Runaway Dragon"

 

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Kapitel 9: Ein Bär im Zug



Draco schlief in dieser Nacht wieder nicht gut. Er träumte, er wollte mit den Snapes und den Rakers über etwas sehr wichtiges sprechen, obwohl er nicht wirklich wusste was es war, aber sie schienen ihn nicht zu sehen oder zu hören. Sie gingen einfach durch ihn hindurch als wäre er ein Geist.

Als Munin kam um ihn zu wecken erschreckte Draco den armen Raben mit einem Versuch, ihn zu umarmen. Munin krächzte erschrocken, und zog sich zum Schutz auf Severus’ Schulter zurück. Vögel werden nicht gerne umarmt.

Stattdessen stand Draco auf und ging um Billy auf dem Wohnzimmerboden zu knuddeln. Sarah musste ihn immer wieder daran erinnern, daß er sich anziehen und frühstücken sollte. Er würde wieder seinen Umhang tragen, den Sarah extra dafür vorsichtig gebügelt hatte.

"Wir wollen schließlich, daß du bei deinem Onkel einen guten ersten Eindruck machst,“ hatte sie gesagt.

Seine neuen Muggelkleider und das Mathebuch wurden schnell in einen alten Rucksack gestopft, von dem Snape sagte, daß er ihn behalten konnte. Für Draco war es trotz des schäbigen Äußeren ein tolles Geschenk. Es war etwas, das ihn an die Snapes erinnern würde.

Auf dem Weg zum Frühstückstisch traf Draco die Katze, und zur großen Überraschung des Tieres packte und umarmte er sie ebenfalls. Als die Katze endlich entkommen konnte war das Frühstück kalt, aber Draco merkte es nicht einmal. Alles an das er während er aß denken konnte war, daß es seine letzte Mahlzeit in der kleinen Wohnung mit Professor Snape und Sarah war. Er fragte sich ob er Billy oder 'diesen Hund’ oder auch die Katze je wiedersehen würde.

Als Draco das Geschirr zur Spüle bringen wollte um es abzuwaschen schüttelte Sarah den Kopf über ihn und nahm ihm den Teller aus den Händen.

"Ich mache das. Du verpaßt deinen Zug wenn du dich nicht beeilst“, schimpfte sie.

"Aber...", versuchte Draco zu protestieren, doch die Türglocke schnitt ihm das Wort ab.

Draco rannte um aufzumachen, und draußen stand die ganze Bande der Rakers, einschließlich eines sehr sauer aussehenden Jack.

"Beeil dich, Draco”, sagte Snape zu ihm. „Wir müssen gehen.“

Mike schob sich durch die Gruppe der Rakers und lächelte Draco zu. „Wir wollten dir das hier noch geben bevor zu gehst. Nur damit du nicht vergisst zu wem du gehörst.“

Draco nahm die blaue Rakerskappe fast andächtig aus Mike’s Händen. Es war wahrscheinlich das beste Geschenk das er je bekommen hatte. Besser noch als alle Besen der Welt gewesen wären.

“Danke”, sagte er leise. Er konnte kaum glauben, daß sie ihm wirklich gehörte.

„Wofür?”, fragte Mike gespielt verwirrt. „Du bist einer von uns, und du mußt es der Welt zeigen. Du brauchst uns nicht dafür danken, dass wir dir geben was sowieso rechtmäßig dir gehört.“

„Draco, komm schon. Der Zug wartet nicht auf uns.“

Draco nahm schnell seine Schuhe, und schaffte es, sie anzuziehen während Severus ‚diesen Hund’ fing und an die Leine nahm. Sarah umarmte ihn fest bevor sie durch die Tür eilten.

“Auf Wiedersehen, Junge. Laß dich nicht schlecht von ihnen behandeln, und vergiß nicht, hin und wieder eine Eule zu schicken, hörst du?”

“Werde ich nicht”, versprach Draco, und Sekunden später waren sie durch die Tür und liefen schnell durch den dunklen dreckigen Gang zu den Treppen.

Draco wünschte, er hätte einen Augenblick lang anhalten können um sich das Haus und das Fußballfeld ein letztes Mal anzusehen, aber Professor Snape bestand darauf, daß sie sich beeilen mussten wenn sie den Zug nicht verpassen wollten. Vielleicht war das sowieso besser. Draco hatte das Gefühl er könnte anfangen zu weinen wenn er anhielt um darüber nachzudenken, und er wollte nicht vor seinen Freunden weinen.

Die Rakers folgten ihnen zum Bahnhof, in der Hoffnung, daß sie sich noch einmal unterhalten konnten bevor der Zug ankam, aber er war schon vor ihnen da. Sie hätten ihn fast verpasst.

Draco, Snape und 'dieser Hund’ stiegen schnell ein und fanden ein leeres Abteil. Munin flatterte durch das Fenster und grinste sie mit seinem besonderen Vogelgrinsen an als wollte er sagten: “Seht ihr wie viel bequemer es ist wenn man Flügel hat?“

„Oh schau nicht so selbstgefällig“, grinste Draco den Raben an. “Was hättest du gemacht wenn Professor Snape das Fenster nicht geöffnet hätte?”

„Fliegen!“, erklärte Munin.

“Klar, du denkst du kannst so schnell fliegen wie der Zug?”

Munin beschloß, daß es unter seiner Würde war darauf zu antworten, und machte es sich stattdessen auf Severus’ Schulter bequem.

