My Name is Severus

 

 

Zurück

 

Zurück zur
Startseite


Kapitel 8: Koffer durchsuchen

Montag Morgen kehrte Draco vom Frühstück in seinen Schlafsaal zurück und fand dort Vincent und Gregory am Boden kniend vor, die eilig Sachen aus Vincents Schrankkoffer warfen. Kleider, Bücher und alle möglichen anderen Sachen lagen bereits im ganzen Raum verstreut herum.

Severus duckte sich rasch, um zu vermeiden, von einer einzelnen Socke getroffen zu werden, die Gregory gerade über seine Schulter geworfen hatte und ging fröhlich grinsend hinaus.

Draco blieb stehen und sah ihm einen Moment lang nach. Das war genau das Grinsen, das er normalerweise aufsetzte, wenn er erfolgreich einen seiner Streiche inszeniert hatte. Was ging hier vor? Würde gleich wieder einer dieser Feuerkracher losgehen? Oder würde er in eine weitere Mausefalle treten? Wenn dem so war, warum hatte Severus dann den Raum verlassen? Normalerweise blieb er in der Nähe, um die Resultate seiner kleinen Fallen zu beobachten.

Draco entschied, dass der Schlafsaal sehr wahrscheinlich sicher war und wandte seine Aufmerksamkeit wieder Vincent und Gregory zu, die immer noch verschiedene Stücke von Kleidung herumschleuderten.

"Was sucht ihr?" fragte er, als er an ihnen vorbei zu seinem Bett schlüpfte, wo er seine Büchertasche gelassen hatte.

"Meinen Verwandlungsaufsatz", seufzte Vincent. "McGonagall hat mich das meiste davon nochmals schreiben lassen und jetzt kann ich ihn nicht finden. Ich bin sicher, dass ich ihn ganz oben in meinen Koffer gelegt habe und jetzt ist er weg."

Draco warf einen Blick auf das Chaos im Zimmer.

"Bist du sicher, dass du ihn nicht mit dem ganzen anderen Zeug herausgeworfen hast?", fragte er zweifelnd.

"Nun... vielleicht", gab er verlegen zu, nachdem er Dracos Blick gefolgt war.

Draco hob Vincents Festtagsumhang und eine weitere einzelne Socke (oder gehörte sie zu der anderen?) von seiner Tasche weg und warf sie zurück in den Koffer, wo sie auf Gregorys Kopf landeten.

Bumm!

"Au!"

Gregory musste sich den Kopf an der Kofferwand angeschlagen haben. Er zog den Umhang-bedeckten Kopf aus dem Koffer und tastete mit seinen Händen herum wie ein Blinder. 

‚Ich frage mich, wonach er sucht', dachte Draco.

"Ich schlage vor, du räumst dein ganzes Zeug langsamer wieder ein und wenn du ihn dann immer noch nicht findest, fängst du an, unter den Betten nachzusehen", wies er ihn an.

Vincent zog seinen Festtagsumhang von Gregory und begann ihn zusammenzufalten.

"Danke!", murmelte Gregory, als das Licht so schnell zu ihm zurückkehrte, wie es verschwunden war. Behutsam befingerte er die Beule auf seinem Kopf, wo dieser mit Vincents Koffer zusammengestoßen war.

Draco fühlte sich für einen Moment leicht schuldig, aber dann entschied er, dass da nicht viel Schaden an Gregorys Kopf entstanden sein konnte. 

‚Besonders nicht innen', dachte er.

"Vielleicht solltest du deine Suche nach Geschichte der Zauberei fortsetzen, Vince", grinste er, als er bereits an der Tür war. "Oder du kommst zu spät."

Beide, Draco und Severus, verbrachten die Geschichtsstunde natürlich mit zeichnen. Aber jetzt wusste es Draco besser, als dass er in Zauberkunst damit weitergemacht hätte.

Severus hingegen schien nichts aus der Katastrophe von letzter Woche gelernt zu haben und Professor Flitwick endete damit, sein Porträt von Greenie, der auf den Zauberbüchern saß, zu konfiszieren und Slytherin weitere zehn Punkte abzuziehen.

Draco dachte nicht mehr weiter über den Vorfall vom Morgen nach, bis zu ihrer Verwandlungsstunde, als Vincent Professor McGonagall erklären musste, warum er keine Hausaufgabe hatte. McGonagall zog Slytherin fünf Punkte ab und drohte Vincent mit einer Strafarbeit, sollte er sie bis Mittwoch nicht nachgereicht haben.

In diesem Augenblick kam Severus herein und gab ihr ruhig ein Stück Pergament.

