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Kapitel 3: Die Welt auf unseren Schultern

 

Ich trockne mir die Augen und nehme mich mit Hilfe einiger Zitronenbonbons zusammen. Severus´ Verletztheit scheint immer noch in der Luft zu vibrieren, wie eine vergiftende Aura. Was sonst soll man auch über diesen Mann sagen, der solch ein Auftreten besitzt.
Ich erhebe mich müde und mache mich auf den Weg zu meinen Privaträumen. Ich spritze mir kaltes Wasser ins Gesicht und auf die Hände, als ich das erste Widerhallen von Musik auf den Treppen, die zu den hinteren Korridoren des Schlosses führen, erschallt. Es klingt wie eine Art Muggelrock. Nach einigen Momenten erkenne ich die unverwechselbaren Töne von Elvis Presley.
Ich kehre in mein Büro zurück und nur eine kleine, im allgemeinen nicht bemerkbare Tür in der Wand nahe meines Schreibtisch öffnet sich und eine Hauselfe, die einen langen schwarzen Anzug und eine weiße Schürze trägt, kommt herein. Sie trägt einen übergroßen Staublappen in einer Hand und in der anderen einen Muggelrekorder. Aus dem Rekorder tönt Elvis Presley über Jagdhunde, die in den Kammern bellen. Als sie mich erblickt, macht sie sofort die Musik aus und macht den entschuldigenden Ansatz einer Verbeugung.
“Master Albus, ich hatte nicht erwartet, Sie hier zu sehen. Ich werde später wiederkommen.”
“Das ist schon okay, Iris, schon okay.” Ich hebe meine Hände um die Elfe zu beruhigen, die hastig ihren Rekorder aufsammelt – ein Geschenk zum letzten Weihnachten und eines der wenigen Teile Muggeltechnik, die innerhalb von Hogwarts funktionieren.
“Sind Sie sicher, Master Albus?”, fragt sie zweifelnd. “Iris muss noch das Putzen beenden.”
“Tu, was immer du tun musst, Iris. Ich werde dir nicht im Weg stehen.”
“Sie sind niemals im Weg, Master Albus”, protestiert sie, während sie zu Fawkes hinüber läuft und eine Süßigkeit (mit hoch konzentrierter Pfefferminze) aus ihrer Tasche hervorholt. Fawkes zwitschert grüßend und geht zum Rand meines Schreibtisches, um es ihr aus der Hand zunehmen.
“Ich dachte, du würdest dir heute frei nehmen, Iris.” Ich gehe zum Fenster hinüber und starre mit leerem Blick auf das Quidditchfeld.
“Heute frei nehmen. Master Albus!” Iris ist sichtlich schockiert. Obwohl sie, genau wie Dobby, ein freier Hauself ist, hat sie ihren hauselfischen Sinn für Pflicht nicht verloren. Sie kümmert sich nun schon seit einigen Jahren um mein Büro und meine privaten Räume, genauso wie sie mir bei einigen Experimenten hilft. Wegen ihrer Leidenschaft für Muggelmusik in allen Sorten liebt es Iris mit Ausrüstungen herum zu spielen, egal ob magisch oder nicht. Es hilft mir sehr, eine Elfe zur Verfügung zu haben.
“Ich hätte es besser wissen sollen. Vergib mir.”
“Ja, Sie hätten es besser wissen sollen, Master Albus”, stimmt sie zu, während sie auf meinen Stuhl klettert, um meinen Schreibtisch zu entstauben.
“Bist du mit diesem Teil und den Dingen, die ich dir hinaus gelegt habe, fertig?” Die Antwort interessiert mich nicht wirklich, aber ich muss jetzt einfach mit irgendwem reden.
“Ja, Master Albus, Iris hat die Teile zusammengesetzt, die der ungezogene Mr. Potter zerbrochen hat.”
Fawkes kreischt mürrisch, als er das hört. Doch anders als Severus wird Iris nicht von dem Phönix erschreckt. Sie lächelt ihn an und fährt fort. “Werd nicht böse mit Iris, Fawksie. Iris weiß, dass Harry Potter ein guter Junge ist.” Verspielt streichelt sie Fawkes mit ihrem Staubwedel unter seinem Schnabel. “Er hat nur sehr viel Temperament, das ist alles.”
Fawkes entscheidet sich dafür, dies zu akzeptieren und ohne weiteren Aufruhr fliegt er zurück zu seiner Stange.
Zu meiner Überraschung hört Iris mit dem Saubermachen auf und klettert von meinem Stuhl. Sie nähert sich mir mit unentschlossenem Blick.
“Ja, Iris?” Was immer sie mir sagen will, es kann nicht so schlimm sein, wie meine letzte Unterhaltung.
“Master Albus”, sie hält inne und ist sich mit Sicherheit nicht klar darüber, ob sie fortfahren soll.
“Fahr fort, Iris. Sag, was immer du zu sagen wünschst.”
“Master Albus”, sie atmet tief durch, “Harry Potter ist ein guter Junge, doch es war auch SEHR böse von ihm, Sie anzuschreien und Ihre schönen Dinge kaputtzumachen. Darin stimmen wir alle überein.”
“Alle, Iris?” Es scheint so, als sei die Angelegenheit in meinem Büro bekannter, als ich es befürchtet hatte.
“Alle von uns Hauselfen. Selbst Dobby stimmt dem zu!”
Nun, das IST etwas..
“Ich schätze es sehr, dass du mir das sagst, Iris.”
“Wir haben alle darüber nachgedacht, als wir das Abschiedsfest vorbereitet haben”, fährt Iris fort, “und wir haben entschieden, dass Master Albus irgend etwas deswegen machen sollte.”
“Professor Snape würde euch wahrscheinlich zustimmen”, sage ich.
“Iris weiß davon nichts, Master Albus”, sagt die Elfe, sich sichtlich unwohl dabei fühlend, wenn sie daran denkt, man könnte annehmen, sie stehe mit Snape in Verbindung, “doch wir denken zu wissen, was Sie tun sollten.”
//Das muss ich hören.//
Tom, ich wusste gar nicht, dass du Sinn für Humor hast.//
“Und das wäre, Iris?”
“Nun”, Iris schürzt ihre Lippen, “es gibt drei Dinge, die Master Albus mit dem ungezogenen Harry Potter tun sollte.”
“Ich bin sehr daran interessiert, welche es sind.” Und das bin ich wirklich.
“Erstens, Master Albus muss Harry Potter dazu bringen, mehr zu essen. Harry Potter ist viel zu dünn. Da ist es kein Wunder, dass er griesgrämig ist. Master Albus muss ihm sagen, dass die Hauselfen gutes Essen machen und dann wird Harry Potter es essen. Am besten bei jeder Mahlzeit zwei Portionen.”
Oh, ich wusste nicht, dass Molly Weasley Verwandte bei den Hauselfen hat.
“Weiter, Iris”, sage ich.
“Zweitens muss Master Albus Harry Potter dazu bringen, viel Milch zu trinken.”
Exzellentes Geschöpf. “Warme Milch, nehme ich an, Iris?”
“Richtig Master Albus. Das ist gut, um Harry Potters Magen zu beruhigen.“
“Warum braucht er das, Iris?” Plötzlich wird es doch ernster, als ich erwartet hatte.
