My Name is Severus

 

 

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Kapitel 16: Nevilles erster Streich

Draco und Severus gingen am Dienstag nach dem Frühstück mit Dracos Holzkiste schnell wieder hinunter in die Tränkekerker. Sie erwarteten, daß die Gänge verlassen wären und sie ihren nächsten Streich in Ruhe spielen könnten, aber als sie sich Mary Sue's Büro näherten, hörten sie flüsternde Stimmen.

„Komm schon, Neville. Klopf einfach an die Tür und sag ihr, daß du sie irgendwo auf dem Boden gefunden hast. Sie würde nie glauben, daß ausgerechnet du sie stehlen würdest.

„Doch, das würde sie. Sie kennt mich nicht, Harry”, kam Nevilles sehr nervöse Antwort. “Und ich habe sie gestohlen, ich kann sie ihr nicht einfach zurückgeben, ich habe mir was zu beweisen. Ich habe sie gestohlen um ihr einen Streich zu spielen und jetzt muß ich es durchziehen. Ich wünschte nur, ich wüsste was ich tun kann.“

„Ich weiß nicht Neville“, antwortete Harry. „DU spielst einen Streich? Hast du schon mal so was gemacht?“

Neville schüttelte den Kopf und starrte zu Boden.

„Es gibt einfach so viele Dinge die schief gehen können, Neville. Willst du wirklich eine Strafarbeit bei Mary Sue riskieren?“

Neville schauderte. „Nein, aber ich kann nicht einfach aufgeben, ich will wirklich etwas gegen sie tun, und es ist meine große Gelegenheit.“

„Nun, warum gibst du sie nicht einfach Fred und George?", schlug Harry vor. „Ich wette sie wissen genau was sie sind und wie man sie benutzen kann.“

"Fred und George? Ein Streich von Fred und George ist nichts besonderes. Sie ist wahrscheinlich schon vor ihren üblichen Streichen gewarnt worden. Ich will etwas besonderes machen. Ich will es selbst machen.”

“Neville, du weiß nicht einmal was du tun willst”, versuchte Harry ihn zu überzeugen. „Gib sie den Experten. Es war schon sehr mutig, sie zu stehlen.“

“Vielleicht können wir helfen”, sagte Severus, als er hinter ihnen in Sicht kam.

„Wir sind auch wirklich gut bei Streichen“, sagte Draco neben seinem Freund.

Neville sah nervös von einem zum anderen. Es war seine Schuld, daß Severus wieder ein Junge war, und Draco war auch nicht gerade sein Freund.

„Du kannst uns auch mit dem Steich helfen. Das würden die Weasleys nie erlauben. Sie arbeiten alleine. Das ist so zwischen Zwillingen, weißt du“, sagte Severus.

Neville wand sich und sah auf seine eng geschlossene rechte Faust.

„Komm schon, zeig uns was du hast“, drängte ihn Draco.

„Nein, tus nicht“, flüsterte Harry. „Die beiden bringen dich nur in Schwierigkeiten, Neville. Sie spielen zu riskant. Du weißt wie oft sich Severus erwischen lässt.“

„Und was ist eine kleine Strafarbeit oder ein paar verlorene Punkte verglichen mit einer Chance, Mary Sue zu ärgern?", kommentierte Draco.

“Es macht uns nichts wenn wir erwischt werden. Das ist es wert“, grinste Severus. „Komm schon Harry, du hast schon riskiert mit mit zusammenzuarbeiten und es war ein ziemlicher Erfolg. Warum sollte Neville es nicht tun“? “Weil ich nicht Neville bin. Er hat Angst davon, erwischt zu werden. Meinen Muggelverwandten ist es egal was ich mache, solange ich nicht zu Hause bin. Seine Oma würde ihm zweifellos einen Heuler schicken, und Mary Sue würde ihn auch bestrafen. Neville hat zuviel Angst davor. Er macht es nicht.“

“Hast du wirklich Angst vor einer kleinen Strafarbeit, Neville? Und was kann dir ein kleiner Heuler schon anhaben? Abgesehen davon, daß er der ganzen Schule zeigt, daß du nicht der kleine Feigling bist, für den dich alle halten.“

“Wenn du uns zeigst was du hast, zeigen wir dir was wir haben”, bot Draco an. ”Was ihr habt?”, fragte Neville neugierig.

„Ja, gleich hier drin.“ Draco zeigte Neville die geschlossene Schachtel. “Unser nächster Streich für Mary Sue, dank Hermine.”

„Hermine?!“, keuchte Harry.

„Ja, Hermine. Willst du sehen was sie uns besorgt hat?“

“Ich … ich habe Mary Sues Schlüssel”, erklärte Neville. „Ich weiß nicht wofür sie sind, aber sie hat sie letzte Stunde auf unserem Tisch gelassen, und ich habe sie eingesteckt ... was habt ihr jetzt?“

„Küschenschaben“, grinste Severus. „Etwa 50 Küchenschaben. Genug um eine schöne kleine Kolonie in den Kerkern anzufangen. “Seid ihr sicher, daß Mary Sue Angst vor Ungeziefer hat?“, fragte Harry überrascht. “Sie ist unser Tränkelehrer. Sie ist daran gewöhnt, ständig mit allen möglichen ekelhaften Zutaten umzugehen.“

„Ich habe sie beobachtet. Sie trägt immer Handschuhe wenn sie die Behälter rausnimmt, und sie hat die Insektenteile im Unterricht bisher noch nie berührt“, erklärte Severus.

„Ich wette, daß Insekten nicht so gut zu hübschen Kleidern und Schminke passen“, fügte Draco hinzu.

„Also wollt ihr die Küchenschaben einfach in den Kerkern freilassen? Oder nehmt ihr sie mit in den Unterricht?“, erkundigte sich Neville.

„Nun, wir wollten sie nur hier vor ihrer Tür runterlassen, damit sie den Weg hinein finden. Wenn wir sie mit in den Unterricht nehmen würden, würden sie viel zu wahrscheinlich als Greenies Essen enden“, gab Severus zu, wobei er den kleinen grünen Igel auf seinem Arm betrachtete.

