Das Chaos beginnt

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Kapitel 14: Das Ende des Auftrags

Dieses Mal brauchte Harry seine Überraschung nicht verbergen. "Mr. Malfoy, Sir. Was, wenn ich mir die Frage erlauben darf, machen Sie hier?", fragte er.

Malfoy hob eine Hand, was für Harry recht arrogant aussah. "Ich bin geschäftlich hier, Bransom. Das sollte Ihnen genügen", sagte Malfoy freundlich. "Und jetzt muß ich Sie bitten wieder still zu sein. Mr. Snape und ich habe etwas zu besprechen." Damit wandte er sich dem Meister der Zaubertränke zu und überließ Harry und Remus mehr oder weniger sich selbst.

Snape betrachtete Malfoy grinsend. " Lucius. Wirklich, und ich habe gedacht Sie - das heißt, der geschätzte Mr. Ludwick - wären einer dieser Idioten. Also schätze ich, sie," er sah in Harrys Richtung, "sind ihm ebenfalls treu?"

Malfoy nickte. "Der Plan war perfekt. Ihre Verhaftung, Dumbledores Zweifel-"

",,und mich zu foltern", unterbrach ihn Snape kühl. "Oder nicht, Lucius? Tun Sie nicht so, als wüssten Sie nicht wovon ich rede. Das wäre eine Beleidigung für meine Intelligenz. Sie hatten aber mit einer Sache recht. Dieser Plan war wirklich perfekt - perfekt um Ihnen zu zeigen, ob ich wirklich auf Ihrer Seite war. Ich schätze, das war der ganze Sinn und Zweck dabei. Wenn man alle Tatsachen bedenkt, muß Ihr Vertrauen in mich fast nicht existent sein." Er hob eine Augenbraue. "Wirklich, Lucius, ich kann mich freuen, daß ich noch lebe. Offensichtlich machte es mehr Spaß mit mir zu spielen, als mich sofort umzubringen." Seine Stimme war noch eisiger als vorher. "Wissen Sie wie schwer es war, dieses Spielchen mit ihrem Freund Bransom zu spielen, und später mit seinen lieben Kollegen, die mich fast jeden Abend besucht haben - und nicht nur um sich zu unterhalten. Das versichere ich Ihnen. "Glauben Sie mir, mein Freund, wenn ich nur das kleinste bisschen Respekt oder Treue für Dumbledore und die Spur eines Zweifels an den Zielen unseres Meisters gehabt hätte, hätte ich die Seite gewechselt. Ihre Schoßhündchen haben es etwas übertrieben." 

Er warf Bransom und Conald einen Blick voller Abscheu und Haß zu. Harry war froh, daß er nicht auf ihn persönlich gerichtet war sondern auf den Mann, der jetzt sicher im Büro des Direktors eingesperrt war. 

Malfoy seufzte nur. "Sehen Sie Severus, unser Meister hatte seine Zweifel, das geben ich zu. Sie waren ziemlich lange unter Dumbledores Nase. Es hätte möglich sein können, daß Sie - entschuldigen Sie - die Seiten wechselten, möglich daß Sie nicht mehr zu uns gehörten."

Snapes Gesichtsausdruck wurde noch wütender. "Wie können Sie es wagen! Ich könnte dasselbe über Sie sagen, weil Sie sich jede Woche mit den ehrenvollen Mitgliedern des Ministeriums treffen und darüber reden, die Dunkle Seite für immer und ewig zu Fall zu bringen!"

Er musste sich wieder unterbrechen, weil er einem Hustenanfall nachgeben musste. Offensichtlich war es im Augenblick zu anstrengend für ihn zu reden.

Malfoy legte ihm eine Hand auf die Schulter. "Sie haben wahrscheinlich recht, Severus. Wir haben nicht fair gespielt, aber andererseits sind wir Slytherin, oder?"

Snape sah ihn mit einem Blick an der deutlich sagte, daß er daran zweifelte, daß das eine anständige Entschuldigung war.