“Dobby sagt, Harry Potter macht sich selbst für alles verantwortlich. Dobby sagt, dass Harry Potter denkt, er tut all seinen Freunden weh. Das ist für jedermanns Magen schlecht.”
“Ist das so, Iris?”
Freundlicher, lieber Dobby. Ich wusste nicht, dass er soviel sieht. Und ich hatte den Nerv über Sirius´ Verhalten gegenüber Hauselfen zu reden!
“Ja, Master Albus.”
“Und drittens?”
“Master Albus muss Harry Potter dazu bringen, jeden Nachmittag ein Schläfchen zu halten”, sagt Iris fest.
“Ein Schläfchen?” Irgendwie stört mich dieser Vorschlag mehr als der davor.
“Ja, ein Schläfchen.” Plötzlich sieht Iris sehr traurig aus. Sie kommt zu mir und ihre Stimme wird sanft, als sie mir ein Geheimnis verrät. “Dobby sagt, dass Harry Potter nie gut schläft. Dobby sagt, dass Harry Potter selbst wenn er keine Alpträume von IHM hat”, Iris zittert am ganzen Körper, “er weint und stöhnt im Schlaf. Es ist sehr schlimm. Wenn junge Menschen nicht schlafen, werden sie sehr griesgrämig. Iris hat das schon viele Male gesehen.” Sie nickt vielsagend.
Dobby, ich werde dir einen Berg von Socken kaufen. Und ich werde persönlich dafür sorgen, dass KEINE von ihnen gleich aussieht.
“Also”, ich komme zu dem Schluss, dass der Klumpen in meiner Kehle so groß ist, dass ich die Worte hinaus würgen muss, “haben die Hauselfen beschlossen, ein Schläfchen würde helfen.”
“Ja. Wir haben darüber diskutiert, wie lange am Tag. Zuerst haben wir an eine Stunde gedacht. Doch Dobby hat gesagt, dass Master Albus vielleicht festlegt, dass Harry Potter wieder Quidditch spielen kann und wir wollen ihm nicht seine Übungszeit klauen. Also haben wir uns auf eine halbe Stunde Schlaf am Tag geeinigt.”
Wunderbare Geschöpfe. Ich frage mich, ob Hauselfen Dementoren abstoßen können.
“Bitte”, fährt Iris fort, “sagen Sie Dobby nicht, dass ich es Ihnen gesagt habe, Master Albus.”
“Dobby? Warum sollte ich es Dobby sagen?” Intrigen bei Hauselfen?
“Dobby wollte zu Ihnen kommen, doch ich bin mir nicht sicher, wann er den Mut dazu aufbringt. Er wollte Sie fragen, ob er eine Eule an Miss Granger schicken darf.”
“Hermine Granger?” Jetzt wird es kompliziert. “Warum wird Ms. Granger mit einbezogen?”
“Nun, Miss Hermine, sie mag es zu stricken...” Sie hält verlegen inne.
Ich nicke um Iris zu ermutigen. Ich habe von Hermines noblen, aber vielleicht auch falsch angelegten Ambitionen gehört, die Hauselfen Gryffindors durch gestrickte Hüte und Socken zu befreien, wenn diese sie aufheben.
“Dobby denkt, dass Miss Hermine Harry Potter vielleicht eine Decke für seine Schläfchen stricken will. Dann würde sie etwas Nettes zu tun haben.”
Und es würde sie dabei stoppen, die Gryffindor Elfen zu befreien. Ich hätte nie gedacht, dass Hauselfen so hinterhältig sein könnten. Slytherins nehmt euch in Acht.
“Und möchte Dobby Harry immer zu seinem Schläfchen ins Bett bringen?” Ich weiß, ich mache mich darüber lustig, doch Iris hat mich aufgeheitert und ich kann nicht widerstehen.
“Oh nein, Master Albus”, antwortet Iris ernst. “Miss Ginny möchte das tun!”
“Ginny Weasley?”, frage ich langsam.
“Ja, Master Albus”, Iris nickt, “das Weasleymädchen. Sie möchte sehr gerne der andere Weasley an Harry Potters Seite sein. Er hat bereits einen, wie Sie wissen.”
“Ja, das habe ich mitbekommen.”
“Doch sie will so tun, als wolle sie dies nicht sein. Und Harry Potter will sie nicht mehr beachten. Warum sind Menschen nur so dumm, Master Albus?”
Wenn ich das wüsste, wäre ich so weise, wie die Leute denken, dass ich es sei.
“Ich weiß es nicht, Iris.”
“Iris auch nicht. Geht Master Albus zum Mittagessen?”
“Was?” Plötzlich beginnt die Warnung, ich hätte eine wichtige Verabredung vergessen, in meinem Kopf aufzuflammen.
“Das Mittagessen im Garten. Master Albus geht jedes Jahr dorthin.”
Gott. Das Abschiedsmittagessen des Personals. Die Lehrer treffen sich immer im Garten um gemeinsam ein letztes Mahl am Abschiedstag einzunehmen. Bei dem Stress heute morgen, hatte ich das völlig vergessen. Ich hatte kaum noch Zeit, dorthin zu gelangen.
“Ja, ich werde hingehen. Ich gehe jetzt. Kannst du auf Fawkes aufpassen? Er ist immer noch ein wenig verwirrt von seinem Verbrennen.“
“Ich weiß Master Albus. Deshalb habe ich ihm Musik mitgebracht. Es wird ihm helfen, sich besser zu fühlen.” Sie holt ihr Band hervor und stellt es an.
Während ich die Treppen hinab eile, verfolgen mich die Eröffnungsklänge der Musik. Stravinskys “The Firebird Suite”, natürlich.

Ich komme einige Minuten zu spät, weil mich Argus Filch aufgehalten hat, der sich darüber aufgeregt hat, in welchem Zustand die Schüler die Flure hinterlassen haben. Es ist das erste Mal, dass ich zum Essen zu spät komme, doch niemand bemerkt es. Nach diesem seltsamen Jahr scheint dieses kleine Abweichen von der Tradition nicht viel Schaden anzurichten.
Severus hat sich nicht dazu herabgelassen zu erscheinen, was einen Strahl des Bedauerns durch meine Brust jagt. Fast alle anderen sind hier, bis auf Firenze, unser neustes Schulmitglied. Ich denke, er fühlt sich immer noch unwohl, wenn er zu nahe bei den Menschen ist.
Trotz der schlechten Nachrichten Voldemorts Rückkehr betreffend, schienen alle gute Laune zu haben. Das Verschwinden der Wolken, die Umbridge uns brachte, hinterlässt zumindest den Anschein als sei es sonnig. Der liebe, alte Flitwick befindet sich in der einen Ecke des Gartens, während Sybill Trelawney es sich in der anderen bequem gemacht hat. Es freut mich zu sehen, dass Minerva McGonagall schon da ist und sehr stark aussieht. Sie unterhält sich gerade mit Poppy Pomfrey und Professor Sprout.
Ich beeile mich zu meinem Platz neben Minerva McGonagall zu kommen, wobei ich allen zunicke, an denen ich vorbeikomme. Iris hat es geschafft, mich in gute Stimmung zu versetzen, etwas, das ich nach meinem desasterhaften Gespräch mit Severus nie gedacht hätte. Ich sage meinen üblichen Spruch auf und eröffne das Essen, bevor ich mich an Professor McGonagall wende um mit ihr zu sprechen.