Draco zuckte nur die Schultern über den Vogel und lehnte sich aus dem Fenster um seinen Freunden ein letztes Mal zuzuwinken, während der Zug langsam aus dem Bahnhof rollte. Er sah zu wie sie immer schneller wurden, und erst als die letzten Häuser von Hogsmeade hinter den Bergen verschwunden waren setzte er sich hin und wandte seine Aufmerksamkeit seinen Mitreisenden zu.

Snape saß am Fenster und beobachtete ihn ruhig, Munin war noch immer auf seiner Schulter, und ‚dieser Hund’ schnupperte aufgeregt im Abteil herum, was ihn ausnahmsweise ruhig hielt. Vielleicht brauchte man zu viel Konzentration um gleichzeitig zu riechen und zu bellen.

Er hörte aber nicht auf herum zu springen und mit dem Schwanz zu wedeln. Das waren zwei Dinge die er kaum jemals sein ließ, es sei denn er war todmüde oder schlief. Draco versuchte sich darauf zu konzentrieren ihn zu beobachten um nicht daran zu denken, daß er Hogsmeade verlassen und zu seinem Onkel ziehen musste. Aus irgendeinem seltsamen Grund fing er an sich wieder einsam und traurig zu fühlen, obwohl Snape noch bei ihm war.

Severus sah seinen unglücklichen Blick, und suchte in seiner Tasche. Draco sah überrascht auf als er ihm ein eingepacktes Paket gab.

"Nur ein kleines Abschiedsgeschenk“, erklärte Severus, dem es etwas unangenehm war, daß er dem Jungen so offene Zuneigung zeigte. „Etwas damit du nicht so alleine bist, bis du deine neue Familie etwas besser kennenlernst.“

Draco streckte die Hand aus und nahm das Paket. Ein Geschenk? Von Snape? Er konnte es kaum glauben.

Er betastete das Geschenk vorsichtig. Es war leichter als er der Größe nach erwartet hätte, unregelmäßig geformt und fühlte sich seltsam weich an. Draco sah Snape verwirrt an.

Snape zuckte nur die Schultern und machte eine Kopfbewegung in Richtung Paket. „Mach es nur auf. Du wirst schon sehen.”

Etwas damit er sich nicht so einsam fühlte? Er fing an, es auszupacken und sah, daß es nur von dem Geschenkband zusammengehalten wurde das herum gewickelt war. In dem Augenblick, in dem er es herunter gezogen hatte, faltete sich das Geschenkpapier auf, und ein braungrauer Teddybär sah ihn aus großen schwarzen Augen an.

Draco sah in Verwirrung und Verwunderung wieder zu Snape hinüber. Ein Teddybär? Die Snapes waren arm genug ohne ihm Geschenke zu machen, und sie hatten ihm schon Kleidung und einen Rucksack gegeben. Warum wollten sie Geld auf ein Spielzeug verschwenden? Er brauchte keinen Teddybär. Sie waren nicht lebensnotwendig, und er war sowieso zu alt für einen.

Er sah wieder auf den Teddy hinunter. Er sah weich und kuschelig aus und fast so niedlich wie Billy. Draco lächelte. Der Teddy schien ebenfalls zu lächeln, wie er bemerkte. Ein weiches, begrüßendes Teddybärenlächeln. Es musste sehr schön sein, den Bären zu halten und mit ihm zu kuscheln. Billy hätte gerne so etwas. Draco nahm den Bären vorsichtig aus dem Geschenkpapier und drückte ihn an sich. Ja, das weiche Gefühl von Fell. Wirklich schön, ihn zu halten.

“Danke“, sagte Draco mit einem Blick zurück zu Professor Snape. “Aber warum?”

Severus lächelte dem Jungen zu, der seinen Teddy an sich drückte ohne es auch nur zu merken. „Weil du ihn brauchtest.“

"Nein habe ich nicht. Es ist ein wirklich schöner Teddy, und sehr freundlich von Ihnen, daß sie ihn mir geben, aber ich brauche ihn nicht wirklich. Ich bin kein Baby mehr. Billy braucht Spielzeug. Ich könnte ohne leben.

„Ob es dir gefällt oder nicht, du bist immer noch ein Kind, Draco“, lächelte Snape. “Und schau nur wie du diesen Teddy hältst. Ich denke, du hast schon lange etwas gebraucht mit dem du kuscheln kannst.“

"Oh... äh...nun…er ist recht schön und weich und ich mag ihn wirklich. Fast so sehr wie ich es mag wenn ich mit Billy spielen kann.“ Draco grinste auf einmal. „Sie hätten sich das Geld sparen und einfach Billy mitnehmen können.“

"Oh, du hattest also vor an der Tür deines Onkels anzukommen und zu sagen: HI, ich bin dein Neffe Draco und das ist mein Hausbaby. Es macht dir doch nichts aus wenn ich hier einziehe, oder? Nun, sorry Draco, aber du kannst meinen Sohn nicht behalten. Ich bin viel eher bereit mich von dem Teddy zu trennen, und deinem Onkel wird das auch viel besser gefallen“, erklärte ihm Snape gespielt streng während der Zug langsamer wurde als er in einen anderen Bahnhof einfuhr.

Draco sah auf einmal das Bild vor sich, wie er mit Billy in einem Eulenkäfig ankam. Er versuchte Snape zu antworten, aber er lachte so laut, daß er kein einziges Wort heraus brachte.

Als er sah wie Draco darum kämpfte etwas zu sagen fing Severus auch zu lachen an.

