterhielten sich noch eine Weile und machten sich dann gemeinsam auf, das ungewöhnlichste Fest zu besuchen, das es wohl je bei den Todessern gegeben hatte.

***


Sie alle saßen an einer lagen, festlich gedeckten Tafel und keiner konnte sich dem Glanz entziehen, den die magischen Glühwürmchen überall verteilten. Silberne Fäden aus reinster Seide waren zu einem großen Gespinst verflochten, das unter der Decke schwebte. Die schillernden Glühwürmchen ruhten sich zwischenzeitlich in dem hängenden Silber aus, bevor sie weiter im Raum umherflogen.

In der Mitte des Tisches standen köstliche, knusprige Gänsebraten und eine Vielzahl an Beilagen waren hier und dort verteilt. Direkt vor Severus stand eine Schale mit dampfenden Kartoffeln und Noiras Blick fiel auf die große Schale mit Brokkoli.

Noira und Severus saßen Narcissa und Lucius Malfoy direkt gegenüber und Narcissa bewunderte Noiras Abendkleid, als Peter Pettigrew sich den Teller mit der Gänsefüllung näher heran zog und laut sagte: "Ich glaube nicht, dass ich dies versuchen werde, diese Füllung sieht wie eine graue Pampe aus."

"Mein lieber Peter", erklang es plötzlich markant, "wenn das Essen dein Missfallen erregen sollte, dann halte dich mit deinen Äußerungen zurück. Es könnte sonst nämlich sein, dass wir dich schlicht und einfach zu Fischfutter verarbeiten, du kleine kriechende Ratte. Dann siehst du selber aus, wie eine graue, formlose Masse. Dich würden dann allerdings sogar die Fische verschmähen!", äußerte der Dunkle Lord süffisant, als dieser unerwartet hinter Pettigrew auftauchte.

Peter duckte sich unterwürfig und spielte sein Missgeschick herunter. Die Umstehenden aber lachten über Peter und Lucius sagte zu Noira, die alles noch sehr zurückhaltend beobachtet hatte: "Peter ist immer für einen guten Lacher brauchbar. Er erheitert uns alle doch sehr mit seiner unbedarften Art."

Noira fiel daraufhin in das allgemeine Lachen immer noch verhalten ein und wurde dabei etwas lockerer. Selbst Severus konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen und amüsierte sich ebenfalls über Peter und sein dümmlichen Gesichtsausdruck.

***


Noira stand nach einer Weile auf und begab sich auf die Terrasse, um dort ein wenig frische Luft zu schnappen. Severus folgte ihr unauffällig nach einer Weile, weil er seiner Begleitung sein Präsent überreichen wollte. Allerdings bevorzugte er es, dies unter vier Augen zu erledigen, weil ihm die neugierigen Augen der anderen störend vorgekommen wären. Er mochte solche Blicke nicht.

Die Nachtluft war klar und als Noira sah, dass Severus ihr nach draußen gefolgt war, sagte sie: "Ist es nicht eine schöne Nacht? Die Sterne scheinen heute Nacht besonders deutlich sichtbar zu sein." Severus blickte hinauf und sagte nichts, nickte aber.

"Ich glaube, nun wäre der passende Moment, Ihnen mein Geschenk zu geben. Ich hoffe, ich lag bei meiner Wahl richtig, wenn es Ihnen aber nicht gefallen sollte oder wenn Sie es nicht benötigen sollten, kann ich auch etwas anderes besorgen..."

Noira unterbrach ihn abrupt in seinem Wortschwall und meinte: "Nun, zeigen Sie mir doch einfach, was es ist. Ich glaube, es ist bestimmt etwas sehr schönes. Und abgelehnt habe ich ein Geschenk noch nie", sagte sie lächelnd.

Severus reichte ihr das kleine Schächtelchen und sie öffnete ganz langsam die silberne Schleife. Als sie den kleinen Beutel aus der Schachtel nahm, fing Noira auf einmal an, sich fürchterlich vor Lachen zu schütteln.

Severus blickte sie empört und verständnislos an, doch sie winkte ab und reichte ihm einfach sein Geschenk. Als Severus sein Päckchen entgegennahm es dann ungeduldig ausgepackt hatte, standen sie sich beide lachend gegenüber und hielten sich jeweils einen Beutel Feenstaub entgegen.

Alle Sorge, das richtige Geschenk zu besorgen, war von beiden abgefallen. Und so verbrachten sie ihren Abend gemeinsam, meist immer noch lächelnd und schmunzelnd, und beobachteten die anderen dabei, wie sie ihre Geschenke auspackten.

Schmunzelnd beobachteten sie Peter, der grübelnd die Bedienungsanleitung eines DVD-Players studierte.

"Wer hat ihm denn den geschenkt?", fragte Noira ihren Begleiter.

"Keine Ahnung, aber ich glaube das war ein guter Scherz, denn das Ding ist bestimmt so präpariert, das es hoch geht, wenn man versucht, es auf Muggelart zu benutzen", antwortete Severus lächelnd.



ENDE


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