Und meine gute Stimmung stürzt ab wie ein schlecht verzauberter Besen.
“Guten Nachmittag, Professor Dumbledore”, grüßt sie mich höflich. Doch als ihr Blick meine Augen trifft, wankt ihr freundlicher Ausdruck gewaltig. Ihre Augen sind klar und stark, doch dunkle Schatten liegen tief in ihnen. Minerva versucht zu tun, als sei sie streng, doch über die Jahre hinweg habe ich gelernt ihre Stimmung zu lesen. Und jetzt ist sie tief verstört. Verstört und besorgt.
“Guten Nachmittag, Professor McGonagall”, antworte ich im selben höflichen Tonfall. Ich nicke kurz um ihr zu verstehen zu geben, dass ich ihre Verstellung bemerkt habe.
Das Lächeln, das sie mir schickt, ist um einiges schwächer, als ich gehofft hatte.
Die Unterhaltung am Ende des Tisches bei Trelawney wankt plötzlich. Ich drehe mich, um zu sehen, dass Severus in den Garten getreten ist, einen Gesichtsausdruck zur Schau tragend, der Wasserspeier zum Wegrennen bringen würde.
//Jetzt scheint es wieder interessant zu werden.//
Severus, bitte tun Sie es nicht.
Er spricht mich nicht an und zieht es vor, den Platz neben der offensichtlich verwirrten Wahrsagelehrerin zu nehmen. Er ißt grimmig, so als wäre es das letzte Essen vor einer Schlacht.
Ich fürchte, dass er es genau so sieht.
Dennoch geht das Mittagessen für die nächsten Stunden gut vonstatten. Minerva schafft es, wieder zu strahlen, besonders nach Gesprächen mit den anderen Lehrern und ich ziehe langsam meine Aufmerksamkeit von Snape, der mich anfunkelt. Die seltsame Präsenz, die sich bewegt hat...
Die Snape erweckt hat...
In meinem Herz ist es still.
Leider ist alles viel zu schnell vorüber. Als das Essen zu einem Ende kommt, steht Snape auf und huscht wie eine große schwarze Fledermaus zu uns.
“Professor McGonagall, Direktor”, sagt er kurz, seine Augen sind dabei kalt wie Eis, “haben Sie beide einen Moment?”
“Einen sehr kurzen, Severus”, sage ich schnell, aber fröhlich, und hoffe entgegen aller Hoffnungen, dass es nicht das ist, was ich denke, dass es das ist.
“Haben Sie schon mit Professor McGonagall über das ... Problem, welches wir heute Morgen diskutiert haben, gesprochen, Direktor?” Snapes Lippen kräuseln sich und der Ausdruck seiner Augen ist teuflisch.
Bitte tun Sie das nicht Severus. Wurden Sie nicht schon genug verletzt?
“Nein, ich hatte noch keine Gelegenheit, Severus”, sage ich resigniert. Ich blinzle zu Minerva, die sehr ängstlich aussieht – sollte sie auch.
“Ich dachte, wir wären alle drei sehr gut damit beraten, es zu diskutieren.” Snapes Stimme ist ruhig, doch das Gefühl eines kalten Feuers, das sich von ihm aus ausbreitet, macht jedem Dementor Ehre.
Ich will diese Idee abweisen, doch ich stoppe mich. Severus ist entschlossen, und er wird es bleiben, bis er sich selbst völlig fertig gemacht hat, oder mich, einen von uns beiden. “Nun gut Severus. Vielleicht sollten wir drei darüber sprechen, wenn Sie es für wichtig halten.”
“Tue ich.” Seine Lippen pressen sich hart zusammen. Ich hatte erwartet, dass die Abwesenheit seines üblichen abfälligen Blickes attraktiv aussieht, doch der Ausdruck wütender Entschlossenheit erfüllt mich mit Widerwillen
Warum sind Sie so entschlossen, sich selbst zu vernichten, Severus?
//Weil er Ihnen die Freude absprechen will, Direktor.//
Tom, ich kann dich wirklich nicht ausstehen.
“Ich würde mich freuen, egal wegen was für einem Thema wir uns treffen, wenn Sie es für wichtig halten”, bietet Minerva mit argwöhnischer Stimme an. Ihr Gesichtsausdruck zeigt, dass sie sich im Klaren darüber ist, dass nichts, was Severus so hart durchzusetzen versucht, etwas Gutes sein kann.
“Sehr gut. Warum dinieren Sie beiden heute Abend nicht mit mir? So gegen sechs?”
“Das würde mir gut passen, Albus.” Minervas Gesichtsausdruck sieht so bittend aus wie noch nie. Sie muss mich ganz offensichtlich privat sprechen. Ich sehe ihr in die Augen und nicke leicht, um ihr zu verstehen zu geben, dass ich sie verstanden habe.
“Ich werde dort sein, Professor”, sagt Snape kategorisch.
“Gut, na denn”, ich versuche die Angst aus meiner Stimme zu verbannen, “bis um sechs.”

Wie ich gehofft hatte, macht Iris immer noch sauber, als ich wiederkomme. Wenn ich etwas von diesem sich schrecklich entwickelten Tag retten will, muss ich schnell handeln. “Iris, Du musst etwas für mich tun.”
“Alles, was Sie wünschen, Master Albus”, entgegnet sie strahlend und verlässt den Platz vor dem Kamin, den sie gerade säubert, um zu mir zu kommen.
“Geh los und suche Professor McGonagall. Sag ihr, ich möchte sie heute Nachmittag um drei treffen, wenn sie Zeit hat. Sie wird mich im alten Verwandlungsklassenraum finden.”
“Ich gehe sofort los, Master Albus. Was möchten Sie haben. Tee? Kuchen?”
“Etwas ganz simples, Iris”, sage ich verzweifelnd, wissend, dass die Hauselfe einen so guten Tee herstellen wird, wie man ihn im Ministerium bekommt. Außerdem gibt es sicherlich noch einen großen Rest Essen vom Abschiedsfest, der nicht verschwendet werden sollte.
“Wie Sie wünschen, Master Albus. Oh, und Sie sollten Fawkes schlafen lassen.” Sie zeigt auf den Phönix, der in der Tat mit dem Kopf unter einem Flügel schläft. “Die Musik hat ihren Zweck erfüllt.”
Ich entschließe mich, ihrem Vorschlag Folge zu leisten und gehe in mein Wohnzimmer, wo ich verzweifelt versuche, Pläne für die Reise nach Beauxbaton zu planen. Leider weigert sich mein Verstand sich auf diese Aufgabe zu konzentrieren. Bald erhebe ich mich wieder und gehe auf Zehenspitzen zurück in mein Büro, zu einem Teil der hölzernen Wandverkleidung, die mit Bildern der Hausmaskottchen dekoriert ist. Ich drücke sie in einer festgelegten Reihenfolge – Dachs zweimal, Schlange einmal, Rabe dreimal, Dachs einmal, Löwe dreimal, Dachs zweimal. Meine Hand auf dem Hufflepuff-Symbol liegen lassend, beginne ich zu lächeln. Das ist einer meiner liebsten Scherze, selbst wenn er nur für mich ist.