"Jedenfalls," fuhr Malfoy fort, "werden Ihre Befragungen ein Ende haben. Wie Sie es selbst so geschickt ausgedrückt haben, ihr Zweck ist erfüllt worden. Zusätzlich dazu habe ich noch bessere Nachrichten. Bald, mein Freund, werden Sie wieder frei sein. Frei und in der Lage, dem Dunklen Lord wieder zu dienen."

Snape strahlte. "Wie? Und wichtiger: wann?"

Malfoy wandte sich Wieder Harry zu. "Tut mir leid, Bransom, aber ich fürchte diese Angelegenheit ist etwas zu wichtig für Ihre Ohren. Nehmen Sie das nicht als Beleidigung."

Ohne auf eine Antwort zu warten trat Malfoy näher an Snape und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Unglücklicherweise war es zu leise, als daß Harry es verstanden hätte. Ihm entging aber nicht Snapes triumphierender Blick. Wieder hoffte Harry verzweifelt, daß es nur ein riesiges Schauspiel wa,r um Malfoy zu täuschen.

"Ich verstehe", sagte Snape vorsichtig. "nun gut, ich werde warten."

Malfoy nickte zufrieden." Gut, ich wusste, Sie würden es verstehen. Schließlich ist es alles für unser letztes Ziel. So, nun da meine Arbeit hier getan ist werden Sie mich entschuldigen müssen, Severus. Ich muß gehen. Ein anderes dringendes Geschäft erfordert meine Aufmerksamkeit."

Malfoy zog eine andere Phiole aus seinen Taschen und trank daraus. Sekunden später hatte er sich völlig in Ludwick verwandelt.

Malfoy klopfte Snape auf die Schulter. "Wir werden uns sehen sobald... Sie wissen wann."

Snape nickte. 

Malfoy ging zur Tür, blieb aber an der Schwelle stehen. "Bevor ich es vergesse", sagte er, wobei er Bransom direkt ansah, "Bransom, Conald. Bitte sehen Sie zu, daß er einige Zeit auf der Krankenstation verbringt. Ihre Aufgabe hier ist erledigt."

"Ja, Sir." Harry nickte.

Mit einem letzten Nicken in Snapes Richtung war Malfoy verschwunden. 

Sobald die Tür sich wieder geschlossen hatte eilte Lupin zu Snape hinüber. 

"Severus, geht es dir gut?", fragte er, wobei er mehr als besorgt klang. Vorsichtig fing er wieder an, Snape nach Verletzungen zu untersuchen.

Zum zweiten Mal an diesem Abend ließ der Meister der Zaubertränke seine Maske fallen. Offensichtlich konnte er sie nicht mehr lange aufrecht erhalten. 

"Ich fürchte nicht, Lupin", antwortete er. "Der Mistkerl freut sich für meinen Geschmack viel zu sehr darüber, anderen Schmerzen zufügen zu können." Er stöhnte als Lupin eine recht schmerzhafte Stelle über seinem Magen berührte. 

"Nun," sagte Lupin mit einem leisen Grinsen. "Wenigstes dürfen wir dich endlich ordentlich medizinisch versorgen lassen. Bald wird es dir besser gehen."

Snape seufzte. Dann schloß er die Augen als würde er sich konzentrieren. "Lupin", fing er an.

"Shhh, Severus," unterbrach ihn Remus, "es ist besser wenn du jetzt nicht redest."

Snape schüttelte den Kopf. Er erinnerte Harry an ein stures Kind.

"Nein, Lupin. Es ist wichtig. Hör zu! Was Lucius mir erzählt hat. Azkaban. Sie werden es bald einnehmen."

"Ja, Severus", sagte Lupin ruhig. "Wissen wir. Sie haben das schon lange vor."

Snape schüttelte den Kopf. "Nein, Lupin, es ist nicht mehr nur ein Plan. Die Dementoren - sie warten nur auf Voldemorts Zeichen um das Gefängnis zu übernehmen. Vielleicht noch eine Woche."

Lupins Lächeln erstarrte. "Eine Woche? Bist du sicher? Das hat Malfoy dir gesagt, oder? Gott…" Er starrte mit leerem Gesicht die Wand hinter Snape an.

"Ihr müsst--", fing Snape an, aber er zuckte zusammen als Lupin wieder eine Verletzung berührte. 