Greenie bemerkte die Aufmekrsamkeit und hob neugierig seine kleine grüne Nase.

„Sniff?“ ‚Ist schon Essenszeit?’ Sie waren in der Nähe des Zimmers mit den leckeren Käfern. Er konnte sie riechen.

„Aber da du ihre Schlüssel hast...“ Draco ließ den Satz unvollendet.

„Ich weiß nicht einmal was für Schlüssel sie sind“, seufzte Neville. „Ich weiß nur, daß Mary Sue sie auf unserem Tisch gelassen hat. Sie könnten ihre Hausschlüssel aus Australien sein.“

„Oder vielleicht sind es ihre Autoschlüssel“, grinste Harry. „Dann könnten wir ihr die Kiste einfach ins Auto stellen, und wenn sie wegfahren will...“

„Auto?“, fragte Draco. “Warum sollte sie ein Auto haben? Sie ist eine Hexe.”

“Sie hat eines. Ich habe letztes Wochenende gesehen wie sie weggefahren ist. Sie hat es bei Hagrids Hütte geparkt und ich wollte ihn gerade besuchen als sie weg ist.“

„Ich frage mich was Hagrid von dem Auto hält“, überlegte Severus. “Er versucht wahrscheinlich herauszufinden womit man es füttert“, schnaubte Draco.

„Füttert?“

„Klar, ich wette, er hält es für eine Art Tier. Vielleicht müssen wir es in Pflege magischer Geschöpfe spazieren führen.“ “Oh ich hoffe, daß wir das nicht für die UTZ-Prüfungen machen müssen“, rief Neville.

„Warum nicht? Kann doch nicht so schwer sein?” ”Hagrid hält Professor Blackwells Auto nicht für ein Tier”, erklärte Harry wütend. “Wir haben darüber geredet und er sagte, daß es seinen armen Haustieren Angst macht und er wünscht sich, sie hätte einen Besen wie jede normale Hexe.“

„Nun, sie ist keine normale Hexe“, beschloß Severus. „Sie ist ein Muggel mit Magie. Vielleicht ist das das Gegenteil von einem Squib?“

“Werd nicht philosophisch, Severus”, ermahnte ihn Draco. „Wohin packen wir unsere Schaben?“

„Wenn wir nur wüssten wozu die Schlüssel sind!“, seufzte Neville.

„Zeig sie mir“, befahl Harry. „Ich würde sehen wenn ein Autoschlüssel dabei ist. Sie sehen anders aus als andere Schlüssel.“

Neville öffnete endlich die Hand und zeigte ihm die Schlüssel auf der Handfläche. Harry starrte sie an. Sie sahen gar nicht aus wie Autoschlüssel.

„Nein“, sagte er enttäuscht. “Das sind keine Autoschlüssel. Sie sind wahrscheinlich nur für die Vorratsschränke in ihrem Büro.“ “Nicht alle“, bemerkte Severus mit aufgeregt leuchtenden Augen. „Das sind die Schlüssel des Zaubertränkemeisters. Der bringt uns in das Büro, der ist für das Klassenzimmer, und der ist für ihre Privaträume.“

„Du meinst wir können ihr das Ungeziefer ins Bett setzen?“, fragte Neville ehrfürchtig. “Hey, du bist doch nicht so schlecht wenn es um Streiche geht!“, grinste Draco. „Das ist genau was wir machen werden. Gib mir die Schlüssel.“

„Oh nein, werd ich nicht! Ich habe die Schlüssel gestohlen und ich werde sie benutzen“, erklärte Neville entschieden. Er nahm den Schlüssel, den Severus als Büroschlüssel erkannt hatte, und schob ihn ins Schloß.

„Nein! Neville, das können wir nicht machen. Was passiert wenn sie uns da drin erwischen?”, widersprach Harry.

„Dann wird Albus etwas sauer auf euch sein, sehr sauer und mich, und uns alle nachsitzen lassen“, antwortete Severus glücklich.

Neville drehte den Schlüssel langsam um und öffnete geräuschlos die Tür.

„Hey Neville, du bist ja richtig gut“, bemerkte Draco überrascht. „Du bist vielleicht kein großer Zauberer, aber du wärst sicher ein toller Dieb.

Neville grinste stolz zurück.

„Okay, gehen wir rein.“

Harry sah erschrocken zu wie Draco, Neville und Severus durch die Tür in das leere Büro schlichen. Severus sah über die Schulter zurück.

„Komm schon Harry!“, rief er. „Beeil dich bevor dich jemand sieht.“

„Ich gehe da nicht rein!“

„Oh komm schon, sag mir nicht du hast Angst!“, spottete Severus.

„Sniff!“, sagte Greenie in seinen Armen.

Harry ballte wütend die Fäuste. Nun schniefte ihn sogar noch der Igel an!

„Ich habe keine Angst!“, behauptete er. „Es ist nur nicht richtig was ihr macht. Das ist Einbruch.“

„Oh, und Tränke in die Luft jagen ist in Ordnung?“

„Das ist nur ein Streich. Das hier ist ein richtiges Verbrechen. Es sind ihre Privaträume. Wir können da nicht reingehen!“

„Das ist auch ein Streich. Wir stehlen ja nichts, Harry. Sei kein Feigling. Komm rein!“

„Nein, werde ich nicht. Es ist nicht richtig.“

„In Ordnung, wnn du so ein Baby bist, machst du den Ausguck. Geh wieder zur Ecke zurück und warne uns wenn jemand kommt.

Harry starrte Severus wütend an, fühlte sich beschämt und beleidigt, aber er wollte wirklich nichts damit zu tun haben, in den Privatraum eines Lehrers einzubrechen, und so stimmte er grantig zu, den Gang zu beobachten.

Severus folgte den anderen beiden schnell in Mary Sues Büro und stand wie erstarrt vor Schreck da.

All seine wertvollen Zutaten waren verschwunden, ebenso wie die Regale in denen er sie gehabt hatte. An ihrer Stelle hatte Mary Sue Bilder von Blumen aufgehängt. Blumen in Vasen, Blumen auf Wiesen, Blumen ohne einen Hintergrund. Der Raum selbst war lavendelfarben gestrichen, und die Möbel waren jetzt rosa.

