Legend of the Fall - Kapitel 2

 

 

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Kapitel 2

„Ich, ähh...“ begann sie, wurde aber von Severus unterbrochen, als er sie sanft auf den Mund küsste. Ihr lief ein eisiger, kleiner Schauer über den Rücken und ihr Herz fühlte sich an als würde es zerspringen wollen. Langsam strich ihr der Zaubertranklehrer mit der Hand über den Rücken. Marguerie hielt die Luft an. Gleich wache ich auf, ganz sicher. Es ist alles nur ein wunderschöner Traum... . Sie öffnete die Augen und blickte in die unerbittlichen, schwarzen Augen von Severus Snape. Doch, war da nicht ein kleiner Funken von... Schmerz, vielleicht auch...verletzter Stolz? 

Sie lösten sich langsam voneinander und der alte Ausdruck kehrte in sein Gesicht zurück. „Ich denke, es wäre besser, wenn Sie sich jetzt ins Schloß begeben. Das Fest dauert nur noch eine Stunde und ich möchte noch ein Wenig...Hm, nachdenken!“ Er hob ihren Kopf ein wenig an und strich ihr dann mit dem Finger über die Lippen. Sie nickte leicht und stand schließlich auf, sagen konnte sie nichts. Und dann, beinahe fluchtartig drehte Marguerie sich um und rannte zurück zum Schloß. Severus blickte ihr nach. 

* * * 

„Hey Mag, wo bist Du gewesen, ich habe mir Sorgen gemacht!“ Ania Sorawa, ein kleines Mädchen aus der siebten Klasse, bahnte sich einen Weg durch die Schülermenge und blieb schnaufend vor ihrer besten Freundin stehen. „Hm?“ antwortete Marguerie verwirrt und hob ihre Finger an den Mund. „Ich, äh, ich war kurz oben im Gemeinschaftsraum und habe was gesucht...“ Hoffentlich nimmt Ania es mir ab, sie ist schon so ein mißtrauisches Mädchen. Doch diese winkte wider Erwarten ab und blickte sich suchend in der Menge um. „Bill sucht dich auch schon seit geraumer Zeit. Ahh, da hinten ist er...Hä? Er tanzt mit Jenni? Na, der wird sich jetzt was anhören können! Setz Dich an unseren Tisch, dass ist der mit dem riesigen Loch in der Tischdecke... . Roy hat einen Zauberfeuer versucht. Falls Du ihn suchst, halte Ausschau nach jemanden, der mit einer Tüte über dem Kopf herumläuft.“ Sie kicherte. „Von seinen Haaren ist nicht viel mehr übrig als ein paar zerzauste Strähnen. Es wäre vermutlich noch schlimmer, wenn wir nicht die große Schale Bowle über sein Haupt geschüttet hätten...Gott sei Dank hat sie sich nachgefüllt. Na, bis gleich. Ich geh jetzt Deinem Tanzpartner die Leviten lesen. Typisch, fünfte Klasse!“ Ania schüttelte noch einmal ihren roten Kopf und stapfte davon. 

Marguerie drehte sich um und ging auf ihren Tisch zu. Tatsächlich. Ein großes Loch war mitten in die Tischdecke eingebrannt. Sie grinste, doch sofort schweiften ihre Gedanken wieder ab, während sie sich auf die Bank setzte. Ihre Hand griff automatisch nach einem Glas und sie goss sich Bowle ein. Mit ein paar Schlucken hatte sie ausgetrunken und füllte sich gleich wieder nach. Hat Professor Snape das ernst gemeint als er mich geküsst hat? Sie starrte auf das Loch in der Mitte des Tisches. Und wenn, würde sich jetzt irgendetwas ändern? Geht das denn überhaupt? Ein Lehrer und seine Schülerin, auch wenn sie Siebtklässlerin war? Kann das gehen? Empfinde ich wirklich etwas für ihn? All diese Gedanken quälten sie jetzt und sie bemerkte bemerkte gar nicht, dass sie nun schon sieben Gläser hintereinander getrunken hatte. 

* * * 

Severus Snape starrte auf den schwarzen See hinaus. Ist das jetzt wirklich nötig gewesen? Aber, als sie mich so lieb und unschuldig angelächelt hat,, da ist es einfach über mich gekommen. Jetzt muss ich die Konsequenzen dafür tragen. Sein Herz machte einen kleinen Aussetzer, als er an den Kuss dachte. Er schüttelte den Kopf. Sicher war es nur eine Laune, er würde doch nie etwas für dieses Mädchen aus Gryffindor empfinden. Eine Laune, eine Laune! Severus schlug mit der Hand auf den Boden. Diesen ganzen Quatsch mache ich nicht noch einmal mit! Liebe- pah! Verliebt sein, noch schlimmer. Es bringt doch nichts als Ärger mit sich... . 

„Verdammt noch mal!!“, schrie er in die Nacht hinaus und sank wieder in sich zusammen. „Das darf nicht sein. Ich habe mich doch nur einmal mit ihr unterhalten, dass geht nicht, nein! Das kann nicht sein,“ flüsterte er und hob die Hände vor sein Gesicht. „Ich will nicht...“ 

* * * 

„Mag?“ Eine Hand legte sich auf ihre Schulter und die Angesprochene fuhr hoch. „Oh, hi Bill!“ Ein großer, schlanker Junge mit roten Haaren, setzte sich neben sie. „Oh, du hast schon was getrunken? Wir fünften dürfen das ja leider noch nicht!“ Er grinste schief. „Was ist los?“ fragte Marguerie und legte ihren Kopf wieder auf den Tisch. „Willst Du tanzen?“ Sein Kopf wurde so rot wie seine Haare, was das Mädchen mit den braunen Haaren unheimlich amüsierte, doch sie verzog keine Miene. „Okay, wenn du willst. Ich bin ja auch mit Dir zum Ball gekommen, also werde ich wohl auch tanzen müssen.“ 

Sie stand auf und setzte sich gleich wieder. In ihrem Kopf drehte sich alles. Zwölf Gläser Bowle waren anscheinend doch etwas zu viel! „Ist was?“ fragte Bill besorgt. Marguerie schüttelte den Kopf und biss die Zähne zusammen. Wäre ja gelacht, wenn sie nicht gegen das bisschen Alkohol ankäme. „Komm,“ sagte der rothaarige Junge, reichte ihr seine Hand, die sie dankend ergriff und zog sie zur Tanzfläche. 