Plötzlich erinnerte sich Draco daran, als Severus ein anderen Stück Pergament ins Feuer geworfen und gesagt hatte, dass es nicht seines war. Und Vincent konnte seine Hausaufgabe nicht finden? Aber sie war in seinem Koffer gewesen. Eine andere Erinnerung kam plötzlich zurück: ‚Nein, nur Blaises. Ich hatte nicht genug Zeit, die restlichen von euren Koffern zu durchsuchen ... noch nicht!' Und Severus hatte gesagt, dass er ‚daran arbeitete', als sie Quidditch spielen gingen und als sie zurückgekommen waren, war er mit seiner Hausaufgabe fast fertig gewesen...

"Nun, wie ich sehe, hast du dich schließlich doch dazu entschieden, deine Hausaufgabe zu machen", sagte McGonagall sarkastisch zu Severus. "Aber könntest du beim nächsten mal vielleicht versuchen, rechtzeitig zu kommen?"

"Ich musste Greenie wegbringen", protestierte Severus. "Lass mich Greenie mit in die Klasse bringen und ich werde kein Problem damit haben, pünktlich hier zu sein."

McGonagall erwartete einen Schmollmund und wappnete sich, ihm zu widerstehen, aber er kam nicht.

"Verwandle ihn in einen Aschenbecher und er ist sehr willkommen in meiner Klasse", sagte sie bestimmt. "Andernfalls hat er hier nichts zu suchen. Zehn Punkte Abzug von Slytherin fürs Zuspätkommen."

Dann gab sie jedem Schüler zwei Steine und wies sie an, sie in ein Paar Schlüpfer zu verwandeln.

Draco machte es in dieser Stunde nicht besonders gut. Er konnte sich nicht auf seine Steine konzentrieren. Seine Gedanken schweiften immer zu Severus, Hausaufgaben, Koffern und Feuerkrachern. Am Ende der Stunde waren seine Schlüpfer immer noch grau und ziemlich hart und unbequem.

Severus hingegen hatte eine ungewöhnlich erfolgreiche Verwandlungsstunde.

Mit einem verlegenen Grinsen übergab er am Ende der Stunde seine Ergebnisse McGonagall. 

"Grüne Stiefel, Severus?", fragte Minerva ungläubig. "Und einer sehr groß und einer klein? Und sie sind nicht einmal ein Paar. Sie sind beide linke."

"Aber es ist Schuhwerk und ich habe das Material verändert", argumentierte Severus. "Du musst zugeben, dass ich Fortschritte mache."

"Normalerweise würde ich dir immer noch eine Fünf geben, aber da ich weiß, dass du dich bemühst und deine Hausaufgabe gemacht hast..." Sie schrieb eine große Vier in ihr Notizbuch.

Severus grinste stolz und ging mit einem Gefühl fast perfekten Glücks hinunter in die große Halle. Aber sein Triumph währte nicht lange.

Seine Klassenkameraden funkelten ihn zornig an, als er sich zum Mittagessen setzte.

"Stimmt was nicht?", fragte er, den Unschuldigen spielend.

"Hast du wirklich meine Hausaufgabe verbrannt?", fragte Vincent, kaum fähig, seinen Zorn zu bändigen.

"Ja", sagte Severus sachlich.

"Du hast in meinen Koffer eingebrochen und meine Hausaufgabe gestohlen! Und dann hast du sie einfach ins Feuer geworfen", kreischte Vincent.

"Nein, vorher habe ich sie abgeschrieben", erklärte Severus. Dann plötzlich stellte er um auf seine kalte Persönlichkeit. "Was willst du jetzt machen?"

Vincent warf ihm sein Glas Kürbislimonade ins Gesicht. Severus reagierte mit einem Topf immer noch sehr heißer Suppe. Vincent schrie und Gregory griff nach seinem Teller... und wieder einmal war einen Essensschlacht am Slytherin-Tisch ausgebrochen.

Professor McGonagall war noch nicht in der Großen Halle angekommen. Also fiel die Aufgabe, die Schlacht zu beenden, Dumbledore zu.

Der Direktor hatte sehr schlechte Laune. Er war mit einer noch schlimmeren Erkältung als beim letzten Mal aufgewacht und Madam Pomfrey war nicht in der Lage gewesen, ihn vollständig zu kurieren. Seine Nase lief nach dieser Behandlung zwar nicht mehr, aber er hustete noch immer und hatte zermürbende Kopfschmerzen und natürlich rauchten seine Ohren vom Zaubertrank. ...Und er wusste noch immer nicht, wie er die Slytherins in den Griff kriegen sollte.

