Das Chaos beginnt

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Kapitel 8: Der Schlag


Während Harry die Treppen hinauf stieg, dachte er noch immer an Malfoys Worte. 

'Okay, jetzt mal Klartext. Dumbledore und Fudge haben beide zugestimmt, Snapes Verhaftung geheim zu halten. Punkt. Trotzdem weiß es Malfoy. Muß natürlich von seinem Vater kommen. Der arbeitet schließlich für das Ministerium. Könnte es ein reiner Zufall sein daß Draco davon weiß? Vielleicht hat er gehört wie jemand seinem Vater davon erzählt hat, oder er hat einen Bericht gelesen oder so was... Nein, unwahrscheinlich. Malfoy Sr. würde sicher keine wichtigen Dokumente so im Haus rumliegen lassen daß sie jeder sehen kann. 

Dann bleibt nur noch die Möglichkeit daß Mr. Malfoy es seinem Sohn absichtlich erzählt hat. 

Natürlich! Fudge hat Dumbledore nicht verraten. Ich wette er weiß auch nicht, daß Malfoy seinem Sohn von Snape erzählt hat. 

Hmm, aber trotzdem... Also ist die Frage nicht was Fudge von Dracos Wissen hat, sondern was die Todesser davon haben.’ 

Er seufzte und schüttelte den Kopf. Nun, wenigstens war es etwas. 

Schließlich kam er um die letzte Ecke und blieb sofort wie angewurzelt stehen. 

Nein, er musste auf der falschen Etage sein. Es war kein Wasserspeier zu sehen. Nur etwas rotes das über und über von rosa Federn bedeckt war. 

Igitt, wer auch immer DAS da hingestellt hatte mußte einen sehr schlechten Geschmack haben. 

Er wollte sich gerade umdrehen als er Dobby sah. Der Hauself saß auf etwas und putzte es mit einem äußerst großen Taschentuch. 

"Dobby?" sagte Harry. “Was machst du hier? Ich dachte du wärst auch Dumbledores Etage? Zumindest hat das McGonagall gesagt." 

Der Elf sah Harry an und lächelte erfreut. "Dobby ist, Harry Potter! Dobby ist." Er deutete auf das rote etwas unter ihm. "Dobby putzt Dumbledores Wasserspeier. Schau, ich habe seine Augen befreit.“ Er zeigte Harry zwei Stellen an denen man den Stein sehen konnte. 

"Böser Peeves!" fuhr Dobby fort. Er klang ziemlich wütend. „Kommt letzte Nacht und tut diese Farbe auf den Wasserspeier. Und jetzt muß Dobby saubermachen! Wir Hauselfen mögen Poltergeister nicht. " 

Harry musste ein Grinsen unter der Hand verbergen. Es war das perfekte Bild. 

Ein rot gestrichener Steinerner Wasserspeier (auch wenn man den Stein größtenteils nicht sehen konnte), mit all diesen komischen rosa Federn und ein wütender Hauself oben drauf. Wo war Colin mit seiner Kamera wenn man ihn brauchte? 

Harry kam näher. “Nun,” fing er wieder an. „Ich habe gehofft, du könntest mir sagen wie ich in Dumbledores Büro komme. Ich muß mit ihm sprechen.“ 

Wieder lächelnd sprang Dobby vom Wasserspeier. 

"Natürlich hilft Dobby Harry Potter!” 

Harry hatte nur gewollt, dass Dobby ihm das Passwort verreit, aber offensichtlich wollte der Elf den Geheimgang selber öffnen. Dobby trat großspurig vor den Wasserspeier - nun, so großspurig wie jemand mit einem roten, mit Federn bedeckten Rücken eben aussehen konnte. Er räusperte sich und sagte: „Kaugummi!“ 

Das hatte den erwünschten Effekt, und Dobby grinste stolz. 

"Danke, Dobby.” Sagte Harry ebenfalls grinsend. 

"Dobby ist froh, dass er helfen konnte. Jetzt gehe ich wieder saubermachen!” 

Damit drehte sich der Elf um und sprang wieder auf den Wasserspeier. 

Noch immer lächelnd trat Harry in den Gang. 

Als er das obere Ende der Treppe erreichte, war die Türe schon weit offen. 

"Komm rein, Harry.” Hörte er Dumbledores Stimme von drinnen. „Bitte setz dich. Willst du eine Tasse Tee?” 

Harry nickte. “Danke, Sir.” 

Während Dumbledore zwei Tassen Tee einschenkte, sah er Harry mit einem belustigten Zwinkern in den Augen an, obwohl Harry hätte schwören können, dass er noch vor einem Augenblick eine Spur von Trauer gesehen hatte. 

"Nun, Harry," sagte der Schulleiter. “Was bringt dich zu mir herauf? Solltest du nicht gerade im Unterricht 

"Nein, Sir." Antwortete Harry “Wir hätten normalerweise Zaubertränke. Aber da Professor Snape…” 

Dumbledore nickte. „Ich verstehe. Nun, das läßt noch immer meine erste Frage offen: Wie kann ich dir helfen?“ 

Harry seufzte und dachte an die letzte Nacht. Wo sollte er anfangen? “Sehen Sie, Sir, ich hatte wieder einen dieser Traume. Aber dieses Mal war er nicht über Voldemort. " 

Dumbledore runzelte leicht die Stirn, aber er unterbrach nicht.