* * * 

„Hey, es macht wirklich Spaß zu tanzen!“ Lachend drehte Marguerie sich im Kreis, während Bill sie mit einem verträumten Blick anstarrte. Der Alkohol tat jetzt seine Wirkung. „Hast Du zu viel getrunken?“ fragte er mitleidig. Sie grinste und nahm ihn bei der Hand. „Nein, ich habe nur einen Hormonschub bekommen.“ Er wurde wieder rot. Marguerie bemerkte das Missverständnis, klärte es jedoch nicht auf. Ja, sie mochte ihn als Kumpel, aber sonst? Momentan wollte sie nicht darüber nachdenken, sondern sich einfach nur nach dem Rhythmus der Musik bewegen. Jetzt ging es so leicht, der Boden schien sich unter ihren Füßen zu bewegen, die Musik wurde immer leiser... 

„Huch!“ Sie stolperte und hielt sich an dem nächstbesten fest, den sie erreichen konnte. „Tschuldigung,“ kicherte sie. „Hab wohl zuviel intus...“ Abrupt hielt sie inne, als ihr ein vertrautes Parfüm in die Nase stieg. „Professor...“, flüsterte sie und blickte in ein Paar schwarze Augen. 

Severus lächelte sie an, ein einfaches, freundliches Lächeln. Weder ironisch, sarkastisch, zynisch, nein, einfach nur ein Lächeln, ganz für sie allein. Dann wandte er sich schnell ab und ging zum Lehrertisch, wo sich Prof. Biscuit sofort wieder an ihn hing. 

„Hey,“ Bill schob sich in ihr Blickfeld. „Ich glaub das einfach nicht. Er hat Dir keine Punkte abgezogen? Ist er krank?“ Marguerie schüttelte bloß den Kopf und sah Snape hinterher. 

„UND JETZT, ZUM ABSCHLUSS DIESES WUNDERBAREN FESTES, EIN KLEINES, LANGSAMES LIED, FÜR ALLE PÄRCHEN ODER DIE, DIE ES NOCH WERDEN WOLLEN!!!“ 

Bill hakte sich bei ihr unter und zog sie näher an sich heran. „Wollen wir?“ fragte er zögernd und wurde schon wieder rot. „Ja, ja!“ antwortete sie ihm etwas abwesend.

* * * 

„Sev, mein Knuddelbärchen, wo hast Du gesteckt? Dein kleines Wusi-Schnuffi hat sich Sorgen um Dich gemacht,“ begrüßte Belinda ihn und zog an seiner Wange. Severus stieß sie ärgerlich weg. Er konnte den Blick von seiner Schülerin noch im Rücken spüren, als er sich setzte. 

Albus Dumbledore starrte angespannt in die Schülermenge und hustete... . Snape warf ihm einen mörderischen Blick zu, während sich die junge Lehrerin ein Glas mit Sekt nachschenkte. „Darauf, das Sevvy-Schnäutzelchen wieder da ist!“ Sie kippte sich den Inhalt des Glases in einem Zug hinunter. Minerva McGonagall ging an dem Tisch vorbei zu Dumbledore, und als sie an Severus vorbeikam, flüsterte sie ihm: „In der letzten Stunde, hat sie haufenweise Sachen erfunden, um noch ein Glas trinken zu können...“,ins Ohr und nach einem Blick auf seine Nachbarin fügte sie noch hinzu: „Wahrscheinlich denkt sie, dass niemand bemerkt das sie betrunken ist. Mein Beileid, Severus!“ 

Er wollte noch etwas erwidern, aber als die langsame Musik anfing und er Marguerie in den Armen von dem Gryffindor-Vertrauensschüler Bill Weasley entdeckte, schwieg er. Severus trommelte mit den Fingern auf die Tischplatte und versuchte so unbeteiligt wie möglich zu wirken. Sie kann tanzen mit wem sie will, was interessiert mich das? Er trommelte immer schneller die Finger auf den Tisch, bis sich seine Hände zu Fäusten ballten und er tief Luft holte. Ruhig Severus, es ist nur eine kleine, dumme Schülerin, lass dich nicht irre machen..., dachte er nervös. Eine kleine, dumme Schülerin? War sie wirklich nur das für ihn? 

* * * 

„Hey, Du brauchst Dich nicht so an mich zu klammern...“, bemerkte Bill erstaunt. Die rote Farbe auf seinem Gesicht vertiefte sich, als sie seufzte. Es dauerte einen Moment, bis er bemerkte, dass sie eingeschlafen war. Marguerie rutschte immer weiter nach unten. Bill konnte sie nicht mehr halten und musste schließlich loslassen. Sie blieb zusammengekrümmt auf dem Boden liegen und schnarchte zufrieden. „Severus“ murmelte sie leise und lächelte. 

To be continued... 


Kapitel 1

 

 

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