Eine alte Hexe betrat ihr Abteil, und ‚dieser Hund’ sprang sofort schwanzwedelnd auf den Sitz um sie zu begrüßen. Unglücklicherweise fuhr der Zug in diesem Augenblick wieder an, und ‚dieser Hund’ wurde von der plötzlichen Bewegung heruntergeworfen und fiel wieder auf den Boden. ‚Dieser Hund’ traute dem beweglichen Boden nicht mehr, und kroch mit dem Bauch nahe am Boden unter Severus’ Sitz, für den Fall das es noch einmal passierte.

”Sorry, Hund”, kicherte Draco. “Zugbebengebiet.”

Sie lachten noch lauter.

Die alte Hexe starrte sie wütend an und setzte sich so weit entfernt wie möglich von dem fröhlichen Duo an die Tür.

”Ich schätze sie muß glauben, daß Lachen ansteckend ist“, flüsterte Severus Draco zu, und sie lachten natürlich noch lauter.

Später konnte keiner von ihnen mehr sagen was genau so komisch gewesen war, aber sie lachten fast die ganze Fahrt über, und sie hätten sicher beide zugestimmt, daß sie eine tolle Zeit hatten.

'Dieser Hund’ blieb unter Snapes Sitz, blickte nur gelegentlich hervor und verbrachte die Fahrt größtenteils damit, Angst zu haben. Er war nicht daran gewöhnt, daß sein Herr so fröhlich war, und er verstand noch immer nicht warum sich die Welt bewegte, ratterte und zitterte. ‚Dieser Hund’ amüsierte sich ganz sicher nicht.

Die alte Hexe auch nicht. Sie war eine strenge alte Frau die gar nichts für Fröhlichkeit übrig hatte, und sie war durch und durch angewidert von Leuten die sich in einem öffentlichen Zug benahmen, als ständen sie unter einem Kitzelzauber. Severus und Draco ließen sich aber von ihren verärgerten Blicken den Spaß nicht verderben, und das machte sie noch wütender.

Munin der Rabe war der einzige der ihr nach dem unglücklichen Fall ‚dieses Hundes’ überhaupt noch Aufmerksamkeit schenkte. Er flatterte auf die Rückenlehne ihres Sitzes und starrte eine Weile ihre Brille an. Als sie etwas von ihm weg rutschte, weil sie nicht wusste was sie aus einem großen schwarzen Vogel machen sollte, der mit zwei unanständig glücklichen Leuten reiste, nahm er vorsichtig das glänzende Ding von ihrer Nase um es genauer anzusehen.

Als er sie herunter geklaubt hatte wurde ihm klar, daß es nur eine Brille war. Er ließ sie der Hexe in den Schoß fallen und flatterte wieder zu Draco, in der Hoffnung, daß er den Jungen überreden konnte, daß er ihn die neue Rakerskappe ausprobieren lassen würde. Stattdessen spielten sie eine Runde Fang die Kappe, was Severus sehr erheiterte.

Die alte Hexe setzte ihre Brille wieder auf und starrte sie weiter an.

Etwa eine Stunde später setzte sich ein weiterer Reisender in ihr Abteil. Es war ein runder kleiner Mann mittleren Alters mit strengem grauen Umhang und ernstem Gesichtsausdruck. Dracos Unterbewusstsein betitelte ihn sofort mit „Ministeriumszauberer“. Sein Sinn für Humor schien noch unterentwickelter zu sein als der der alten Hexe, und die beiden unterhielten sich schnell flüsternd, wobei sie Draco und Severus immer wieder schockierte Blicke zuwarfen.

Sie ignorierten die Blicke noch eine Weile lang erfolgreich, bis der kleine Zauberer mit dem runden Bauch sich auf einmal in seinem Sitz aufrichtete und Severus ansprach. "Entschuldigen Sie, Sir. Es ist mir klar, daß man von einfachem Volk wie Ihnen nicht erwarten kann, sich so gut zu benehmen wie wir Menschen höherer Stellung, und ich wäre der Letzte der auf jemanden herab sieht, aber Sie müssen verstehen, daß ein wichtiger Ministeriumsbeamter wie ich mit über 20 Jahren Erfahrung in der Arbeit für die Regierung, der sogar schon die Berater des Ministers beraten hat, an bestimmte Standards gewöhnt ist, an die sich die Menschen in seiner Nähe anpassen sollten. Wenn Sie also nicht bereit oder in der Lage sind, sich an die üblichen Verhaltensregeln zu halten, was im übrigen ein viel besseres Vorbild für Ihren Sohn sein würde, würde ich es sehr begrüßen wenn sie beide wenigstens den Anstand hätten, dieses Abteil uns Menschen besserer Herkunft zu überlassen und ihre Frivolitäten mit anderen einfachen Leuten draußen im Korridor fortsetzen würden.“

Draco hob sofort eine Augenbraue und grinste den Fremden an, aber Severus nahm ihn vorsichtig am Arm und schüttelte mit einem leichten Zwinkern den Kopf.

"Haben Sie Kinder, Sir?” fragte er den “Ministeriumszauberer” mit einem Gesichtsausdruck, den er sonst für die Befragung von Neville Longbottom, seinen am wenigsten geliebten Schüler, reservierte.