”Ich schwöre feierlich, dass ich ein Tunichtgut bin”, flüstere ich. Ein Teil der Wandvertäfelung schiebt sich zurück und enthüllt große Schränke gefüllt mit Ausrüstung. Ich freue mich schon, dies Harry eines Tages zu zeigen. Ich habe mir oft das Lächeln vorgestellt, wenn er herausfindet, dass das Passwort der Karte der Herumtreiber noch einen anderen Zweck hat. Natürlich werde ich zuvor sicherstellen, dass er ganz ruhig ist. Die Objekte in diesem Kabinett sind beides, empfindlich und unersetzlich.
//Ah ja, des Direktors Kiste mit schmutzigen Tricks.//
GEHEIME Tricks, Tom, GEHEIME Tricks.
Ich hole eine Schale, die bis darauf, dass sie aus schwarzem Material und mit verschiedenen kleinen Phiolen, die mit leuchtenden, farbigen Flüssigkeiten gefüllt sind, wie ein Denkarium aussieht, aus dem Schrank.
An diesem glücklichen Tag könnten Harry und ich die unterhaltende Verwendung dieser alten Dinge erforschen, und/oder illegale Werkzeuge, die ich über Jahrzehnte hinweg gesammelt habe! Wir könnten ganze Nachmittage damit verbringen, dass ich ihm die Geschichten darüber erzähle, wie ich zu dieser Sammlung gekommen bin. Die dunkle Schale in meiner Hand – man nennt es Mnemosynator – habe ich aus einer Gruft unter Istanbul. Ich stelle mir den Ton von Harrys wunderschönem Lachen vor, wenn ich ihm erzähle, was ich mit der Wache gemacht habe, um in den Raum zu kommen.
Genug freudiges Herumphantasieren. Zeit zu arbeiten.
Ich gehe leise zurück in mein Wohnzimmer und räume den Tisch leer. Komplexe Zaubersprüche murmelnd fülle ich wenige Tropfen der seltenen Zaubertränke und Flüssigkeiten aus den Phiolen in den Mnemosynator. Das ist einer der gefährlichen Prozesse und ich genieße ihn kein bisschen. Obwohl ich weit davon entfernt bin, in den Gebieten Zaubertränke und Alchemie völlig unerfahren zu sein, reichen meine Fähigkeiten nicht an die von Severus heran. Ich habe oft gedacht, dass einer der in Wut versetzenden Charakterzüge dieses sturen Mannes der beharrliche Wunsch ist, Verteidigung gegen die Dunklen Künste zu lehren, anstatt sich zu entspannen und seine Fähigkeiten in diesem schwierigen und anspruchsvollen Gebiet zu genießen.
Dennoch sammelten sich die Flüssigkeiten, die ich kombiniert hatte in einem kleinen Pool mit einer leuchtenden Farbe und die Beständigkeit schien wie Quecksilber. Als der schwierige Teil vorüber war, entspannte ich mich kurz, bevor ich meinen Zauberstab nahm, ihn an meine Schläfe hielt und vorsichtig die Erinnerungen heraussuchte, die ich brauchte. Den Erinnerungsfluss auf dem Boden des Mnemosynators ablegend murmelte ich weitere Beschwörungsformeln. Zwei kleine Pfützen bebten, flossen dann zusammen und verschmolzen kurz miteinander. Nach einem Moment trennten sie sich wieder. Der Erinnerungsstrom blieb gleich, doch der andere nahm die Farbe von gesundem Gras an.
Eine leere Phiole aufnehmend, sammelte ich die grüne Flüssigkeit mit einem schnellen Spruch. Dann platzierte ich die ärgerliche Erinnerung widerwillig wieder in meinem Kopf. Ich sehnte mich nach der Erleichterung meines Denkariums, doch ich benötigte den Zugriff auf diese spezielle Erinnerung noch.
Nebenbei, ich verdiene die Erleichterung von dieser gar nicht.
Ich habe noch ein bisschen Zeit, bis ich mich mit Minerva treffe und so stelle ich den Mnemosynator und die Tränke leise zurück an ihren geheimen Ort, lasse die neu hergestellte Flüssigkeit in meine Tasche gleiten und entscheide, einen Spaziergang zu machen, um meine Gedanken zu beruhigen. Ich gehe absichtlich durch die älteren Teile des Schlosses. Die Gemälde hier sind weniger bekannt, auch mir, und sie haben weniger Interesse daran, mit mir ein Gespräch zu beginnen. Ich möchte auch nicht Argus Filch in die Arme laufen, oder einem der freundlichen Geister. Manchmal kann selbst ein leeres Hogwarts ein überraschend bevölkerter Ort sein.
Mein Spaziergang hilft wenig zur Klärung meines Kopfes bei. Es ist soviel auf einmal passiert – mehr als im ersten Krieg, mehr als zu Grindlewalds Zeiten. Das Durcheinander im Ministerium scheint von Tag zu Tag schlimmer zu werden, zumindest, soweit ich es nach Arthur Weasleys Erzählungen sagen kann. Ich kann Fudge nicht ausstehen und der Wunsch, ihn oder seine Untergebenen zu sehen – besonders Dolores Umbridge – haben mich völlig verlassen. Das Durcheinander in der Regierung ist eines der schlimmsten Dinge, die jetzt geschehen können. Zum ersten Mal beginne ich mich zu fragen, ob ich die richtige Entscheidung damit getroffen habe, nicht ins Ministerium zu gehen, obwohl mich vor Jahren alle gedrängt haben. Zu dieser Zeit fühlte ich, dass mein Platz in Hogwarts war. Noch immer fühle ich so. Doch die jetzige Krise scheint die ganze europäische Zaubererwelt in Gefahr zu bringen. War ich zu arrogant? Hätte ich Hogwarts in Minervas fähigen Händen zurücklassen sollen, um einen anderen Posten anzunehmen?
Nein, ich habe im Ministerium nichts zu suchen. Es ist eine Welt, die ich nie vertragen würde, und der Versuch, mich anzupassen, wäre ein Desaster geworden. Für viele Leute.
Als ob die jetzige Situation kein Desaster wäre.
Sirius, warum bist du nicht im Grimmauld Platz geblieben, wie ich es dir gesagt habe? Von allen Dingen, die Harry geschehen konnten, war dein Tod das Schlimmste.
Der Gedanke ans Ministerium erinnert mich an den Aufruhr bei den Weasleys.
Percy, Percy. Du hast deine Familie sehr verletzt. Und du hast mich tief enttäuscht.
//Vielleicht hat der angesehene Hut einen Fehler gemacht, Professor.// Toms Stimme ist hämisch. //Unser junger Löwe scheint deutlich Schlangencharakter zu besitzen.//
Nein, der Hut hat keinen Fehler gemacht. Die Einsortierung ist keine einfache Erkennung, sondern ein Urteil. Percy hat den ganzen Mut eines Gryffindor. Er ist nur zu dumm, um zu erkennen, wofür er seinen Mut einsetzen sollte.
//Na, na. Behandeln wir den Hut etwa milde? Noch ein Fall von üppiger Sentimentalität, Professor?//
Ich weiß es wirklich nicht. In Wahrheit habe ich mich tatsächlich schon gefragt, ob die Einsortierung am Anfang weise ist. Sollten wir der Tendenz der Leute Zeit zum Wachsen und zum Ändern geben und die Menschen vielleicht jedes Jahr neu einsortieren lassen - auch die Hausvorstände? Es würde Geschrei auslösen, wenn ich es vorschlüge!