"Ich weiß, Seveurs", sagte Lupin vorsichtig. "Aber das braucht dich im Moment nicht zu kümmern. Dumbledore weiß was zu tun ist. Harry wird Peer rufen und dann kannst du dich endlich ausruhen. Und ich rate dir dringend, das du genau das tust. Du hilfst uns nicht wenn du tot bist, Severus, verstehst du?"

Snape seufzte und gab endlich nach. "Ja, Lupin, ich höre Sie hervorragend. Ich ruhe mich aus."

Lupin lächelte zufrieden und wandte sich an Harry. "Ich nehme an, Peer ist nicht zu weit weg um uns zu hören. Könntest du ihn bitte rufen und ihm sagen, er soll ein paar Medizauberer mitbringen?"

Harry nickte. "Klar, Remus." Er öffnete die Tür und sah sich auf dem Gang nach der Wache um.

Wie sich herausstellte hatte Lupin recht. Nicht allzu weit von ihnen entfernt lehnte Peer an einer Wand und wartete offensichtlich auf neue Befehle. 

Harry atmete tief durch und bereitete sich darauf, vor wieder Bransom zu spielen.

"Peer?", rief er. "Wir brauchen ein paar Medizauberer in der Zelle. Unser Gefangener hat endlich gestanden. Ich hätten nie gedacht, daß ich das noch sehen würde. Aber wir müssen ihn für seine Verhandlung in eine etwas präsentablere Form bringen."

Peer kam zu Harry herüber. "Natürlich, Sir. Geben Sie mir eine Minute."

Damit griff er in seine Tasche und nahm einen Stein heraus. Er murmelte ein paar Worte, und Augenblicke später war er verschwunden. 

Zufrieden mit sich kehrte Harry in die Zelle zurück. Das Lächeln verschwand aber von seinen Lippen als er Lupin sah.

Sein früherer Professor beugte sich über Snape, schlug ihm ins Gesicht und redete ununterbrochen mit ihm.

Vorsichtig näherte sich Harry. "Remus, gibt es ein Problem?" fragte er.

"Hast du Peer erwischt?", fragte Lupin ohne aufzusehen. Er ignorierte Harrys Antwort völlig. 

"ja, er kommt in ein paar Sekunden. Remus, was ist passiert? Als ich aus diesem Zimmer gegangen bin, haben Sie beide sich unterhalten und so. und jetzt..."

Lupin schüttelte den Kopf und schüttelte Snape noch immer leicht. "Ich weiß es nicht. Es ging so verdammt schnell. Komm schon Severus. Komm schon, wach auf!" Lupin versuchte es wieder, aber ohne Erfolg. Snape blieb bewußtlos.

In diesem Augenblick öffnete sich die Türe und Peer kam herein, begleitet von zwei weiteren Männern. "Sir, die Medizauberer."

Lupin trat von Snape zurück. "Gut, gut. Ich fürchte dieser Mann hier hat nicht allzu gut auf unsere Behandlung reagiert."

Die Zauberer nickten und gingen zu Snape. Obwohl er bewußtlos war legten sie einen Fesselspruch auf ihn, bevor sie ihn von seinen Ketten befreiten. Vorsichtig legten die beiden Männer ihn auf den Boden und fingen an ihn zu untersuchen.

Während er die Szene beobachtete konnte sich Harry einfach nicht daran erinnern wie es im Tränkeunterricht gewesen war, wenn Snape sein Leben mit all seinem Sarkasmus und seiner Boshaftigkeit zur Hölle gemacht hatte. War das auch nur gespielt? War er überhaupt so ein Mensch? Harry konnte es nur vermuten.

Einer der Medizauberer wandte sich an Lupin. "Wir müssen ihn wenigstens für 2 oder 3 Tage lang auf die Krankenstation bringen. Und ich würde Ihnen nicht raten, in den nächsten paar Wochen zu hart mit ihm umzugehen. Nicht alles kann mit einem Trank oder einem Spruch geheilt werden, und wir können ihn kaum nach St. Mungo bringen."

Lupin nickte. "Behalten Sie ihn da solange sie wollen. Wir sind sowieso mit ihm fertig. Eigentlich will ich, daß er für seinen Prozeß so gesund wie möglich ist. Es soll nicht heißen daß wir unsere Gefangenen mißhandeln." 