„Mein Büro! Neeeein!“

Draco legte ihm vorsichtig eine Hand auf die Schulter. „Komm mit, rächen wir uns.“

Neville drehte schon den Schlüssel in der nächsten Tür um, und Sekunden später betraten die drei Jungen einen Raum, der größtenteils hellblau und rosa gestrichen war. “Oh nein!“, rief Neville. "Wie kann sie hier nur leben?

Draco warf schnell einen Blick durch den Raum.

“Nun, zumindest sind hier nicht überall Bilder mit Blumen”, bemerkte er. ”Denkst du küssende Paare sind besser?”, fragte Neville sarkastisch.

Severus vergrub nur sein Gesicht in den Händen. “Wie konnte sie meinem Heim das antun?”

Neville und Draco tauschten einen Blick. Vielleicht hätten sie Severus draußen lassen sollen? Sie hätten wissen sollen was sie hier drinnen erwarten mußten, und was für eine verheerende Wirkung es auf Severus haben würde.

„Was ist denn dieser abstoßende Geruch?“, fragte Neville.

„Parfüm“, flüsterte Severus ohne die Hände von seinem Gesicht zu nehmen. „Muß aus dem Badezimmer kommen.“ “Uh, wir hätten Stinkbomben mitbringen sollen“, bemerkte Draco. “Ich bin sicher, daß man das alles mit ein bißchen Farbe und ein paar kleinen Sprüchen richten kann, Severus“, versuchte Neville seinen früheren Lehrer zu beruhigen. „Nun, abgesehen vom Geruch, aber vielleicht gibt es dafür einen Trank.“

„Nichts ist so stark, aber ich schätze das geht in ein paar Tagen weg, wenn wir Mary Sue erst mal hier raus bringen“, beschloß Severus.

„Also, wohin bringen wir unsere kleinen Freunde am Besten?“, fragte Draco, wobei er ein herzförmiges rosa Kissen auf Mary Sues Bett betrachtete. „Denkt ihr wir könnten sie dazu bringen, sich da drunter zu setzen?“

„Werft sie einfach alle aufs Bett“, riet Severus. „Sie finden dann schon ein paar schöne Versteckplätze.“ Greenie kämpfte hart darum, los zu kommen als sie all die leckeren Küchenschaben los ließen, aber Severus hielt ihn zurück.

„Nein, Greenie, die sind nicht für dich. Ich nehme dir ein paar schöne Schnecken aus dem Schrank wenn wir in den Unterricht kommen. Versprochen. Laß nur die Schaben in Ruhe.“

“Sniff!”, protestierte Greenie. ’Warum kann ich nicht Schaben und Schnecken haben? Sie passen gut zusammen.’ Aber die Jungen trugen ihn nur wieder in den Gang hinaus.

„Gibst du jetzt den Schlüssel zurück?“, fragte Harry Neville sofort.

„Nein, das wäre zu auffällig. Ich finde ihn einfach in ein paar Wochen oder so“, grinste Neville.

Harry starrte seinen Freund überrascht an, auf einmal schien Neville gar nicht mehr ungeschickt und unsicher zu sein. Er sah stolz aus, zu Streichen aufgelegt und bereit dazu, es mit der Welt aufzunehmen. Was war in den paar Minuten, die sie weg gewesen waren, mit Neville passiert?

Zumindest bestand Harrys Uhr darauf, daß es nur ein paar Minuten gewesen waren. Ihm war es vorgekommen wie eine Ewigkeit.

Sie waren natürlich die Ersten, die ins Tränkeklassenzimmer kamen, und Severus ging sofort, um Greenie die versprochenen Schnecken zu holen.

Mary Sue hatte das Klassenzimemr wieder neu gestrichen und einen der Tische verrückt, um das zweite Loch in der Wand zu verdecken.

„Was ist die heutige Explosionsstrategie?“, fragte Draco als Severus mit Greenies Snack zurückkam.

„Feuerkracher. Susan hat mir eine ganze Schachtel für ihre leztzten VgddK-Hausaufgaben gegeben. Wir werfen sie einfach in so viele Kessel wie möglich.“

„Toll!“, rief Neville. “Kann ich einen haben?”

„Klar. Hier bitte.“ Severus gab ihm einen Feuerkracher und hielt Draco einen weiteren hin.

“VgddK-Hausaufgaben? Schreibst du ihr nicht mehr die Tränkeaufsätze?“

“Tränkeaufsätze? Welche Tränkeaufsätze? Wer macht denn noch Tränkeaufgaben?”, fragte Severus, der so tat als wäre er durcheinander.

„Ihr habt den Rest in eurem Haus davon überzeugt, auch keine Tränkehausaufgaben mehr zu machen?“, fragte Harry überrascht.

Er hatte nicht gedacht, daß Severus so viel Einfluß auf seine Mitschüler hatte, nachdem er gesehen hatte, wie sie ihn anfangs behandelten. Er musste aber zugeben, daß es eine Weile her war, seit er das letzte Mal davon gehört hatte, daß eine Horde Slytherins sich zusammengetan hatte um Severus zusammenzuschlagen.

„Die meisten. Mary Sue hat in jeder Klasse ein paar Fans, aber ein paar Ravenclaws und die meisten Viertklässler aus Gryffindor machen das wieder gut.”

„Ihr habt Gryffindors dazu überredet, an einem Slytherinplan teilzunehmen?“ Jetzt war Harry wirklich üebrrascht.

„Das war Draco, nicht ich“, bemerkte Severus als würde das alles erklären.

Harry wandte seinen ungläubigen Blick Draco zu, der mit den Schultern zuckte.

„Nun, eigentlich war es Ginny, die sie dazu überredet hat, ich habe sie nur gebeten mir zu helfen.“

„Ginny? Was hast du getan um Ginny dazu zu bringen, da mitzumachen?“

„Ich weiß nicht“, sagte Draco unschuldig. „Ihr ein paar Bilder gezeigt, ein paar Schokofrösche mit ihr geteilt, ein kleines Lied gesungen... nichts besonderes.“

„Lied?“

„Lied“, bestätigte Draco gerade als der Rest der Klasse hereinkam.