„Ja, in der Tat habe ich zwei sehr gut erzogene Kinder, die nie, wie ich Ihnen versichere, auch nur davon träumen würden sich so unanständig zu benehmen, obwohl sie ein gutes Stück jünger sind als Ihr Sohn hier. Aber richtiges Verhalten ist größtenteils eine Frage der Erziehung und der Bereitschaft, sich an den Standard der Familie anzupassen, wie ich immer sage. Kinder wichtiger Männer wie mir müssen natürlich bestimmten Erwartungen entsprechen, und meine Frau sagt mir immer was für ein guter Vater ich bin und wie viel Glück sie hat, mich zu haben. Sie hatte einige große Probleme als wir uns das erste mal getroffen haben, aber ich wusste, daß sie eine so gute Frau ist, und ich habe ihr geholfen. Sie sagt immer, daß sie es ohne mich nicht geschafft hätte. Meine Tochter Patricia ist erst acht, aber sie weiß wie man sich anständig benimmt, und mein Sohn David wird dieses Jahr in Hogwarts anfangen.“

Ein gefährliches Leuchten tauchte in Snapes Augen auf als das Wort Hogwarts hörte, aber der “Ministeriumszauberer” hatte keine Ahnung wie hinterhältig Snape sein konnte, und lächelte weiter von oben herab, ohne sich der Gefahr im geringsten bewußt zu sein.

„Die armen Kinder!”, bemerkte Severus. “Lachen und Glück sollten meiner Meinung nach einen Platz in jedem Leben haben, und für Kinder sind sie besonders wichtig. Allerdings berate ich selten offizielle Berater des Ministeriums.”

“Tatsächlich ist meine Meinung von allen die mich kennen hoch angesehen, und glauben Sie mir, daß solches Gelächter in einer so exklusiven Schule wie Hogwarts nie erlaubt wäre.“

„Waren Sie dann selbst in Hogwarts, Sir?”

"Leider nein. Mein Vater verstand nicht wie wichtig eine höhere Ausbildung ist, und ich musste später Abendstunden nehmen um seinen Fehler wieder gut zu machen, aber ich habe mich trotzdem fast bis zu einem akademischen Titel hinauf gearbeitet. Ich habe viele Dinge gelernt und getan.“

“Ah, sehr schön. Dann werden wir Sie Ihrer Ernsthaftigkeit überlassen. Komm mit, Draco, wir werden hier offensichtlich nicht gewollt.“ Severus packte seine Tasche und zog ‚diesen Hund’ unter dem Sitz hervor und nahm ihn wieder an die Leine.

Gerade als sie durch die Türe gingen drehte er sich wieder zu dem “Ministeriumszauberer” um, der vor der alten Hexe die Brust heraus streckte und sich in seinem Sieg über die beiden Störenfriede sonnet. "Wie sagten Sie war doch gleich Ihr Name, Sir?”

"Direktor Smith, warum?"

"Reine Neugier, Mr Smith, reine Neugier. Ich freue mich darauf, Ihren gut erzogenen Sohn zu treffen.“ Und damit schloß Severus die Türe hinter sich, so daß Mr Smith keine Gelegenheit bekam zu fragen was er mit der letzten Bemerkung meinte.

In dem Augenblick in dem sie im Korridor waren, wandte sich Draco an Snape. ”Warum haben Sie zugelassen, daß er uns rauswirft? Ich dachte Sie wissen besser wie man mit kleinen Bauern mit aufgeblasenem Ego fertig wird.“

”Oh, das wollte ich, aber als er erwähnte, daß sein Sohn in Hogwarts anfängt habe ich meine Meinung geändert. Ich denke ich werde viel mehr Spaß haben, dies mit Mr David Smith auszutragen, die ganzen 8 Jahre lang die er in Hogwarts sein wird...“

„Äh…7 Jahre”, erinnerte Draco seinen Lehrer.

„Oh nein, 8. Die Sterne sagen mir, daß der arme unglückliche David im 7. Jahr in Zaubertränke durchfallen wird, und ein Jahr länger bei uns bleiben muß um es wieder aufzuholen“, sagte Severus in einer fast perfekten Imitation von Professor Trelawney, und wieder lachten sie los.

Sie lachten noch immer als der Zug in den nächsten Bahnhof einfuhr.

„Komm mit, „Sohn!“, lachte Snape. “Hier steigen wir aus.”

“Ich kann nicht glauben, daß er dachte ich wäre Ihr Sohn”, keuchte Draco als er noch immer lachend aus dem Zug stieg. „Wir sehen uns gar nicht ähnlich.“

"Ich denke, dass es nicht an unserem Aussehen lag. Ich denke es war die Art wie wir uns benommen haben.”

Draco sah überrascht zu seinem Lehrer auf. “Mein Vater hat sich nie so benommen.”

”Nun, er war kein sehr guter Vater.”

"Er hat mir viele wichtige Dinge beigebracht“, widersprach Draco.

"Wie man Leute verspottet und Schlammblüter nennt? Oder meinst du verbotene Flüche für die man nach Azkaban kommen kann?“

Draco starrte vor sich auf den Boden. Ja, vielleicht waren die Dinge die sein Vater ihm beigebracht hatte nicht so schlau wie er immer geglaubt hatte. Wenigstens hatte sein Vater sich so in ziemliche Schwierigkeiten gebracht.

"Sollten wir nicht Muggelsachen anziehen?”, fragte Draco als er sich auf einmal auf der leeren Plattform umsah. „Und wie kommen wir hinaus in die Muggelwelt?”

„Nein brauchen wir nicht. Wir gehen gar nicht in die Muggelwelt”, erklärte Severus. “Siehst du den Pfad da drüben? Der bringt uns direkt zum Haus deines Onkels, und ist völlig muggelsicher.“

Draco folgte dem Pfad der direkt von der Plattform herunter führte mit den Augen. Er führte durch einen Wald einen Hügel hinauf, und dort, ganz oben auf dem Hügel, stand Onkel Thomas’ Haus. Es sah ganz nahe aus.