"Stattdessen;” fuhr Harry fort, “fand ich mich in einer Zelle in Askaban. Snapes Zelle, um genau zu sein. Und… es sieht nicht gut aus. " 

Dumbledores Stirnrunzeln wurde starker. “Was ist passiert?” 

„Da war ein Beamter aus dem Ministerium - Bransom hieß er. Er hat Snape sozusagen verhört. Professor Snape, meine ich. Er hat ihn verspottet und versuchte ihn zu provozieren. Er sagte zu Professor Snape, dass Sie sein Spiel durchschaut hätten und glaubten, dass er ein Spion von Voldemort wäre. " 

Dumbledore schüttelte langsam den Kopf. Er sah sehr traurig aus. „Hat er es geglaubt?“ 

"Professor Snape? Ehrlich, ich weiß es nicht. Wissen Sie, zuerst nicht. Er ist Bransom im wahrsten Sinn des Wortes an den hals gegangen als der Ministeriumstyp Snape gesagt hat, dass Sie ihn aufgegeben haben. Aber danach…” Harry verstummte als er an die Dementoren dachte, und daran was sie getan hatten. 

Einige Minuten lang sagte keiner von ihnen etwas. Aber dann brach Dumbledore die Stille. 

"Und dieser Bransom - ich habe übrigens noch nie von ihm gehört - denkst du er ist einer von Voldemorts Männern, Harry? Du weißt, dass dieser Punkt sehr wichtig ist, oder? " 

Harry nickte. “Ich denke schon. Ich schätze wenn er auf unserer Seite wäre, würde er nicht soviel daran setzen, ihn von ihnen zu trennen.“ 

Wieder Stille. 

"Und Harry," begann Dumbledore. "Wie geht es Severus?" 

Harry seufzte. Das musste dei Frage gewesen sein die Dumbledore am meisten interessierte. „Nicht gut, um das mindeste zu sagen. Es war dunkel und ich habe nicht viel von ihm gesehen, aber er sah furchtbar aus. Je schneller er da raus kommt, desto besser.“ 

Wieder nickte Dumbledore nur. Seltsam, zu denken dass jemand den jähzornigen Meister der Zaubertränke in der Tat mögen konnte, aber Harry wusste, dass Snape Dumbledores Freund war. Es musste schwer für ihn sein, nur dazusitzen und seinem Freund nicht helfen zu können, wenn ihn der am meisten brauchte. Nur natürlich, dass jemand wie Malfoy Dumbledore für herzlos hielt. 

Malfoy... Das erinnerte Harry an etwas. "Sir," unterbrach er Dumbledores Gedanken. „Wussten Sie, dass Draco Malfoy weiß, dass Snape in Askaban ist?“ 

Der Schulleiter sah ihn stirnrunzelnd an. „Nein, wußte ich nicht. Aber Harry, bist du da sicher? Es sollte eine hoch geheime Information sein. Wie du gut weißt.“ 

"Absolut, Sir. Malfoy hat es mir selber erzählt, gerade bevor ich zu ihrem Büro gegangen bin. Und er hat nicht wirklich vorsucht es für sich zu behaltne, wissen Sie. Er glaubt in der Tat, Sie hätten Snape fallen gelassen. Dass Sie sich geweigert hätten ihm zu helfen.“ Harry unterbrach sich. “Ich frage mich was er vor hat. Wissen Sie, ich habe auf dem Weg hier herauf darüber nachgedacht. Fudge hat damit nichts zu tun, da bin ich sicher. Also musste die Idee von Malfoy senior oder Voldemort kommen. Aber warum?“ 

Dumbledores Stirnrunzeln wurde tiefer. „Das gibt keinen Sinn… Außer..” Seine Augen wurden groß. „Natürlich! Es GIBT Sinn! Nur zu gut!” 

Auf Harry fragenden Blick hin fuhr Dumbledore fort: “Wenn ich mich nicht irre ist der junge Malfoy ihr letzter - und vielleicht tödlicher - Schlag. Ich hoffe ich irre mich, aber wenn nicht...“ Er schüttelte den Kopf. „Ich fürchte wir müssen nicht lange darauf warten. Mehr kann ich jetzt nicht sagen. Ich muß es überdenken, Harry. Aber sei nicht überrascht, wenn ich dich nach dem Abendessen in mein Büro rufe.“ 

Harry war noch verwirrter. Was sollte das jetzt heißen? 

Seine Verwirrung musste zu offensichtlich gewesen sein, denn der Schulleiter lächelte ihn schwach an. „Siehst du, Harry,. Ich will dich jetzt nicht aufregen, falls ich mich irre. Du hast gerade genug im Kopf, denke ich.“ 

„Ja, Sir,” antwortete Harry. Aber tief in seinem inneren wünschte er sich, Dumbledore hätte es ihm doch gesagt. Nun würde er sich den ganzen Nachmittag fragen was der Schulleiter vor hatte. Verflixt! 