Er versuchte sie anzuschreien, aber damit tat er seiner wunden Kehle nichts Gutes und bald hustete er mehr als er schrie und der Lärm der kämpfenden Slytherins übertönte sein Schreien fast vollständig.

Die Schüler der anderen Häuser begannen angesichts ihres zornroten Schulleiters, der mit rauchenden Ohren aus vollster Lunge schrie (wenn er gerade nicht hustete), zu kichern oder sogar laut zu lachen.

Die anderen Lehrer mussten einschreiten, um ihm zu helfen und als McGonagall endlich eintraf, schafften sie und Hagrid es, die Slytherins auseinander zu bringen. 

"Was...hust, hust... was ist hier los?", krächzte Dumbledore, als Hagrid es endlich geschafft hatte, beide Arme um Gregory und Vincent zu legen und McGonagall Severus gepackt hatte.

"Dieser kleine Dieb ist in meinen Koffer eingebrochen!", quietschte Vincent, immer noch außer sich vor Zorn.

Dumbledore musste nicht erst nachfragen, wer mit ‚kleiner Dieb' gemeint war. Er seufzte tief. ‚Nicht schon wieder!'

"Fünfzig... hust.... Punkte Abzug für Slytherin wegen ...hust... Kämpfens und Verschwendens ... hust, hust ... von Essen!", verkündete er. "Severus, ...hust.... begleite mich bitte ... hust, hust ... in mein ... hust ... Büro."

Severus folgte ihm ohne Protest. Er wusste, dass Dumbledore diesmal sehr böse auf ihn war. Er hatte auch jedes Recht dazu.

Albus bedeutete Severus, sich vor seinen Schreibtisch zu setzen und ging, um dahinter Platz zu nehmen. Er zauberte eine heiße Tasse Kräutertee herbei, um seinen Husten zu beruhigen und sie saßen schweigend da, bis er ihn getrunken hatte. Severus starrte seine Hände an, die er in seinem Schoß an- und entspannte, und vermied es, den Direktor anzusehen.

"Du bist also in Mr. Crabbes Koffer eingebrochen", bemerkte Dumbledore, sobald er es sich wieder zutraute, zu sprechen.

"In Dracos auch", gab Severus zu, so leise, dass Dumbledore ihn kaum hören konnte.

"Hast du mir nicht versprochen, nicht mehr zu stehlen?"

"Nur, damit du mich wieder nach Hogsmeade gehen lässt und es war gar nicht richtig stehlen. Es war nur ein Streich." Severus sprach immer noch zu seinen Händen.

"Stehlen ist kein Streich, Severus", sagte Dumbledore so sanft wie es sein kranker Hals zuließ. "Und du solltest solch üble Streiche nicht bei deinen Freunden abziehen."

"Ich habe keine Freunde!", zischte Severus.

Das schmerzte. Auf der Suche nach einem Weg, Severus zu entspannen und mehr Kontrolle über seine Stimme zu bekommen, zauberte der Schulleiter zwei weitere Tassen Tee herbei, aber Severus ignorierte die seine und starrte weiterhin auf seine Hände.

"Severus, du gehst zu weit mit deinen Streichen. Ich akzeptiere und erwarte mittlerweile sogar den einen oder anderen Feuerkracher oder eine beißende Tasse, aber du kannst nicht einfach Leute über Nacht gefesselt lassen und anderer Leute Privateigentum stören."

"Sie haben dich freigelassen, oder nicht?", fragte Severus. "Ich meine, ich habe es nicht anders erwartet. Ich hätte dich nicht ganz alleine zurückgelassen, das weißt du, aber sie waren alle da. Sie hätten dich nicht allein gelassen."

"Und was ist mit dem Stehlen? Ich habe dir gesagt, dass du zu mir kommen sollst, wenn du irgendetwas brauchst."

"Es war ein Streich", wiederholte Severus. "Ich habe nichts gebraucht."

Dumbledore seufzte. Er fuhr für die Dauer der Mittagspause mit dem Versuch fort, Severus etwas Vernunft beizubringen, aber Severus starrte nur hinunter und sagte kaum etwas. Albus konnte nicht sagen, was er dachte.

Schließlich ließ er ihn gehen, weil die nächste Stunde schon fast begonnen hatte. Severus erinnerte ihn nicht daran, dass die nächste Stunde Flugunterricht war, welchen er ja nicht mitmachen musste. 

"Ich hatte kein Mittagessen", murmelte er stattdessen.