Draco zögerte. “Sind Sie sicher, daß das ein muggelfreier Pfad ist? Er sieht furchtbar offen aus.“

„Ja, ist es. Alles das die Muggel da drüben sehen ist sehr dichter Wald. Viel zu unbequem um durchzulaufen.“

“Also müssen wir jetzt gehen?“

Snape sah Draco an. Sie sollten es wirklich, aber…

Er sah sich noch einmal auf der leeren Plattform um. Niemand sonst war hier ausgestiegen, und das einzige, das zu sehen war, waren einige Bänke und ein sehr kleines Zauberergasthaus in dem wahrscheinlich nie viel los war

"Vielleicht sollten wir vorher zu Mittag essen“, schlug er vor. “Nach dem was ich gelesen habe ist das Haus nicht so nahe wie es von hier aus aussieht, und der Weg macht wahrscheinlich ein paar Umwege, die wir auch noch nicht sehen können. Wir müssen vielleicht ziemlich lange laufen, und wer weiß wann dein Onkel normalerweise zu Mittag isst.“

"Oh ja", nickte Draco sofort. “Ich habe schon etwas Hunger.”

Also gingen sie in das kleine Gasthaus und bestellten ein einfaches Essen (nicht daß es etwas anderes auf der Speisekarte gegeben hätte). Der alte Zauberer hinter der Bar strahlte sie glücklich an und eilte davon in die Küche.

„Denken Sie er kocht selbst?“, fragte Draco Snape.

"Höchstwahrscheinlich. Schau dich um. Ich wäre überrascht wenn er mehr als 10 Gäste am Tag bekommt. Er kann sich kaum leisten, Leute einzustellen.“

Sie waren tatsächlich die einzigen Anwesenden, und die Tische in der Ecke sahen sehr staubig aus. Sie wurden wahrscheinlich nie benutzt. Die meisten Gäste würden an der Bar essen, nahm Draco an. Das gab dem einsamen Barkeeper die Gelegenheit, sich mit jemandem eine Weile zu unterhalten, und es ersparte ihm die Aufgabe, die Tische abzustauben.

Draco sah sich neugierig um und betrachtete jeden kleinen Riß und jede Spinnwebe an den Wänden. Lucius Malfoy hätte seinem Sohn nie gestattet, in einem so schäbigen Gasthof zu essen, und höchstwahrscheinlich würde Onkel Thomas ihn auch nicht betreten. Professor Snape hatte offensichtlich mehr Sinn für Abenteuer, und er sah es wahrscheinlich als gute Gelegenheit an, etwas Geld zu sparen. Hier zu essen konnte sich wohl kaum als teuer herausstellen.

Der alte Zauberer nahm sich Zeit beim Kochen, aber das Ergebnis war überraschend gut. Dennoch aß Draco so langsam er konnte, um die Zeit zu strecken die er hatte bis er seinen Onkel traf. Snape machte es nichts aus. Er hörte dem Geplapper des alten Zauberers eine Weile lang zu und machte ein paar ermutigende Bemerkungen als er erzählte wie schlecht das Geschäft lief und daß die Leute immer so in Eile waren um ihre Züge zu erwischen. Dann unterhielten sie sich über das Muggeldorf, und Snape erfuhr all die kleinen Skandale in der Stadt.

Nach einer Weile erwähnte Severus beiläufig das Haus auf dem Hügel, und der alte Zauberer reagierte sofort. Ja, das war das Haus von Mr. Malfoy. Er lebte dort alleine seit sein Sohn ausgezogen war, vor etwa… nun, es musste wenigstens 40 Jahre her sein.

Und war der alte Mann dann nicht einsam?, wollte Severus wissen.

Oh ja manchmal schon und dann kam er herunter ins Dorf, aber er ging natürlich nicht in das Gasthaus am Bahnhof. Stattdessen ging er ins Dorf um im Muggelgasthaus zu essen. Oder er ging zum Marktplatz hinunter.

”Er kommt natürlich um Leute zu treffen, und hier sind nicht viele, wissen Sie”, sagte der alte Zauberer traurig.

”Er unterhält sich also gerne mit Muggeln? Er muß in der Gegend ein beliebter Mann sein.“

“Oh ja er ist schon ein guter Mann. Etwas grantig manchmal, und er rastet leicht aus, aber im großen und ganzen ist er ein guter Mann. Und in seinem Alter hat ein Mann das Recht, etwas grantig zu sein, sage ich.”

“Siehst du, er ist muggelfreundlich. Er wird auch gut zu dir sein”, flüsterte Severus Draco zu als sie hinaus gingen.

“Er ist auch grantig und rastet aus”, fügte Draco zweifelnd hinzu.

”Nun, das ist immer noch viel besser als alles was die Leute über deinen Vater sagen würden.”

Das stimmte natürlich. Draco konnte es nicht abstreiten, aber er wollte auch nicht zustimmen. Also sagte er gar nichts.

Der Weg stellte sich wirklich als viel länger heraus als erwartet, da er scheinbar ohne Richtung durch den Wald führte. Viele Füße hatten hier und da Abkürzungen getreten, aber in unausgesprochener Übereinstimmung ignorierten Draco und Severus sie alle, und folgten einfach dem Weg bis sie endlich an dem großen Tor ankamen, das auf Thomas Malfoys Besitz führte. Nun, höchstwahrscheinlich gehörten ihm der Weg und der Wald ebenfalls, aber es war das erste klare Zeichen eines Besitzers das sie gesehen hatten.