Harry wusste nicht wie, aber Lupin brachte ein bösartiges Lächeln zustande.

Der Mediziner nickte. "In Ordnung, Sir. Wir behalten ihn aber im Auge. Wir haben schon gehört, daß der Kerl gerne Probleme macht."

Die beiden Medizauberer zogen Snape auf die Füße, dann nahm einer von ihnen einen Portstein heraus, der dem, den Peer benutzt hatte ähnlich war. Mit einem weiteren Nicken in die Richtung von Lupin und Harry waren Snape und seine Eskorte verschwunden.

Nun, da ihre Mission urplötzlich zu einem Ende gekommen war, fühlte sich Harry etwas verloren. Sie hatten alles geschafft was sie geplant hatten, und mehr. Malfoys Besuch war mit Sicherheit völlig unerwartet gekommen. Harry wollte nicht daran denken was hätte passieren können, wenn der echte Bransom und der echte Conald statt Lupin und ihm hier gewesen wären. 

Harry versuchte diese Gedanken abzublocken und konzentrierte sich wieder auf ihre momentane Lage. Schließlich war ihr Auftrag noch nicht vorbei, obwohl der gefährlichste und komplizierteste Teil jetzt vorüber war. 

So wandte er sich wieder an Peer. "Also Peer, es sieht aus, als wären wir hier fertig. Es war eine ganz schöne Arbeit, das kann ich Ihnen sagen, aber unser guter Mr. Snape hat endlich nachgegeben."

Peer nickte. "Um ganze ehrlich zu sein, Sir, ich hatte schon angefangen zu zweifeln, daß er je gestehen würde."

Lupin schnaubte. "Nun, am Ende hat er es, und darüber bin ich ewig dankbar, denn es bedeutet, daß ich diesen nicht ganz angenehmen Ort endlich verlassen kann."

Er schauderte, was Peer lachen ließ. 

"Nun," sagte er, "wenigstens Sie Können gehen, Sirs. Ich andererseits bin dankbar, daß ich die Zellen nur bewache und nicht wirklich in einer von ihnen bin."

"Glauben Sie mir, Peer", antwortete Harry, "Ich würde Ihren Job ganz sicher nicht wollen." Er warf einen letzten Blick auf die Zelle. "Nun fürchte ich, daß wir diese wunderbare Umgebung verlassen und nach London zurückkehren müssen, um Bericht zu erstatten. Hoffentlich wird das nur wenig Zeit in Anspruch nehmen, wenn man unseren Erfolg heute bedenkt."

"Natürlich, Mr. Bransom", antwortete Peer.

Nachdem dies gesagt war verließen die drei die Zelle. Als Peer sie durch die irrgartenähnlichen Gänge von Azkaban führte fing Harry endlich an zu begreifen, daß es vorbei war, daß sie erfolgreich gewesen waren. Dieses Gefühl überwältigte ihn. Auf einmal fühlte er sich leicht und glücklich - obwohl er in einem der meistgefürchteten Gebäude der Zaubererwelt war. 

Der Weg zurück zu den Eingangstoren kam Harry viel kürzer vor als vorher. Dieses mal verruchte er sich nicht einmal daran zu erinnern wo sie hingingen: Es war sowieso egal. Er hoffte, daß er nie wieder hier herein kommen musste.

Nach einem letzten Händeschütteln mit Peer verließen Harry und Lupin das Gefängnis von Azkaban endlich wieder. 

Stumm gingen Harry und Remus die letzten paar Meter bis sie an demselben Ort standen, an den der Portschlüssel gebracht hatte. Waren es wirklich nur 2 Stunden gewesen? Wichtiger noch: Würden sie wirklich in ein paar Sekunden schon in London sein? London, ein Ort der sich von diesem so sehr unterschied, wie er es nur konnte und danach: Hogwarts. Mit einem fast sehnsüchtigen Blick sah Harry Lupin an. 

"Ja, Bransom," sagte er. "Wir könne gehen. Es ist vorbei." Er lächelte Harry zu und zog den Portschlüssel aus der Tasche. Augenblicke später waren sie verschwunden. 


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