Mary Sue tauchte kurz darauf in sehr schlechter Stimmung auf. Sie hatte endlich ihre Versuche, sich das Haar umzufärben, aufgegeben und Mr Filch hatte die Ehre gehabt, es an diesem Morgen abzurasieren. Er hatte natürlich seine Meinung ausgesprochen, daß ihr das Schicksal das nur angetan hatte um sie dafür zu betrafen, daß sie eine arme unschuldige Katze schlecht behandelt hatte, was ihre Stimmung nicht gerade verbessert hatte. Nun stand sie wieder ihrer am wenigsten geliebten Klasse gegenüber.

„Guten Morgen, Kinder. Bevor wir zu arbeiten anfangen: Ich habe meine Büroschlüssel verloren und ich denke, daß es während eurer letzten Stunde geschehen ist. Hat sie jemand gesehen?“

Niemand antwortete.

„Nun, wenn ihr irgendwo einen Schlüsselbund findet, seid bitte so nett und bringt sie mir sofort.“

„Heißt das, daß Sie nicht mehr in Ihr Büro können, Mary Sue?“, fragte Lavender erschrocken.

„Oh nein, Liebes! Ich habe einen Ersatzschlüsselbund, also ist es nicht ganz so schlimm, aber ich hätte gerne auch die eigentlichen Schlüssel zurück.“ Mary Sue lächelte Lavender an. „Nun, wer möchte mir seine Hausaufgaben geben?“

Vier eifrige Hände schossen in die Luft. Mary Sue sammelte die Aufsätze von Lavender, Parvati, Pansy und Millicent ein und starrte dann den Rest der Klasse an.

„Und was ist mit euch anderen? Warum habt ihr eure Hausaufgaben nicht gemacht?”

“Oh, ich habe sie gemacht, Professor”, sagte Neville zur allgemeinen Überraschung. “Ich möchte sie nur nicht abgeben.”

“In Ordnung, gebt alle eure Hausaufgaben ab”, knurrte Mary Sue. Neville's Hausaufgaben waren natürlich nicht schön genug, ebenso wie Deans und Seamus’. Der Rest der Klasse gab gar nichts ab.

“Haben Sie schon daran gedacht, Ihre Hausaufgaben selbst zu machen, Malfoy?”, fauchte Mary Sue, als Draco wieder seinen fehlenden Hauselfen als Entschuldigung angab.

„Nein“, antwortete Draco ruhig.

“Ich hab’s einfach vergessen”, meinte Ron, als Mary Sue sich an ihn wandte. “Nun, versuch dich das nächste Mal daran zu erinnern, denn dein Minuspunktekonto wächst ständig. Ja, Snape, ich weiß, daß du Tränkehausaufgaben nicht machst, aber du hast dir jetzt eine zusätzliche Hausaufgabe eingehandelt.“

„Kein Problem, ich mache sie einfach nicht“, bemerkte Severus.

„Wenn du sie nicht machst melde ich dich beim Direktor. Ich denke, daß Professor Dumbledore von dir erwartet, Zaubertränkebrauen zu lernen, ob du willst oder nicht.”

“Der gute alte Albus. Ich war über eine Woche lang nicht mehr in seinem Büro. Ich frage mich ob er mich vermisst."

Mary Sue beschloß nicht auf diese verrückte Bemerkung zu reagieren und wandte ihre Aufmerksamkeit stattdessen Harry zu.

“Ich bin sicher, daß ich sie gemacht habe, aber ich kann sie jetzt nicht finden. Vielleicht hat Severus’ Igel sie gegessen?”

Mary Sue starrte Greenie an. Greenie schniefte Mary Sue an. Er mochte den Geruch dieser Frau immer noch nicht. So furchtbar wie der Raum, in dem er die Schaben nicht hatte essen dürfen. Der kleine grüne Igel drehte sich um und ging zum anderen Ende des Tisches, um etrwas frische Luft zu schnappen.

“Kannst du dir nicht wenigstens eine plausiblere Lüge einfallen lassen?”, fragte Mary Sue Harry.

“Äh… nein?”

“Granger, was ist mit deiner?”

“Meiner was?”

“Deiner Hausaufgabe, warum hast du sie nicht gemacht?”

“Oh, das! Zu beschäftigt, wissen Sie.“

„Crabbe?" ”Es ist immer noch zu kompliziert. Ich verstehe nichts.”

“Dann laß dir von einem älteren Schüler helfen. Ich habe nicht die Zeit, euch Idioten Nachhilfestunden zu geben. Goyle, was ist deine Ausrede?”

“Äh... erm... brauche ich eine? Ich habe sie nicht gemacht, das ist alles.“

Mary Sue ging zu ihrer Tafel um ihre Liste auf den neuesten Stand zu bringen.

“Nun, Mr Snape ist bisher der einzige, der mehr Hausaufgaben machen muß, aber Malfoy und Granger kommen sehr nahe, und einige weitere sind nicht weit zurück“, schloß sie. „Sie haben eine Woche um die Hausaufgaben zu bringen. Wenn Sie es nicht tun, werde ich Sie beim Direktor melden. Dasselbe geschieht jedem anderen der 10 Punkte erreicht.”

Severus grinste und zuckte mit den Schultern, hatte Mary Sue noch nicht gemerkt, daß er keine Angst vor Dumbledore hatte? Severus freute sich wirklich auf die Strafe. Er wollte Albus’ Gesicht sehen. ’Ich wünschte, ich könnte dabei sein, wenn sie es ihm sagt.’

“Da es in letzter Zeit zu viele Unfälle mit dem Schlaftrank im Unterricht gab, habe ich beschlossen, daß wir heute stattdessen das Gegenmittel brauen. Ihr könnt das Rezept im Buch auf Seite 369 finden. Ihr werdet bemerken, daß wir die letzte Zutat, die dort aufgeführt ist, nicht haben. Ich werde euch später einen Ersatz dafür geben, wenn ihr alle anderen Zutaten richtig gemischt habt.“

Wieder fing die Stunde gut an, und Mary Sue fing an sich zu entspannen. Sie wagte es aber nicht, damit anzufangen, Hausaufgaben zu kontrollieren, und ging stattdessen im Zimmer auf und ab, um die Schüler im Auge zu behalten.