Ich stelle fest, dass ich zum Verwandlungsklassenraum gegangen bin, ohne es zu wollen. Ich nehme an, das ist normal, nachdem ich Jahrzehntelang in diesem Raum unterrichtet habe. Selbst jetzt scheinen die Stimmen früherer Studenten durch den schmuddeligen und kaum genutzten Korridor zu echoen.
Ich trete in den Raum und stelle fest, dass er frisch gesäubert ist und die Fenster offen stehen. Eines der Dinge, die ich schon immer an diesem Raum liebte, war die Fülle an Fenstern, die große Streifen Sonnenlicht hineinlassen. Die Einrichtung wurde vor langer Zeit entfernt, doch die Hauselfen haben einige kleine Tische und zwei altmodische Holzstühle in den Raum gebracht. Sie haben auch an den Hocker für Minerva gedacht. Wie ich befürchtet habe, ächzt der eine Tisch unter dem Gewicht von Süßigkeiten und Bonbons, nicht zu erwähnen das deutlich kunstvolle Teeservice.
Nun, es hilft selten, mit Hauselfen zu diskutieren. Das erinnert mich daran, dass ich immer noch über Kreachers Schicksal entscheiden muss, der Verräter, der Harry in Voldemorts Hände gespielt hat. Da der Letzte der Familie Black tot ist, ist er technisch frei, aber völlig geisteskrank. Zur Zeit lebt er in den Tiefen Hogwarts und wird von unseren Hauselfen beobachtet.
Ich bediene mich selbst am Tee, als Minerva eintritt. Sie läuft schon viel besser als vor wenigen Tagen, doch ich fürchte, sie hat noch immer nicht ihre volle Macht wiedererlangt.
Sogar an diesem frühen Nachmittag zeigen sich Zeichen der Müdigkeit in ihrem Gesicht. Dennoch akzeptiert sie Tee und Süßigkeiten lächelnd. Ich ziehe meinen Stuhl näher zu ihrem und mache eine Anmerkung um den Augenkontakt zu halten. Minerva verlässt sich zu sehr auf ihre eigene Stärke – etwas, das ich über einige Menschen in Hogwarts sagen kann.
“Danke, Albus”, sagt sie, als sie ihre Erfrischung auf ein Tablett stellt, das die Hauselfen nahe ihrem Stuhl aufgestellt haben. “Ich nehme an, Sie möchten, dass wir eine Strategie betreffend Severus besprechen, was auch immer ihn ärgert?”
“Ganz genau, Professor McGonagall.” Ich kann nicht widerstehen und muss lächeln und versuche ein wenig zu sticheln: “Sind Sie sicher, dass Sie kein hellseherisches Talent besitzen.”
Minerva schnaubt. Trotz ihrer Freundlichkeit Professor Trelawney gegenüber in diesem Jahr und ihrer Akzeptanz Firenze gegenüber, macht sie aus ihrer niedrigen Meinung für Prophezeiung als magisches Fach keinen Hehl. “Unbedingt Albus. Doch es ist nicht Severus´ Gewohnheit, am Abschiedstag am Abschiedsessen teilzunehmen, ohne dass er einen guten Grund hat. Und es muss etwas empfindliches sein, denn sonst hätten Sie uns alle drei gleichzeitig zusammengerufen.”
“Ich bin sehr von Ihrer Analysefähigkeit beeindruckt, meine liebe Minerva”, sage ich wahrheitsgemäß. “Wie auch immer, bevor wir zum Grund kommen, gehe ich richtig in der Annahme, dass Sie zuerst mit mir über etwas sprechen möchten?”
“In der Tat, meine Analysefähigkeit, Albus, es ist nicht möglich, in diesem Schloss etwas vor Ihnen geheim zu halten, oder ?”
“Oh, es ist in der Tat möglich, Minerva,” Die letzten vier Jahre haben uns mit etlichen Beispielen dafür versorgt, “doch es ist schwierig”, ende ich. “Ich nehme nicht an, dass Sie es besonders verbergen wollten.“
“Stimmt”, gibt sie zu. Dann runzelt sie die Stirn und nimmt einen tiefen Schluck Tee, während sie ungewöhnlich unsicher aussieht. “Doch es ist nicht leicht, meine Fehler zuzugeben.”
Minerva, was sollten Sie denn zugeben müssen?
“Machen Sie sich nicht selbst herunter, Professor.” Ich biete ihr einen weiteren Keks an. “Sagen Sie mir einfach, was Sie mir sagen müssen und ich werde dann dasselbe tun.”
Sie seufzt und rutscht dann hin und her, als sei es schwierig eine angenehme Position einzunehmen. “Es wird Sie sicher nicht überraschen, dass es um Harry Potter geht.”
Das Ding in meinem Herzen erwacht und setzt sich auf.
“Ich bin nie überrascht, wenn es in diesem Schloss um Harry Potter geht”, sage ich ruhig.
LASS DA NCIHTS ANDERES SEIN! SAG MIR NICHT, ICH HÄTTE HARRY NOCH MEHR SCHMERZ ZUGEFÜGT!
“Was besonderes ist passiert?” Ich stelle meine Tasse beiseite und ich bin absurder Weise stolz, dass meine Hände so ruhig sind, dass es nicht mal klappert.
Das Ding in meinem Herzen bewegt sich ruhelos.
“Ich hatte heute Morgen eine Konversation mit Hermine Granger.” Minerva lächelt auf ihre besondere Art, die sowohl tiefes Mitleid als auch strenge Entschlossenheit ausdrückt. “Dieses Gespräch beinhaltete etwas, das ich schon eine Weile verdächtigt hatte, seit ich auf einige Praktiken von Dolores Umbridge aufmerksam wurde.”
“Praktiken Minerva?” Es gibt einige, die mir einfallen.
“Ihre intensiven Methoden für das Übertreten von Regeln.” Das Mitleid ist völlig aus Minervas Gesicht verschwunden.
“Ah ja, die berüchtigte Feder.” Als sie die Schule noch fest im Griff hatte, benutzte Umbridge die Feder bei mehreren Schülern. Ich kann mir nur vorstellen, wie die Reaktionen der Eltern ausfallen werden. Ich freue mich schon auf die Heuler, die beim Ministerium eintreffen werden. Ich freue mich auch schon auf die langzeitigen Folgen von Fudges Halsstarrigkeit und Umbridges... Sadismus. Von Natur aus bin ich eigentlich kein nachtragender Mensch und oft habe ich geschwiegen im Angesicht von Unfairness, die mein Herz wie Feuer brenne ließ. Meine Abneigung gegen Gewalt und mein fehlendes Vertrauen in Rache sind die Hauptgründe dafür, dass ich Umbridge vor den Zentauren gerettet habe, selbst wenn sie es verdient hätte, dort zu bleiben. Die Leidenschaft für die Rache ist nicht dasselbe wie die Liebe zur Gerechtigkeit. Und nach diesem Jahr gibt es viele Menschen, für die die Gerechtigkeit überfällig wäre.