Es gab keinen sichtbaren oder hörbaren Alarm, aber in dem Augenblick, in dem sie am Tor anhielten tauchte ein kleiner Hauself aus dem Nichts auf und fragte nach ihren Wünschen.

"Sag deinem Meister, daß ich seinen Neffen Draco bringe, da er der nächste lebende Verwandte des Jungen ist, abgesehen von seinem Vater der im Augenblick in Azkaban ist.“ Snape starrte den kleinen Diener düster an.

Er hatte dem kleinen Wesen gegenüber nicht unhöflich sein wollen, aber er war nie sehr gut mit Hauselfen ausgekommen. Es war nicht als würde er ihre harte Arbeit und Treue nicht respektieren, aber ihre übliche Freude und Herzhaftigkeit nervte ihn unendlich, und ihre Unfähigkeit, die einfachsten grammatischen Strukturen richtig zu verwenden war ihm fast ebenso unerträglich.

Die Elfe flatterte mit ihren großen Ohren, starrte ihn durch große runde Augen an und strahlte aufgeregt.

"Ja, Sir. Flopsy ist sagt Meister Thomas Malfoy gleich sofort, Sir!” Und damit verschwand sie wieder.

Severus seufzte. Natürlich hatte er einfach in eine besonders aufgeregte Elfe mit besonders schlechter Grammatik laufen müssen. Er versuchte sich daran zu erinnern, daß es nicht der Fehler der Elfen war, daß sie ihr Bestes tat um hilfreich zu sein, und daß er wirklich etwas netter zu ihr sein sollte.

Es half nicht. Sie war trotzdem zu fröhlich und konnte nicht Englisch sprechen. Severus stählte sich für die Rückkehr. Er würde wenigstens versuchen sich genug zu kontrollieren um sie nicht zu beleidigen.

Draco, der so nahe wie möglich bei ihm blieb, hielt seinen Teddybären fest und starrte auf die Stelle von der Flopsy verschwunden war. Severus berührte vorsichtig seine Schulter um ihn zurück zu bringen.

“Es ist schon gut. Er beißt dich nicht.“

Draco schluckte. „Ich hoffe es.“ Aber was konnte er sonst noch machen?

‚Dieser Hund’ bellte ihn glücklich an, und sprang an seinem Bein hinauf, wobei er seinen Umhang dreckig machte. Draco lächelte nervös und bückte sich um den Kopf des Tieres zu streicheln.

Snape starrte die dreckigen Pfoten des Hundes einen Augenblick lang an, aber er konnte nicht wirklich wütend auf ihn sein, daß er Draco von seiner Angst ablenkte. Wo war Flopsy? Sie hatte mittlerweile genug Zeit gehabt, seine Nachricht ihrem Meister zu überbringen und zurückzukommen um sie hinein zu lassen.

Und dann apparierte plötzlich jemand am Tor. Es war aber nicht Flopsy, und auch kein anderer Hauself. Es war ein alter Zauberer, und seine Kleider waren ganz sicher nicht die eines Dieners. Thomas Malfoy war persönlich gekommen um sie zu begrüßen, und er sah nicht glücklich aus.

Er warf einen schnellen spöttischen Blick auf Severus, Draco und ‚diesen Hund’, betrachtete den Teddy kalt und wandte sich dann Snape zu.

Snape grinste spöttisch zurück, und Thomas machte vor Überraschung fast einen Schritt nach hinten. Er hatte noch nie jemanden außerhalb seiner Familie getroffen der es besser beherrschte als er. Er starrte ihn stattdessen finster an, um einen aussichtslosen Kampf zu vermeiden.

Severus blieb bei seinem Grinsen. Er konnte auch mit den Besten ein finsteres Starren austauschen, aber er war nicht hergekommen um Thomas herauszufordern.

„So! Sie erwarten, daß ich Lucius verzogenen kleinen dunkle-Künste-Lümmel aufnehme, wie?“, blaffte Thomas Malfoy.

"Sie sind der nächste lebende Verwandte des Jungen, und er hat keinen anderen Ort an den er kann. Ich kann verstehen, daß sie seinen Vater nicht mögen, das tue ich auch nicht, aber er ist Familie und Draco ist nicht Lucius. Er ist wirklich ein sehr netter Junge wenn man ihn näher kennen lernt.“

„Er ist trotzdem Lucius’ Kind. Ich will nichts davon wissen was ihm dieses alte Ungeheuer beigebracht hat.“

„Und jetzt haben Sie die Gelegenheit ihm etwas besseres beizubringen. Sie würden dem Jungen etwas Gutes tun wenn Sie ihm die Gelegenheit geben würden, eine Weile in einer normalen Umgebung zu leben.“

„Ich bin ein alter Mann. Ich habe weder die Zeit noch die Geduld, mich mit Lucius’ Fehlern herumzuschlagen. Ich kann verstehen, daß sie das Kind los werden wollen, aber ich bin nicht bereit ihn aufzunehmen, und das ist endgültig. Es laufen genug andere Malfoys in diesem Land herum. Gehen sie zum Beispiel meinem Sohn auf die Nerven. Ich lasse mich mit nichts ein das auch nur eine entfernte Verbindung zu Lucius hat.“

„Nun, in dem Fall, wohin...,” fing Snape an zu fragen, aber Thomas war schon disappariert.

Draco starrte einen Augenblick lang die Stelle an auf der er noch vor Sekunden gestanden hatte, dann wandte er sich Severus zu. “Was machen wir jetzt?”