Auf einmal kreischte Pansy. Mary Sue rannte hinüber, weil sie erwartete, wieder einen schmelzenden Kessel zu sehen. Stattdessen sah sie, daß Pansys und Hermines Trank die Farbe gewechselt hatte und leicht grünlichen Rauch abgab. Ein leichert Wirbelwind stieg aus dem Kessel auf.

Als Mary Sue sich näherte, stieß Hermine“ versehentlich“ an den Kessel, und schickte den Wirbelwind in ihre Richtung. Mary Sue kreischte als er das Tuch von ihrem kahlen Kopf riß die Klasse brüllte vor Lachen.

„Oh nein!“, keuchte Pansy. „Was ist mit Ihren Haaren geschehen?“

Mary Sue hob das Tuch und die Reste ihrer Würde vom Boden auf und sandte einen mörderischen Blick in die Richtung von Draco und Ron.

„Eure grüne Farbe ist nicht rausgegangen, also musste ich sie abrasieren. Geht jetzt bitte wieder an die Arbeit. Granger, Pansy, fangt neu an! Und macht schnell. Ich gehe die letzte Zutat holen.“

Severus folgte Mary Sue in ihr Büro und sah zu wie sie versuchte, ihr Tuch wieder festzubinden. Ihre nervös zitternden Finger machten es schwer, und sie musste neu anfangen.

"Professor?" Mary Sue wirbelte herum. Sie hatte nicht einmal bemerkt, daß er ihr gefolgt war.

“Was willst du?”, schnappte sie.

“Harry hat mich nach der letzten Zutat geschicht. Er sagt wir sind fast fertig.”

Mary Sue nahm einen Behälter von ihrem Tisch und drückte ihn Severus in die Hände.

“Da, gib jedem Paar zwei davon als letzte Zutat”, fauchte sie, bevor sie ihn aus ihrem Büro scheuchte.

Severus ging gehorsam hinaus und kehrte an Harrys Seite zurück. Harry sah den Behälter neugierig an.

„Was ist das?“

„Unsere letzte Zutat.“

Harry sah in das Gefäß. Was es auch war, es sah aus wie dicke, runde, blaue Wurzeln.

Severus nahm sie eine nach der andern heraus und schnitt kleine Löcher hinein, in die er schnell einen Feuerkrascher steckte. Nach einem weiteren triumphierenden Grinsen zu Harry fing er seine Runde durch das Zimmer an, wobei er jedem Paar zwei blaue Zeitbomben gab.

Bumm!

Die erste Explosion rief Mary Sue aus ihrem Büro. Sie rannte heraus und sah, daß Harrys und Severus’ Tisch und das Gebiet darum herum mit dunkelblauen Tupfen bedeckt war.

Bevor sie etwas dagegen tun konnte, explodierte der nächste Trank. Und dann noch einer... und noch einer und ... Weniger als eine Minute später stand Mary Sue mit offenem Mund da und starrte in ihr blau getupftes Klassenzimmer und auf blaugetupfte Schüler.

„Sollte das wirklich passieren, Professor Blackwell?", fragte Draco. "Das sieht mir nicht gerade sicher genug aus um es im Unterricht zu machen.”

Mary Sue wandte sich ihm mit noch immer offenem Mund zu. Sie schloß ihn.

Bumm machte Hermines und Pansys Kessel hinter ihr, und bespritzte sie mit blauem Trank.

“Die Klasse ist entlassen”, war alle was Mary Sue noch zu sagen einfiel.

Die Schüler stellten ihr Glück natürlich nicht auf die Probe. Sie packten ihre Taschen und rannten. Zumindest hatten sie eine Chance, sich vor der nächsten Stunde umzuziehen.



Da Mr Filch wieder einmal nicht zu finden war, musste Mary Sue sich einen Eimer und einen Besen holen und selbst damit anfangen, ihr Klassenzimmer zu reinigen, sobald sie mit dem Vormittagsunterricht fertig war. Sie hatte kurz überlegt ob sie es lassen sollte wie es war, um Filch später saubermachen zu lassen, aber sie fürchtete, daß die blauen Flecken nicht mehr leicht abzuwachsen waren, wenn sie erst einmal eintrockneten.

Ihr fiel der Schrecken ein, der ihren Haaren widerfahren war, und sie machte sich an die Arbeit.

Die Flecken auf den Möbeln gingen leicht weg, aber die auf den Wänden blieben. Mary Sue seufzte. Sie würde das ganze Zimmer wieder streichen müssen.

’Ich kann nicht einfach dreimal die Woche das Klassenzimmer neu streichen”, dachte sie als sie in ihr Zimmer zurückkehrte, um sich einen Augenblick lang hinzulegen und auszuruhen. “Es muß eine Weg geben, Tränkeunterricht zu erteilen ohne jedesmal das Zimmer zu zerstören.”

Sie warf einen Blick auf die Uhr. Nicht viel Zeit bis zum Mittagessen, und sie musste ihre Schminke neu auftragen, bevor sie sich in der Großen Halle zeigen konnte. Mary Sue warf einen sehnsüchtigen Blick in die Richtung ihres Bettes... hatte sie gerade etwas Schwarzes über ihre Decke huschen sehen? Nein, sie musste sich irren... und ging ins Badezimmer.

Sie prüfte ihr Gesicht im Spiegel, nahm ihre Schminke und...

"AAAAAAAHHHHHHHHHH!" Mary Sue fiel in Ohnmacht.

Die Küchenschabe, die gerade im Badezimmer nach passenden Ritzen gesucht hatte in denen sie sich wie zu Hause fühlen konnte, hatte auf einmal ein Geräusch von draußen gehört. Es war schön, sich wieder zu bewegen. Die Kiste war viel zu kein und zu überfüllt gewesen für ihren Geschmack, und sie hasste es, die Chance aufzugeben, herumzulaufen. Es war auch ein schöner Ort. Hier gab es so viele Dinge zu erforschen! Sie glaubte, sie könnte ihre neue Heimat mögen. Aber dann waren die Geräusche näher gekommen. Etwas Großes war ins Zimmer gekommen, große Dinge waren schlecht, und die Küschenschabe hatte sich unter einem günstig gelegenen Gegenstand versteckt. Das große Ding war ganz nahe an ihrem Versteck stehengeblieben, und sie war dankbar für die Deckung gewesen.