“Es ist mir in den Sinn gekommen. Dass sie diese Methode wahrscheinlich bei Harrys Bestrafung angewandt hat.” Minervas Lächeln ist gänzlich verschwunden.
“Bitte, fahren Sie fort”, entgegne ich, mein Magen zieht sich plötzlich zusammen, als ich mich daran erinnere, wie ich Harrys Bestrafung gesehen habe -
OH HARRY DEINE ARME HAND -
aus der Ferne, von politischen Notwendigkeiten und der Vielfalt von berechnendem logischen Denken getrieben, das mich nicht davon abhielt, mich zu übergeben -
HARRY OH MEIN HARRY -
als ich sah, wie Harrys Blut aufs Pergament spritzte, während Umbridge -
HEXETEUFLSICHEBÖSEBÖSEHEXE -
zusah und sich hämisch freute.
Manche Menschen haben wirklich Glück, dass ich nicht rachsüchtig bin.
Plötzlich verzerrt sich Minervas Gesicht vor Emotionen, die mir nur allzu bekannt sind. Es ist eine, die ich schon das ganze Jahr über bekämpfe. Es ist Wut – Wut über den eigenen schrecklichen Fehler.
“Albus”, sagt McGonagall mit mühsam beherrschter Stimme, “er kam zu mir und bat um Hilfe, doch ich habe es abgelehnt. Ich stellte mich taub und schickte ihn zu diesem Monster.”
Ich hatte meine Tasse wieder hochgenommen, doch jetzt stelle ich sie so hart zurück, dass das Krachen des Porzellans den Raum erfüllt.
Es dauert einen Moment, bis sich ein Strahl aus Wut und mein Brüllen zusammentun.
“SIE HABEN WAS?!?” Die Kreatur in meinem Herzen hat ein Brüllen losgelassen, das ich mit aller Macht zu unterdrücken versuche.
Behalt die Kontrolle, Albus. Das ist Minerva, nicht Severus.
“Das bezweifle ich, Professor McGonagall.” Wenn sie bemerkt, dass ich sie nicht wie üblich anspreche, zeigt sie es nicht. “Bitte sagen Sie mir alles.”
“Sie hat sich nicht darum gekümmert, ihn selbst von der Bestrafung zu unterrichten, sondern hat mir eine Nachricht geschickt. Als ich ihm davon erzählte, fragte er, ob ich nicht etwas tun könne, da er nur die Wahrheit gesagt habe. Ich sagte ihm, es ginge nicht um Wahrheit oder Lüge sondern darum, den Kopf gesenkt und den Mund geschlossen zu halten. Ich sagte sogar, dass sie Lehrerin sei und jedes Recht habe, ihn zu bestrafen.” McGonagall spricht kategorisch und in einem Ton, als würde sie mir einfach nur Fakten darlegen. Doch ihre Hände winden sich in ihrem Schoß.
Ich entspanne mich. Ich bringe sogar ein trauriges Lächeln zustande. “Minerva, Sie wussten nicht, was geschehen würde. Und es war ein guter Rat, den Harry hätte befolgen sollen.”
Ihre Hände winden sich weiterhin. “Aber später, Albus, als die Probleme weitergingen... Ich ging zu ihm und sagte ihm, er müsse sein Temperament unter Kontrolle halten. Ich zog ihm sogar Punkte ab!”
//Nun, das war bemerkenswert dämlich, würde ich sagen.//
Tom, sei leise.
“Ich habe es in dieser bestimmten Nacht bereut”, fährt Minerva fort, “doch ich war so müde Albus, wegen Umbridge und dem Orden und allem anderen und als ich erfuhr, dass er schon wieder explodiert war... Ich war diejenige, die ihr Temperament unter Kontrolle hätte halten müssen..”
“Sie haben es gut gemeint, Minerva.” Ich reiche hinüber und lege meine Hand auf ihre Schulter. Sie lächelt traurig.
“Später, nachdem die Dinge schlimmer wurden, hörte ich Gerüchte. Ich wollte sie nicht glauben.”
Gutherzige Minerva. So streng Sie auch immer zu sein vorgeben, können Sie immer noch nicht an das Böse im Menschen glauben, nicht wahr?
“Dann”, fährt sie fort, wobei sie damit kämpfen muss, die Worte hervor zu pressen, “ich begann Schüler bluten zu sehen... bluten Albus...! Aus ihren Händen und ich wusste, es war wahr. Ich erinnerte mich an alle Strafen und ich...”, sie wischte sich über die Augenwinkel.
“Ich argwöhnte, dass dasselbe mit Harry geschehen war”, endete ich sanft für sie.
Sie nickte. “Und an diesem Morgen schaffte ich es, Hermine Granger abzufangen und sie sagte mir... sie sagte mir, dass dieses Monster ihn jede Nacht dazu gebracht hatte, sein Hand zu zerschneiden! In dieser bestimmten Nacht zog ich ihm Punkte ab und er musste gehen und sich die Haut zerschneiden!” Sie senkte den Kopf und legte ihr Gesicht in ihre Hände. So viel Schuld. So wenig Schuld.
Ich tätschele ihre Schulter. “Und jetzt machen Sie sich selbst verantwortlich und fragen sich, weshalb er nicht zu Ihnen gekommen ist?”
Sie nickt langsam, hebt ihren Kopf und wischt sich erneut über die Augen. “Ich werde das Gefühl nicht los, dass ich geduldiger mit ihm hätte sein müssen... Ich wusste, was er durchgemacht hatte, Albus. Warum war ich so abweisend zu ihm?”
“Sie waren erschöpft”, sage ich sanft, “und die Belastung war zu groß. Wir können das Böse der Welt nicht auf unsere Schultern nehmen, Minerva.”
Es sei denn, sie wären wie ich der Grund für vieles von ihm.
“Ich hätte ihm HELFEN müssen Albus.” Ihr Gesicht verzieht sich und ich sehe, dass sie ihr bestes tut, um nicht offen zu weinen. “Ich hätte es müssen! Wäre er zu mir gekommen, hätte er es mir gezeigt, ich hätte nie erlaubt....” Sie senkt wieder den Kopf.
“Minerva...”
“Der Tag auf dem Quidditchfeld”, fährt sie sanft fort, “als sie ihm das lebenslängliche Verbot gab – er stand nur da, Albus. Ich wollte etwas sagen, etwas TUN. Doch ich war wie betäubt... Warum spreche ich nie dann, wenn ich es sollte? Besonders bei Harry?” Sie sieht mich an und wieder liegt ein dunkler Schatten über ihren Augen – ein Schatten der Erinnerung.
Warum haben Sie mich nicht davon abgehalten, ihn im Ligusterweg zu lassen? Das ist es, was Sie denken.
//Sehr gute Frage.//
RUHE!
“Wir werden das Verbot aufheben”, sage ich.
//Nicht, dass er in nächster Zukunft Zeit haben wird, um Quidditch zu spielen.//
Vielleicht nicht. Doch das Verbot WIRD aufgehoben werden.
Sie nickt. “Doch warum sah er mich nur an Albus? Ich wünschte, er hätte geweint, geschrieen oder sonst was getan! Doch er sah mich nur an. Er sah mich an, als wüsste er, ich sei nutzlos und nicht vertrauenswürdig.”
“Minerva, ich...”