”Heimgehen bis wir herausfinden wo der Sohn lebt?” Severus zuckte die Schultern. “Er hätte wirklich lange genug bleiben können um uns die Adresse zu geben."

”Wie finden wir ihn? Ich wusste noch nicht einmal, daß er einen Sohn hat, und er hat sich nicht die Mühe gemacht, seinen Namen zu erwähnen.“

„Wir müssen nur deinen Stammbaum suchen. Das sollte nicht zu schwer sein. War nicht einer in dem Buch in dem du gestern gesucht hast? Ich glaube es hieß „Die Malfoys“.“

"Ja, aber das sagt uns nicht wo er lebt. Es hatte keine Adressen.“

"Eines der anderen weiß es schon. Oder wir finden einen anderen Verwandten von dir, und wenn nicht können wir immer das Ministerium als letzte Zuflucht nehmen. Alle Zauberer und Hexen müssen dort registriert sein.“

"Aber würde sich das Ministerium von der Information trennen?”

"Nicht allzu bereitwillig, aber wenn ich Dumbledore dazu bringe für uns zu fragen, sollte es gehen.“

”Aber das heißt, daß wir warten müssen bis Dumbledore aus dem Urlaub kommt. Wie lange dauert das?“

"Oh, er kommt rechtzeitig zurück um das neue Schuljahr vorzubereiten, und wir haben noch ein paar andere Möglichkeiten, bevor wir uns an ihn wenden müssen. Wir können immer versuchen an die Tür eines der Malfoyanwesen zu klopfen und den fragen der da wohnt.“

Draco schauderte bei dem Vorschlag.

„Ich würde lieber wissen zu wem ich ziehe bevor ich hingehe.“

„Keine Angst. Das mache ich nicht wirklich. Ich will die Leute zu denen ich dich bringe selbst kennen. Die Leute in der Gegend zu fragen wie wir es heute gemacht haben ist aber vielleicht eine gute Idee. Sie kennen üblicherweise jeden kleinen Skandal und geben dir einen guten Eindruck der schlimmsten Seite der Menschen.“

„Oh toll.“

“Du musst nur daran denken, daß sie immer übertreiben. Geschwätz ist sehr informativ wenn man weiß wie man es liest.“ Snape lächelte leicht.

„Und Sie sich sicher, daß Sie es wissen?“

„Vertrau mir. Ich bin ein Profi.” Snape zwinkerte Draco zu.

"Sie sind ein Lehrer“, widersprach Draco. “Das weiß ich ganz sicher.“

„Und nebenher noch ein paar andere Dinge. Keiner in Hogwarts ist ganz das was er scheint. Nun, vielleicht mit einigen Ausnahmen, aber Dumbledore hat für die meisten Leute die er einstellt andere Verwendung.”

“Wirklich? Was machen sie denn?”

„Informationen sammeln, aber das ist ein Geheimnis, Draco. Es würde nicht mehr funktionieren wenn die Leute es auch nur vermuten würden.“

Draco lachte. „Das klingt als wären Sie Geheimagent oder so. Sie wissen schon, jemand der die Truppen des Feindes infiltriert, streng geheime Dokumente kopiert...“

"Nein, so nicht mehr. Ich habe meine Tarnung verraten nachdem Voldemort das erste Mal besiegt war. Sie alle denken ich habe beim Ministerium ausgepackt, also kann ich nicht mehr zurück. Voldemort würde mir nie wieder trauen. Ich bin jetzt eine weniger interessante Art von Spion, aber für Dumbledore immer noch nützlich.“

Draco starrte Snape eine Weile lang an. Sie hatten sich während ihres Gespräches wieder auf den Weg zurück zum Bahnhof gemacht, und waren jetzt tief im Wald. Deswegen wagte es Professor Snape wohl, überhaupt von diesen Dingen zu sprechen. Das, und die Tatsache, daß Dracos Vater es wahrscheinlich gewusst hatte und es Draco eines Tages erzählt hätte wenn er nicht stattdessen nach Azkaban gekommen wäre. Snape war einmal ein Doppelagent gewesen und hatte beim dunklen Lord spioniert? Und er hatte es überlebt? Draco hatte oft gehört, daß Leute von dem Ring der Spione gesprochen hatten, die Dumbledores mächtigste Waffe gegen Voldemort gewesen waren, aber aus irgendeinem Grund hatte er nie zuvor darüber nachgedacht was das bedeutete. Es hatte Leute gegeben die so unerschrocken gewesen waren, daß sie es gewagt hatten, Voldemort immer wieder anzulügen, jeden anzulügen. Sein Vater hatte ihm oft erzählt welche Macht der dunkle Lord hatte, und wie er das einzige war, vor dem alle Todesser Angst hatten. Und er war auf ihrer Seite. Sie waren seine heroischen Kämpfer, hatte sein Vater gesagt, die mutigsten Menschen der Welt, weil sie es wagten Voldemort immer wieder gegenüberzutreten.

Aber es hatte Leute gegeben die noch gefährlicher gelebt hatten, und warum hatte nie jemand ihre Geschichte erzählt? Irgendwie war es ihm nur natürlich vorgekommen, daß Dumbledore Spione gehabt hatte, und daß alle Todesser treue Diener von Voldemort gewesen waren, aber wie konnte beides stimmen?“

”Was wurde aus den anderen? Waren alle Lehrer mal Spione?”