Und dann war diese Deckung auf einmal bewegt und von ihr weggehoben wurden! Die Küchenschabe sah auf und...

'AAAAAAHHHHHHHH!', dachte sie, als sie das riesige Ungeheuer sah.

Sie rannte so schnell ihre vielen Beine sie tragen konnten aus dem Zimmer.

Draco wartete in der Nähe des Eingangs in die Große Halle, den die Gryffindors meistens benutzten. Ginny kam heute zu spät zum Frühstück. Nun, ihre Brüder auch, und er konnte sich vorstellen warum, aber er wurde ungeduldig.

Die Slytherins warfen ihm schnelle Blicke zu, dann sahen sie zu Severus, der scheinbar unbesorgt sein Frühstück aß. Was war los? Hatten sie sich gestritten? Niemand wagte es, Severus danach zu fragen, und Draco war im Augenblick nicht in Reichweite. Zumindest war keiner von ihnen neugierig genug um auf die Gryffindorseite des Zimmers zu gehen.

Endlich kam Ginny von ihren Brüdern und Harry begleitet an. Draco zuckte zusammen, nicht der sicherste Augenblick um sich ihr zu nähern, aber er wollte es jetzt tun. Sie würde denken, er hätte sie vergessen, wenn er es nicht tat.

"Ginny?" ”Guten Morgen, Draco!”, rief Ginny fröhlich.

Ihre Familie und Freunde sahen ihn mit sehr saurem Gesicht an, Draco beschloß sie zu ignorieren. Schließlich war er nicht mit schlechten Absichten gekommen, selbst Gryffindors würden das einsehen müssen... oder?

Draco zog das kleine Päckchen aus der Tasche und zauberte schnell einen Strauß roter Rosen aus seinem Zauberstab. Es sah leicht aus wie er es machte. Niemand hätte vermutet, daß Severus gestern abend und die Nacht über Stunden damit verbracht hatte, ihm den Spruch beizubringen.

„Ich wollte dir nur alles Gute zum Geburtstag sagen“, sagte er, wobei er Ginny sein Geschenk hinhielt.

Ginny wurde tiefrot.

„Oh Draco! Wie lieb von dir! Ich hatte keine Ahnung, dass du es überhaupt weißt. Oh, was für schöne Blumen!“, rief Ginny.

Das war so romantisch. Wie konnte sie ihm danken? Ginny folgte einfach ihrem ersten Gefühl. Sie warf ihre Arme um Draco und küsste ihn. Draco fühlte plötzlich Ginnys Lippen auf den seinen, oh Wow! Einen Augenblick lang war er zu durcheinander um zu reagieren. Dann legte er sanft seine Arme um sie und küsst sie zurück.

Überall in der Großen Halle klappten Münder auf. Ein Malfoy und eine Weasley?

Die Fünftklässler der Slytherins fingen an zu jubeln, und bald applaudierte der ganze Slytherintisch. Die Gryffindors aber sahen mordlüstern aus. Harry Potter hielt Ron Weasley mit sichtbarer Anstrengung zurück.

“Nimm die Hände von meiner Schwester!”, schrie Ron, der gegen Harrys Griff ankämpfte.

Hermine rannte herüber um Harry zu helfen, ihn festzuhalten.

“Ron, es sieht mir aus als hätte Ginny Malfoy geküsst, nicht anders herum”, versuchte Harry es Ron zu erklären. “Sie hätte es sicher nicht gerne, wenn du ihren Freund zusammenschlägst weil er sie küsst.”

“Freund?! Ich bring ihn um!” brüllte Ron.

Aber mit gesammelten Kräften schafften Hermine, Harry und die Zwillinge es, ihn weg zu zerren und ihn dazu zu bringen, sich zu setzen.

Die Slytherins jubelten noch lauter, als Draco an ihren Tisch zurückkehrte und sich neben Severus setzte um zu frühstücken.

Greenie sah zu ihm auf, als er sich setzte.

„Sniff!“ ‚Oh, da bist du. Kann ich bitte meine Cornflakes haben? Ich habe Hunger.’

„Was, bin ich jetzt für dein Frühstück zuständig?“, fragte Draco den kleinen grünen Igel. "Sniff!" 'Ja, bist du, jetzt beeil dich bitte.' Severus grinste ihn an,

“Meine Tiere lieben dich einfach. Du solltest stolz sein, sie reden nicht mit jedem, weißt du.“

„Nur mit all den Leuten die sie füttern?“, vermutete Draco.

„Nein, Corvus ist eigentlich ein sehr reservierter Vogel.“

„Aber Greenie nicht.“

„Nicht was? Ein Vogel? Das hoffe ich”, sagte Severus, der gegen Gelächter ankämpfte. „Das mit Ginny hast du übrigens gut gemacht. Das Mädchen betet dich mittlerweile richtiggehend an.“

„Nun, ihre Brüder nicht, und die ganze Schule weiß es jetzt. Denkst du es gibt Probleme?”

“Dein Vater wird es herausfinden, denkst du er findet eine Weasley gut?“

„Sie sind Reinblüter. Andererseits denkt er, daß ich die Tochter eines reichen Todessers heiraten soll.“

„Vielleicht solltest du ihm einen Brief schreiben“, grinste Severus. „Sag ihm, daß dich Pansy für Blaise verlassen hat und du jetzt in Hermine verliebt bist.“

„Hermine? An Hermine bin ich gar nicht interessiert. Sie ist eine Schlammblüterin. Vater würde mich umbringen”, widersprach Draco. ”Genau. Denk nur wie erleichtert er sein wird, wenn er erfährt, dass du deine Meinung geändert hast und stattdessen eine Weasley genommen hast.”

“Ich weiß nicht. Das ist ziemlich hinterhältig.”

“Draco?”

“Ja?”

„Wir sind Slytherins. Wir sollen hinterhältig sein.”