Was kann ich sagen? Ich sehe alles aus weiter Ferne. Ich sah es alles und habe nicht an Sie gedacht, Minerva. Alles, was ich tun wollte war, Harry in meine Arme zu schließen und ihn weinen zu lassen.
Doch auch ich habe nichts getan.
//Ihr seid eine unnütze Bande.//
Darauf habe ich keine Antwort.
“Und ich habe von der Feder gehört und...”
“Er hat Sie beschützt Minerva”, sage ich sanft, aber dennoch. Es gerät außer Kontrolle und ich lasse nicht zu, dass sie sich selbst ans Kreuz schlägt.
“Was?” Verwirrt sieht sie mich an.
“Harry wusste, sie hätten ihm geholfen.”
Nun, das ist nicht ganz wahr. Doch ich weiß, Sie hätten es getan.
“Er wusste, Sie würden ihm helfen”, fahre ich fort, “und er hatte Angst, Umbridge würde Sie rausschmeißen. Deshalb hat er nichts gesagt.”
Ich werde mich nicht dem widmen, warum er nicht zu mir kam, obwohl alle meine Knochen sich danach gesehnt hatten, dass er die Treppe zu mir hinauf gelaufen kommt.
“Er hat mich beschützt?” Ihre Stimme klingt halb verwundert und halb ärgerlich. “Wie KONNTE er!”
Ich kämpfe ein Lächeln zurück. Das ist viel besser.
“Ich bin der Vorstand von Gryffindor! Es ist meine Aufgabe ihn zu beschützen!” Flecken sind auf Minervas Wangen erschienen. “Was hat sich dieser Junge dabei gedacht?!”
“Oder nicht gedacht in diesem Fall”, ende ich lächelnd.
“Wie kann er es WAGEN, mich zu beschützen, wenn diese Hexe ihn foltert!? Ich werde ihm etwas zu beschützen geben, wenn ich ihn in die Finger bekomme!”
Oh ja, das ist sehr viel besser.
Dann merke ich mein Lächeln schwinden.
“Harry ist nicht gut darin, um Hilfe zu fragen, Minerva.” Ich greife nach meiner Teetasse und dieses Mal klappert sie heftig, als ich sie anhebe. “Das ist meine Schuld. Ich ließ ihn bei den Dursleys und diese brachten ihm bei, nie Schwäche zu zeigen.”
Minerva sieht mich traurig an. Sie macht keine Anstalten, zu widersprechen oder zu argumentieren. Ich weiß schon lange, wie sie über diese Entscheidung denkt, auch wenn sie es kaum erwähnt.
Ich versuche mich damit zu beruhigen, dass sie nicht alle Gründe kennt. Niemand weiß sie, außer Harry jetzt. Doch meine Bemühungen der Selbstrechtfertigung klingen selbst in meinem Kopf hohl, sodass ich es aufgebe, bevor ich richtig begonnen habe.
“Ich befürchte, ich habe die Sachen so schlimm gemacht, Minerva. Ich weiß nicht, ob er uns je wieder vertraut.” Tränen brennen in meinen Augen, doch ich schaffe es, mich zu beruhigen.
McGonagall streckt die Hand aus und legt sie mir auf die Schulter. “Sirius?”
“Das ist die schlimmste Sache, die geschehen konnte, abgesehen vielleicht vom Tod von Ron Weasley oder Hermine Granger.” Ich atme zitternd ein und greife nach einem Zitronendrop. Die Elfen haben voraussehend eine ganze Schale damit auf den Tisch gestellt.
“Das wird schwierig, Albus.” Sie atmet tief durch. “Wir müssen ihn schnell da raus holen. Und den Sommer über, sollten wir mit ihm reden?”
“Wir müssen”, sage ich.
Und jetzt werden die Dinge wirklich schlimm.
“Etwas ist geschehen – etwas Schreckliches.” Ich biete ihr einen Zitronendrop, den sie geistesabwesend annimmt.
“Also kommen wir letztlich zu Severus.” Ihr Gesichtsausdruck ist grimmig aber auch belustigt.
Ich verbeiße mir ein bitteres Lachen. Wie üblich führt der Gedanke an ein Desaster zu Severus.
“Ja.” Ich fasse in eine Tasche meiner Robe und befördere ein Fläschchen grüner Flüssigkeit ans Licht. “Um Zeit zu sparen habe ich dies vorbereitet.”
“Ein Erinnerungstrank“, sagt sie sofort, “von Ihrem Denkarium?”
“Nein, aus meinem Gehirn. Es enthält einige Schlüsselszenen, die Sie besser sehen, als dass ich sie beschriebe. Und es ist besser, Sie nehmen Sie direkt auf. Ist das okay?”
“Ja.” Sie nimmt das Fläschchen und schluckt schnell den Inhalt. Dann lehnt Sie sich zurück und schließt die Augen, während die Erinnerungen, die ich aus meinem Gehirn kopiert habe, durch das ihre fliegen.
“Oh nein.” Sie atmet weich. “Harry!” Ihre Hände verkrampfen sich und dieses Mal rollen ihr einige Tränen übers Gesicht. Sie sieht gerade die Szene mit Harry in meinem Büro.
Dann entspannt sie sich, als ihre Gedanken zu meinem letzten Gespräch mit Snape weiter wandern.
Doch sie bleibt nicht allzu lange entspannt.
“WAS?!” Allein ihr Schrei lässt die Tassen zittern. Ich kann nur annehmen, dass sie den Teil erreicht hat, in dem es um Harrys Cruciatus geht. Tränen fließen ihre Wangen hinab, als sie den Rest der Konfrontation durchläuft und an manchen Stellen zischt sie, von denen ich denke, dass es hierbei um Snapes wenig wohltätige Bemerkungen handelt.
Schließlich öffnet sie die Augen, verwirrt guckend. Schweigend biete ich ihr ein Taschentuch an, welches sie benutzt, um sich übers Gesicht zu wischen. Ich biete ihr die Hand an, die sie mit eisigem Griff umklammert.
“Albus”, ihre Stimme zittert, “Sie hätten es mir früher sagen müssen! Wir hätte mit ihm reden sollen, bevor er ging. Oh der arme, arme Junge.”
“Er hätte nicht zugehört”, erkläre ich, fühlend, dass mich jedes meiner Jahre hinunter zieht, “und ich bin mir nicht sicher, ob er es jetzt täte. Ich bin mir nicht mal sicher, was ihn zum Zuhören bringen würde.”
“Aber wir MÜSSEN mit ihm reden! Ich kann mir nicht vorstellen...” Plötzlich lächelt sie, ein richtiges Lächeln. “Er war nicht in der Lage, ihn durchzuführen, oder? Er konnte Bellatrix nicht foltern, nicht mal nach dem, was sie getan hat.”
Ich drücke ihre Hand. Ich wusste, Minerva würde es erkennen.
“Nein”, sage ich durch einen Klumpen in meine Kehle, der so groß ist wie London, “war er nicht.”
“Er wird ein großartiger Auror sein!”, ruft sie plötzlich.
Ich muss lachen. “Harry ist auf eigene Weise großartig. Und was meinen Sie mit Auror? Für den Fall, dass Sie es nicht bemerkt haben, wir haben keinen Lehrer für den Verteidigung gegen die Dunklen Künste Unterricht!”