"Nun, du hättest es nicht nach deinen Freunden werfen sollen", bemerkte Dumbledore. "Betrachte es als deine Strafe."

"Das sind nicht meine Freunde!", protestierte Severus.




Severus wollte in seinen Schlafsaal laufen und auf seinem Bett weinen, aber er fand dort Draco vor und in seiner Gegenwart würde er ganz bestimmt nicht weinen. Also schnappte er sich nur seine Tasche und beschloss, seinen ursprünglichen Plan für diesen Nachmittag durchzuziehen.

Er ging in die Bibliothek und geradewegs auf den Tisch der Bibliothekarin zu. Wie er gehofft hatte, war Dobby allein.

"Dobby, ich brauche einige Bücher aus der verbotenen Abteilung", verkündete er, als ob er jedes Recht dazu hätte, sie zu bekommen.

Der Hauself sah von der Socke, an der er gerade strickte, auf.

"Dobby kann Sir keine Bücher aus der verbotenen Abteilung geben, Sir", sagte er und schüttelte traurig den Kopf.

"Ach, komm schon, Dobby, ich bin ein Lehrer. Ich brauche keine Genehmigung. Ich kann mir selbst eine schreiben."

"Dobby kann Sir keine Bücher aus der verbotenen Abteilung geben, Sir", wiederholte der Hauself. "Dobby kann niemandem Bücher aus der verbotenen Abteilung geben. Auch nicht mit Genehmigung. Auch keinem Lehrer. Dobby hat nicht die Erlaubnis. Wenn Sir Bücher aus der verbotenen Abteilung braucht, dann muss Sir später wieder kommen und Madam Pince fragen. Dobby hat nicht die Erlaubnis. Dobby würde es gerne tun, aber kann nicht. Nein."

Severus verließ murrend die Bibliothek und kehrte zurück in den Gemeinschaftsraum, wo er Draco am Feuer sitzend und schreibend vorfand (Genau genommen schrieb er an einem weiteren Lied für seinen Drachenbarden, aber das konnte Severus nicht wissen. Draco hätte es ihn niemals sehen lassen.) 

Severus setzte sich am anderen Ende des Raumes nieder und nahm seine Bleistifte und ein Pergament zum Zeichnen heraus. Er verbrachte die meiste Zeit vor der VGDDK-Stunde wieder einmal damit, wütend auf nichts zu starren.

Draco sah überrascht hoch. Was war los mit Severus? Er hatte noch nie so unnahbar ausgesehen, wenn sie beide alleine waren.




Verteidigung gegen die dunklen Künste war genau das gleiche wie letzte Woche. Remus Lupin ignorierte beide, Severus und die Hufflepuffs, während er den Unterschied zwischen Werwölfen und Katzenmenschen erklärte, die oft fälschlicherweise als "Werkatzen" bezeichnet wurden.

Severus wurde zorniger und zorniger. Professor Lupin war vielleicht der unangefochtene Experte, was Werwölfe anging, aber Severus hätte eine Menge zu dem hinzufügen können, was er über Katzenmenschen sagte. Sie waren eines seiner Lieblingsthemen.

Er winkte fast unablässig mit der Hand in der Höhe, aber Remus tat so, als ob er ihn nicht sah.

Sogar Greenie, der Igel sah etwas mürrisch aus, als die Slytherins nach der Stunde hinaus gingen.

Severus beschloss, Lupin eine Lektion zu erteilen. Sollte Dumbledore sagen, was immer er wollte. Der Werwolf verdiente es durch extreme Maßnahmen an Severus´ Existenz erinnert zu werden.




Draco beschloss ein paar von seinen Bohnen aller Geschmacksrichtungen zu essen, bevor er ins Bett ging. Er öffnete seinen Koffer und .... Wo waren seine Süßigkeiten?

Draco war daran gewöhnt, seine Süßigkeiten-Schachtel leer vorzufinden. Gregory und Vincent konnten der Versuchung oft nicht widerstehen und stahlen ihm ein paar Süßigkeiten, aber er konnte sich nicht daran erinnern, dass sie jemals so viel geschweige denn die ganze Schachtel genommen hätten. Und sie hatten nie zuvor sein Taschengeld angerührt.

"Also gut! Gregory! Vincent! Wer von euch war an meinem Koffer?", fragte er. Sie konnten die Süßigkeiten haben, aber das Geld mussten sie zurückgeben.

"Was? An deinem Koffer?", fragte Vincent verwirrt. "Warum sollte ich?"

"Um ein paar Süßigkeiten rauszustibitzen, wie du es immer machst?", gab Draco sarkastisch zurück. "Also, warst du´s?"