Draco seufzte. Ihm war gar nicht danach, nach Hause zu schreiben, aber wenn es wirklich die Meinung seines Vaters über Ginny ändern könnte, musste er es versuchen.

Albus Dumbledore war überrascht zu sehen, daß Mary Sue vor seinem Büro auf ihn wartete. Sie war ihm seit dem katastrophalen Zwischenfall mit dem Wasserleck im Slytheringemeinschaftsraum aus dem Weg gegangen.

Albus war nicht ganz sicher was er von einer Lehrerein halten sollte, die nicht daran denken konnte, einen einfachen Spruch wie Reparo zu benutzen, um ein Wasserleck zu reparieren. Andererseits war es nicht an ihm, die Leute zu verurteilen, und er hatte diese besondere Lehrerin nicht wegen ihrer Intelligenz ausgesucht. Er hatte nur jemanden gebraucht, der Zaubertränke unterrichtete, bis Severus alt genug war, um seine Arbeit wieder aufzunehmen, mit andere Worten: er würde sich 3 Jahre lang mit Mary Sue abfinden müssen.

„Mary Sue! Wie schön Sie zu sehen.“ Er lächelte ihr entgegen.

Nur sehr wenige Menschen, die ihn viele Jahre lang gekannt hatten, hätten sagen könne, daß es gespielt war.

„Direktor, ich muß mit Ihnen sprechen.“

„Ah ja, kommen Sie rein.“ Albus winkte sie in sein Büro und ließ sie sich setzen. „Was kann ich für Sie tun?“

„Es geht um die 5. Klasse aus Slytherin und Gryffindor." “Ja, das ist eine sehr schwierige Klasse, aber ich denke, ich habe sie von Anfang an gewarnt.“

„Sie haben mich davor gewarnt, daß sie nicht miteinaner auskommen, aber ich hatte keine Ahnung, dass sie so unfähig und faul sind.“

„Unfähig und faul? Ich nehme an, daß Sie Mr Longbottoms zahlreiche Unfälle meinen?“

“Longbottom? Longbottom ist unverschämt und macht gerne absichtlich alles falsch, das habe ich bemerkt, aber ich werde zweifellos mit ihm fertig.”

Neville Longbottom war unverschämt? Albus erinnerte sich an die Berichte verschiedener Lehrer, daß sich Neville in der letzten Woche gebessert hatte und nicht mehr so schüchtern war. Albus nahm an, daß der Junge verliebt war. Eine Freundin zu haben konnte das Ego eines schüchternen Jungen ziemlich stärken. Aber unverschämt?

„Nein, ich habe Probleme damit, daß sich Schüler weigern, ihre Hausaufgaben zu machen. Sie denken sich die lächerlichsten Entschuldigungen aus und manche machen sich nicht einmal die Mühe einer Entschuldigung. Durch ihr fehlendes Interesse am Fach sind sie den anderen Klassen weit hinterher, und keine Stunde vergeht ohne mehrere Unfälle. Früher oder später wird jemand ernsthaft verletzt werden. Es ist ein Wunder, daß es noch nicht geschehen ist.”

“Was erwarten Sie von mir?”

“Nun, ich habe sie gewarnt, ich habe ihnen gedroht und ich habe ihnen Strafarbeiten gegeben, aber nichts hilft. Daher habe ich beschlossen, dass sich die Schüler, die ihre Strafarbeiten am Ende der Woche nicht abliefern, sich vor Ihnen verantworten müssen.“

„Ah, und so ein Fall ist geschehen?“ “Ja. Mr. Snape weigert sich, überhaupt seine Hausaufgaben zu machen. Er sagt Tränke sind langweilig und er sieht nicht ein wofür er sie später im Leben brauchen sollte. Er hat nicht einmal die leiseste Ahnung von den einfachsten Tränken, und alles was er anfasst endet in einer Explosion. Ich habe keine Ahnung wie der Junge die 5. Klasse erreichen konnte, ohne irgend etwas zu lernen. Er könnte mit dem Wissen das er hat nicht einmal die Prüfungen der ersten Klasse bestehen.“ Albus Dumbledore lachte.. Mary Sue starrte ihn an.

“Direktor?”

Albus versuchte zu sprechen, aber er lachte so sehr, daß er kein Wort herausbrachte, Tränen liefen ihm über die Wangen,

Mary Sue beobachtete es eine Weile und fragte sich, ob sie Madam Pomfrey holen sollte.

“Mary Sue”, brachte Albus endlich heraus. “Sie wurden reingelegt.”

“Was?”

“Severus Snape weiß mehr über Tränke als jeder ander in diesem Schloß, Sie und ich eingeschlossen.”

“Oh wirklich? Das Kind mit dem grünen Igel?”

“Ja, das Kind mit dem grünen Igel. Er spielt gerne Streiche, hat absolut keinen Respekt, und er stiehlt, aber abgesehen von Verwandlungen ist er in jedem Fach ein hervorragender Schüler. Ich bin sicher, daß er Ihnen einige Dinge über Zaubertränke beibringen könnte, die Sie nie gehört haben. Und wenn er will, daß etwas explodiert, dann tut es das auch.“

Mary Sue sah sehr zweifelnd aus. Albus lächelte.

„Nun gut, ich werde mit ihm über die Tränkehausaufgaben reden, aber ich bezweifle, daß er beeindruckt sein wird. Soll ich noch mit jemandem reden?“ ”Im Augenblick nicht, aber Malfoy und Granger haben nur noch zwei Tage Zeit, um diese Hausaufgaben zu bringen, und ich bezweifle, daß einer der beiden faulen kleinen Flegel es tun wird.

"Granger? Hermine Granger?" ”Ja, Granger. Sie behauptet, daß ihr Gesellschaftsleben ihr nicht genug Zeit gibt um ihre Hausaufgaben zu machen.”

Jetzt bekam Albus Dumbledore noch einen Lachanfall. Mary Sue betrachtete ihn einen Augenblick lang, dann beschloß sie zu gehen. Gut, daß sie sich nur bis zum Jahresende verpflichtet hatte. Sie konnte es kaum erwarten, aus diesem Irrenhaus zu kommen und wieder in ihre schöne kleine Mädchenschule in Australien zu gehen, wo es eine vernünftige Direktorin und nette, respektvolle Schüler gab.