"Gut, Harry. Jetzt denke ich, es ist am besten wenn du zu deinen Freunden zurückkehrst. Hoffen wir, dass wir uns nicht so bald wiedersehen. " 

Harry nickte, und nachdem er auf Wiedersehen gesagt hatte, verließ er Dumbledores Büro. Er musste zugeben, dass er fast noch verwirrter war als vorher. 

***

Als der Tag verging, fing Harry an zu verstehen was der Schulleiter fürchtete. 

Als er auf dem Weg zur Eulerei war um Hedwig einen Besuch abzustatten, hörte er wie einige Slytherins über Snape redeten, und Harry hätte schwören können, dass er das Wort „Askaban" ebenfalls gehört hatte. 

Offensichtlich hatte Malfoy mit seinen Hausgenossen geredet. Nun, das war nur natürlich. Er hatte mit Crabbe und Goyle geredet, oder? 

Andererseits konnte er auf dem Weg in die Bibliothek nicht umhin, das Gespräch einer Gruppe aus Ravenclaw zu hören. Sie redeten ebenfalls über Snape. 

Harry runzelte die Stirn. Das war sicher kein Zufall. Aber warum sollte Malfoy sich mit Ravenclaws unterhalten? Er respektierte sie sonst nicht sonderlich.

Nun, er konnte Hermine fragen wenn er sie in der Bibliothek fand. 

Aber wie sich herausstellte war das nicht nötig, denn sobald er sich neben seine Freundin gesetzt hatte, beugte sich Hermine zu ihm herüber. 

„Weißt du was ich gerade gehört habe als sich ein paar Huffelpuffs unterhalten haben?“ fragte sie ihn mit leiser Stimme. 

„Die haben nicht auch von Snape gewusst, oder?“ fragte Harry gegen alle Hoffnung. 

Hermine runzelte leicht die Stirn. „Ja, haben sie. Aber was heißt ‘auch’? Wer weiß es sonst noch? Heute früh waren es nur wir und Malfoy...“ 

Harry seufzte. “Nun, jetzt weiß es ungefähr die ganze Schule. Offensichtlich hat sich die Nachricht schneller verbreitet als man „Askaban“ sagen kann.“ 

Hermine schüttelte den Kopf. „Dann ist es nur eine Zeitfrage bis es alle die Wahrheit wissen - oder zu wissen scheinen. Der arme Direktor. Ich möchte nicht in seinen Schuhen stecken.“ 

Harry sah sie fragend an. “Was meinst du?” 

"Harry, ist das nicht offensichtlich? Jetzt, wo alle Geschichten gehört haben, muß er ihnen einfach sagen was wirklich passiert ist - oder etwas das dem nahe kommt. Er muß viel erklären. Komplizierte Erklärungen, wenn er den ruf der Schule nicht gefährden will.“ 

Endlich verstand Harry. „Natürlich! Ich hätte es von vorneherein wissen sollen.! Das ist Malfoys Ziel...“ 

Nun war Hermine an der Reihe, ein fragendes Gesicht zu machen. „Sein Ziel war, Dumbledore dazu zu zwingen alles zu erklären? Warum würde ihm das helfen. Ja, der Direktor kann kaum -“ sie hielt inne und stellte sicher dass niemand in der Nähe war „Er kann Snapes Rolle als Spion nicht offenbaren. Er kann nur sagen, dass er nicht wusste, dass Snape ein Todesser ist. Aber das würde Snape doch eher helfen, oder? Er würde seine Abmachung mit Fudge nicht brechen, aber Snapes Ruf bei den Todessern sauber halten." 

Harry schüttelte den Kopf. „Nicht wenn die Todesser dahinter stecken, denn das ist genau was sie wollen. Siehst du, sie - die Todesser, meine ich - versuchen ganz verzweifelt, Snape von Dumbledore zu trennen. Ich denke sie glauben er ist irgendwie auf ihrer Seite, aber seine Verbindung zu Dumbledore ist ein Risiko das sie nicht eingehen wollen, Also, für die Eltern und Schüler wäre es wirklich beruhigend wenn der Schulleiter sagen würde, er wußte das nicht von Snape... aber was würde es für Snape selbst bedeuten?“ 

Langsam nickte Hermine. „Er würde sich verlassen vorkommen...“ 

"Genau,” sagte Harry mit tonloser Stimme. “Und das macht ihn zu seinem leichten Ziel für sie.“ Er hielt Inne und sah an die Decke. „Und weißt du was das schlimmste ist? Dass wir nichts tun können um es zu verhindern. Es ist eine Einbahnstraße. Ich hoffe nur, dass der Direktor weiß was er tut.“ 

Hermine nickte und starrte ihren Tisch an. „Denn sonst…” 

Harry seufzte. “Ja. Denn sonst.” 

Kapitel 7

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