"Okay, manchmal mach ich das", gab Vincent zu. "Aber nicht dieses mal, ehrlich."

Draco wandte sich Gregory zu. "Also warst du es."

"Ich habe nur zwei Schokofrösche genommen", sagte Gregory. "Es tut mir wirklich leid. Ich dachte nicht, dass du sie vermisst."

"Du hast nur zwei Schokofrösche genommen? Und du, Vincent, hast überhaupt nichts genommen?", fragte Draco verwirrt.

Beide nickten zustimmend.

"Warum ist dann die ganze Schachtel verschwunden und wo ist mein Taschengeld?"

Gregory und Vincent tauschten einen Blick.

"Wir haben´s nicht genommen", antwortete Vincent für sie beide.

"Aber wenn ihr es nicht wart, wer dann?"

Beide zuckten mit den Achseln.

"Nun", sagte Blaise und grinste teuflisch. "Denkt doch mal logisch. Wer in diesem Schlafsaal ist ein bekannter Dieb?"

Vier Augenpaare richteten anklagende Blick dorthin, wo Severus eingerollt auf seinem Bett lag und las. Severus setzte sich auf. 

"Was?", fragte er.

"Hast du meinem Koffer durchsucht, du kleine Ratte?", schrie Draco.

"Natürlich habe ich das. Hast du das nicht erwartet?", fragte Severus ruhig. "Ich glaube, ich habe es dir sogar gesagt, dass ich das einmal machen würde."

"Okay, wo sind meine Süßigkeiten?", fragte Draco durch aufeinandergepresste Zähne.

Severus leckte sich demonstrativ die Lippen. "Aufgegessen."

"Ich will sie zurück!", schrie Draco.

Severus warf ihm eine leere Schokofrosch-Packung zu.

"Ach, komm schon, du kriegst nächstes Wochenende eine neue volle Schachtel. Was ist das Problem? Du hättest nicht mit mir geteilt, also habe ich sie alle genommen. Jetzt sind wir quitt."

"Und was ist mit meinem Geld? Da waren 50 Galleonen in meinem Koffer."

"Zu spät. Ich habe sie bereits ausgegeben."

"Ausgegeben? Wofür? Für Mausefallen?"

"Vielleicht", grinste Severus.

"Du hast 50 Galleonen für Mausefallen ausgegeben?", höhnte Draco. "Ich glaube dir nicht. Du hast das Geld noch und ich will es zurück!"

"Du kannst es nicht haben", verkündete Severus kalt.

Fünf Minuten später waren Vincent, Gregory und Blaise wieder einmal auf dem Weg in den Krankenflügel. Draco hatte sich in das Badezimmer zurückgezogen und hoffte, dass kaltes Wasser genügte, um sein Nasenbluten zu stoppen.

Nach einer Weile hinkte Severus herein und ging ans Ende des Raumes, wo er Greenies Käfig abgestellt hatte. Draco beobachtete ihn, wie er den Käfig öffnete, den Igel herausnahm und wortlos wieder ging.

Als seine Nase zu bluten aufgehört hatte, ging Draco zurück in den Schlafsaal. Severus lag im Bett und knuddelte Greenie, so gut er konnte, ohne sich dabei zu verletzen.

Draco stieg ins Bett, lag dort eine Weile und wartete. Nicht geschah. Die Stille im Raum schien erdrückend.

"Wo sind die anderen?", fragte er schließlich in den Raum hinein. Er würde Severus sicher nicht ansehen.

"Ich wette, sie bleiben über Nacht im Krankenflügel. So wie die rausgehinkt sind, wird Poppy sie nicht vor morgen Früh gehen lassen", sagte Severus sachlich.

"Du hast auch gehumpelt", murmelte Draco.

"Aber ich bin nicht damit zur Krankenschwester gegangen."

Draco fragte sich, ob Severus grinste. Er würde jedoch nicht nachsehen.

Langsam und bemüht, keinen der wunden Flecken an seinem Körper zu berühren, stand er auf und öffnete seinen Koffer. Er wühlte ganz hinunter bis zum Boden. Severus hatte ohnehin bestimmt schon alles gesehen, was darin war. Draco zog seinen alten Teddy heraus und ging zurück ins Bett, wobei er den kleinen Bären eng an seinen Körper schmiegte. Das fühlte sich besser an.

"Oh Greenie, wenn du doch ein bisschen weniger stachelig wärst", hörte er Severus murmeln, bevor er einschlief.

Kapitel 7

 Kapitel 9

 

Review

Zurück