Gleich nach der letzten Stunde des Tages rief Albus Severus in sein Büro.

„Äh... bin ich wegen Blaise hier?”, fragte Severus als er herein kam.

"Blaise? Blaise Zabini? Nein. Warum? Was hast du mir ihm gemacht?“, fragte Albus interessiert.

„Nichts.“ Als er den Blick auf Albus’ Gesicht sah, fügte er hinzu: „Nun, ich denke, ich hab ihm vielleicht die Nase gebrochen. Er ging nach der Mittagspause zu Poppy. Und ich habe ihn seitdem nicht mehr gesehen.“

„In dem Fall schlage ich vor, daß du nach unserer kleinen Unterhaltung zum Krankenflügel gehst und dich entschuldigst“, bemerkte Dumbledore.

„Ganz sicher nicht. Es tut mir nicht leid, und ich werde auch nicht so tun als ob.“

"Severus ..." ”Er hat versucht mich auszutricken indem er Dracos Hausaufgaben gestohlen hat, nur damit mich alle hassen. Mir tut nichts leid was ihm passiert”, grinste Severus. “Ich kann selbst dafür sorgen, dass mich die Leute hassen. Ich brauche keine Hilfe dabei.“

Albus seufzte. Die Situation in Slytherin hatte sich aber beruhigt. Es schien, als hätten sie ihre Rangordnung neu aufgestellt. Es gab noch immer gelegentliche Prügeleien, aber es sah aus als würden sie Severus allgemein akzeptieren. Draco Malfoy hatte sich doch als gute Wahl als Freund für Severus herausgestellt.

“Nun, Blaise ist nicht der Grund aus dem ich dich heute hergerufen habe. Sonst noch Vorschläge?” Dumbledore lächelte.

So würde er vielleicht ein paar interessante Informarionen über Severus’ Aktivitäten während der letzten Tage bekommen, Severus aber hatte es jetzt erraten.

“Mary Sue mag mich nicht?”

“Nein gar nicht.”

“Gut, ich mag sie auch nicht.”

“Severus, sie nimmt dir nicht den Job weg. Sie ist nicht einmal gut genug um das zu tun.”

“Das habe ich bemerkt”, sagte Severus trocken.

„Sie ist ein zeitweiliger Ersatz. Sobald du die Schule abschließt bekommst du deinen Job zurück. Und mir ist egal was danach mit ihr passiert, aber jetzt brauchen wir sie, also zeig bitte etwas Respekt und versuche deine Mitschüler dazu zu überreden, ihre Hausaufgaben zu machen.“

„Sie zeigt auch keinen Respekt. Sie hat Vorurteile, ist unfreundlich und zu streng.”

“Ich scheine mich an einen anderen Lehrer zu erinnern, von dem sie das gesagt haben.”

“Sie hat mein Klassenzimmer und Büro rosa gestrichen, Albus. ROSA! Selbst die Gryffindors waren erschrocken, als sie das gesehen haben. Der einzige Trank den sie wirklich beherrscht ist Parfüm. In ihrer Nähe kann man nicht atmen.”

“Das habe ich auch gemerkt, aber sie hat das Recht so viel Parfüm zu tragen wie sie will. Es ist nur eine Frage von persönlichem Geschmack.” ”Geschmack? Sie hat kar keinen Geschmack. Ehrlich! Hast du gesehen was sie mit meinem Kerker getan hat? Es ist furchtbar. Sie hat sogar angefangen die Schlafsäle der Mädchen zu streichen. Susan sagt sie hat ihren Schlafsaal rosa mit weißen Kaninchen gestrichen. Kaninchen, Albus! Die armen Mädchen bekommen Alpträume.“

„Nun komm schon! Wer hätte Alpträume von süßen kleine weißen Kaninchen?“ “Jeder wahre Slytherin. Wir sind keine netten Leute, Albus. Und wir mögen keine schönen flauschigen Kaninchen in unseren Zimmern. Schlangen oder Drachen oder Panther sind in Ordnung, aber keine Kaninchen.“

„Ich habe gehört, daß den Mädchen Mary Sues Dekorationen sehr gefallen.“

„Ja, denselben Mädchen, die ihre Kriegsbemalung nachmachen, ihre Hausaufgaben machen und im Unterricht alles tun können was sie wollen ohne bestraft zu werden. Sie haben völlig den Verstand verloren. Sie hat ihnen eine Gehirnwäsche verpasst.“

„Vielleicht brauchen sie nur eine Muttergestalt?“, schlug Dumbledore vor. „Viele Slytherins scheinen vernachlässigte Kinder zu sein, die ein führende Hand brauchen. Vielleicht hat dein Haus immer die Führung einer Frau gebraucht.“

„Fast alle wurden auf die eine oder andere Art vernachlässigt, aber Mary Sue ist sicher nicht was sie brauchen. Geben Sie uns jemanden wie Minerva oder Poppy... vielleicht sogar Sprout als Mutterfigur, und es geht vielleicht, aber Mary Sue ist zu viel Farbe mit zu wenig Gehirn. - Die Hufflepuffs mögen sie aber vielleicht.“

"Severus, Mary Sue war alles was ich bekommen konnte. Niemand der bei Verstand ist will den Job, dir Tränke beizubringen. Sie denken, daß du es ihnen zeigen würdest, und ich konnte es nicht weiterhin selbst machen. Nicht drei Jahre lang. Ich bin so schon überarbeitet. Also sei bitte nett zu Mary Sue.“

„Tut mir leid Albus, das geht nicht. Ich kann sie nicht ausstehen, bitte nimm jemand anders, egal wen. Ich hätte lieber Lucius Malfoy als Lehrer als sie”, bettelte Severus.

“Lucius? Nun, in Ordnung, ich frage Lucius. Ich kann mir aber nicht vorstellen warum er unterichten sollte.“

„Danke!“ Und damit verließ Severus Albus Dumbledores Büro ungestraft.


Kapitel 15

Kapitel 17

 

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