“Oh nein”, ihre Augen funkeln fröhlich, “und ich dachte, Sie würden ihn am Boden fest ketten, um ihn vom Davonfliegen zu hindern.”
“So in der Art”, sage ich. “Ich stellte mir vor, seinen Besen anzuketten. Natürlich muss ich dann auch Schilde gegen Rufzauber erstellen.” Bei der Erinnerung an die Weasley-Zwillinge müssen wir beide kurz kichern.
Nein, Harry kann nicht davon fliegen, um im Ministerium zu arbeiten. Er und ich haben noch zu viele unterhaltsame Tage miteinander zu verbringen.
Schon beginnt er wieder zu mir zu sprechen.
//Und einmal... bin.. ich tot.//
Nun, das auch.
In diesem Moment denke ich ehrlich, dass das Umgehen mit Voldemort der einfachere Teil der Aufgabe ist.
“Doch was machen wir mit Severus?”, frage ich sanft.
“Verführen Sie mich nicht mit solch einer offenen Frage”, entgegnet Minerva, ihr guter Humor ist nicht verschwunden.
“Ich verstehe die Versuchung”, gebe ich zu. “Doch wir haben noch immer ein Problem.”
“Ja.” Plötzlich ist sie völlig ernst. “Ich hätte nicht gedacht, dass sein Schmerz so tief geht.”
“Als ich es Harry sagte, hatte ich es vergessen.” Ich seufzte. “Trotz allem, was ich heut Morgen sagte, ist er entschlossen, dieses Thema nicht ruhen zu lassen, wie ein....” Der Ausspruch, den ich benutzen wollte, steckt mir in der Kehle fest.
“Ein Hund mit einem Knochen?”, beendet Minerva den Satz leise.
SIRIUS. Was würde ich tun, um dich um Harrys willen zurück zu haben. Und um meinetwillen.
“Ja.”
“Ich weiß, was Sie für den Mann fühlen, Albus”, beginnt Minerva langsam, “aber Sie haben alles getan, um ihn dazu zu kriegen, seine Gefühle zurückzustellen. Ich weiß nicht, wie man ihn schonen könnte.”
“Ich auch nicht.” Das ist es, was ein brennendes Gefühl in meinem Magen verursacht.
“Er würde sich mit nichts anderem als einem Gerichtsverfahren zufrieden geben.” Sie schnaubt. “Ich denke, wir stimmen darin überein, dass Harry nach allem, was er dieses Jahr durchgemacht hat...”
“Ein Gerichtsverfahren steht gar nicht zur Debatte!” Ich brülle fast.
Stille.
Plötzlich habe ich eine Idee.
“Ja Albus?” Minerva kennt mich schon seit langer Zeit.
Ich erzähle ihr kurz von meiner Idee.
“Ich weiß nicht”, sagt sie, “es funktioniert höchstwahrscheinlich nicht, Albus.”
“Nein”, gebe ich zu, “doch anderes funktioniert auf keinen Fall und das hat noch die meisten Chancen.”
“Wir haben nicht viel Zeit.” Wenn Minerva Teufels Anwalt spielt, übertreibt sie es manchmal.
“Der beste Grund, jetzt anzufangen. Entschuldigen Sie mich, geehrte Professor McGonagall? Ich muss schnell einen großen Deal auf die Beine stellen und ich brauche eine Pause, wenn ich heute Abend in Topform sein soll!”
“PAUSE”, explodiert sie, “Ich hätte es wissen müsse, Albus Dumbledore...”
Ich lasse sie immer noch protestierend zurück und laufe in mein Büro. Fawkes ist wach und begrüßt mich fröhlich. Ich streichle seine Federn und gebe ihm eine kleine Leckerei. Dann läute ich eine kleine Glocke, eine andere als die, die ich heute Morgen bei Professor Snape benutzt habe. Mein Schreibtisch ist immer mit Schreibutensilien überhäuft – dafür sorgt Iris – also bin ich fast damit fertig, mir Notizen zu machen, als die Hauselfe ankommt.
“Master Albus hat gerufen?”, erkundigt sie sich freundlich, mit offener Neugierde auf den Haufen Umschläge auf meinem Schreibtisch schauend. Es sind Umschläge mit dem offiziellen Hogwartsemblem und dem Siegel des Direktors und dem Zeichen, dass sie wichtig sind.
“Ja, Iris. Diese müssen sofort abgeliefert werden. Ruf andere Elfen, wenn du Hilfe benötigst. Sie müssen alle in den nächsten Minuten an ihrem Bestimmungsort ankommen.”
“Iris macht das sofort, Master Albus.”
Ich gebe ihr den Haufen und frage: “Was macht Kreacher?”
“Ähm, es geht ihm gut... jetzt.” Sie will schnell gehen, doch ich fange ihren Blick auf und sie hält mit einem Seufzen an.
“Jetzt?”
“Nun, nachdem Dobby herausgefunden hatte, was Kreacher Harry Potter angetan hatte, brauchte es vier starke Hauselfen, um ihn zurückzuhalten.” Sie dreht sich wieder zum Gehen, doch ich räuspere mich laut.
“Und wie geht es Kreacher?”
“Nun”, sie seufzt wieder, "es ist nicht einfach mit Kreacher auszukommen, Master Albus.”
“IRIS!”
“Hauselfen heilen sehr schnell, wie Master Albus weiß.”
In der Tat weiß ich das.
“Also haltet ihr Dobby von Kreacher fern?”
“Oh ja Master Albus. Immerhin haben die Hauselfen genug damit zu tun, den Boden zu reinigen – und die Wände – und die Decke.”
Ich will es gar nicht wissen.
“Haltet sie nur voneinander fern Iris. Vielleicht brauchen wir Kreacher noch.”
“Das haben wir Dobby auch gesagt!”
“Und was hat Dobby gesagt?” Ich halte mich bereit.
“Er sagte, dass Master Albus ihn vielleicht auch noch gebrauchen kann, wenn er keine Arme und keine Beine mehr hat.”
//Ich muss zugeben, dass diese Elfe Stil hat.//
Das hat er.
“Möchte Master Albus mit Dobby sprechen?”, fragt Iris ein klein wenig ängstlich.
“Nein”, sage ich nach kurzem Überlegen, “haltet sie nur voneinander fern.” Das letzte, was ich jetzt brauchte, ist, dass Dobby sich nach einem Verweis selbst bestraft.
“Ist noch etwas Master Albus, Iris sollte gehen.” Die Hauselfe nimmt das Bündel Briefe und sieht mich mit wankendem Ausdruck an.
“Nein, geh nur Iris. Sorg dafür, dass sie abgeliefert werden.”
“Iris sagte schon...”
“Ich weiß Iris”, ich kichere sanft, “ich vertraue dir, geh nur.”
Die Elfe hastet davon. Ich streichle Fawkes, lehne mich im Stuhl zurück und lege mir eine Strategie für den Abend fest.
Das könnte eine absolute Katastrophe werden.
Und wie könnte es anders werden, als all die Dinge, die ich dieses Jahr getan habe. Wie sonst in der Tat?
Trotz allem hat sich meine Stimmung leicht gehoben.
Ein Stück Papier nehmend mache ich mir eine Notiz für die Nachforschung, ob Hauselfen Dementoren abweisen können.


 

Kapitel 2

Kapitel 4

 

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