"Natürlich nicht. Einige unterrichteten damals schon in Hogwarts. Jeder von ihnen hat eine Geschichte und jeder von ihnen hat einen Platz im Kampf, aber ich bin der einzige der wirklich ein Spion war. Die anderen hatten andere Aufgaben, und die meisten davon waren offiziell. Du kannst darüber in den alten Zeitungen nachlesen. Sie sind in der Bibliothek. Frag einfach Madam Pince."

"Es ist mir egal was die Lehrer getan haben. Was ist mit den anderen Spionen passiert? Sind sie alle gestorben?“

“Einige von ihnen. Andere wurden nie erwischt und machen es noch immer. Einige gingen zu anderen Dingen über. Einige wurden vom Ministerium eingestellt.... es gab nie so viele von uns wie die Öffentlichkeit glaubte. Wir hatten unsere Leute nur strategisch platziert. Ich war ein Mitglied von Voldemorts innerem Kreis, und die längste Zeit in seine Pläne eingeweiht. Ich bin derjenige der Albus die Liste mit seinen geplanten Zielen gab. Es war für mich recht leicht sie zu bekommen.“

„Und die anderen? Wer waren die anderen?”

Snape schüttelte nur stumm den Kopf, und Draco verstand. Es war gefährliches Wissen.

“Erzählen Sie mir nur von einigen, die die Todesser schon kennen. Es kann nichts schaden wenn Sie mir etwas sagen das ich sowieso von Vater erfahren hätte“, bettelte er.

"Nun, ich kannte die anderen Agenten damals nicht. Ich war der, der am wahrscheinlichsten gefangen und gefoltert werden würde, also wurde ich im Dunkeln gehalten damit ich sie nicht verraten konnte. Ich erstattete Albus direkt Bericht, obwohl das damals eine große Gefahr darstellte. Ich wusste aber immer von Moody. Jeder wusste, daß er und Albus eng befreundet waren und ich nehme an, daß er Albus über die Aktionen des Ministeriums informierte. Er war schon ein Auror, wie du vielleicht weißt. Voldemort vermutete, daß auch die Potters ein Teil der Operation waren, aber sie waren nicht im Feld eingesetzt. Vielleicht waren sie ein Teil der Planungsgruppe, aber es ist wahrscheinlicher, daß James nur als Bote zwischen Albus und Lupin diente. Der Werwolf hielt ein Auge auf die Nockturngasse und andere Treffpunkte für dunkle Zauberer. Er war ein dunkles Wesen und wurde leicht akzeptiert, und er wusste wie man in die Schatten sinkt und Gespräche belauscht.“

"Aber er hat die Todesser nicht wirklich infiltriert?”

"Nein, die Information über die Taten derer auf der dunklen Seite die nichts mit Voldemort zu tun hatten war ebenfalls wichtig, und es war weniger gefährlich für jemanden der als Freund von Dumbledore bekannt war. Er hätte nie in Voldemorts Operation gelangen können. Oder zumindest hat Albus das damals gedacht. Wurmschwanz kam für uns alle überraschend."

"Wurmschwanz? Was ist denn Wurmschwanz?“ Draco war durcheinander. Professor Snape hatte es fast so gesagt als wäre es ein Name, aber wer würde sich so nennen?

„Man könnte ihn mein Gegenstück auf der dunklen Seite nennen, Voldemorts Spion gegen Dumbledore. Er ist es, der die Potters verkauft hat. Sie waren immer so vorsichtig, daß ich nichts wusste, und dann hat er sie alle verraten. Sie hatten nie die Möglichkeit in Betracht gezogen, daß er sich gegen sie wenden könnte.“

„Aber wenn dieser Wurmschwanz all ihre Geheimnisse dem Dunklen Lord verraten hat, wie haben Sie überlebt? Es scheint mir er wäre erst auf all die eingeschleusten Spione losgegangen bevor er die Potters verriet.“

„Oh, aber Wurmschwanz wusste nie von mir. Mir wurde nicht von den anderen Spionen erzählt, und sie wussten auch nichts von mir. Sie haben vielleicht vermutet oder sogar gewusst, daß es noch einen eingeschleusten Spion gab, aber sie wussten nie, daß ich es war. Was sollte Wurmschwanz Voldemort sagen? ‚Ich denke sie haben irgendwo ein Leck?’ Das ist nichts das man dem Dunklen Lord sicher sagen kann. Voldemort war schon eine Weile hinter den Potters her gewesen als Wurmschwanz sie ihm ausgeliefert hat.“

„Also sagte er ihm er solle Black anwerben, und dann hat Black...“

„Nein, Black hatte nie etwas damit zu tun. Zumindest sagt das die letzte Geschichte.“

„Aber er war der Geheimniswahrer der Potter. Niemand hätte sie ohne seine Hilfe finden können.“

„Offensichtlich war er es nicht. Aus irgendeinem Grund wollte er den Auftrag nicht, und die Potters baten stattdessen Wurmschwanz, weil er ein so unwahrscheinlicher Kandidat zu sein schien, daß sie glaubten Voldemort würde nie auch nur an ihn denken.”

„Warum ging dann Black nach Azkaban, und nicht Wurmschwanz?“

"Weil jeder wusste, daß die Potters Black gebeten hatten ihr Geheimniswahrer zu sein, und Wurmschwanz verschwand bevor jemand auch nur daran dachte ihn zu verdächtigen. Die Gerüchte sagen, daß Voldemort ihn im Augenblick statt eines Hauselfen hält.”

Draco grinste über den Gedanken. Ein menschlicher Hauself? Das mußte Spaß machen. Er wünschte fast, es eines Tages zu sehen, aber andererseits würde das bedeuten, daß er den Dunklen Lord treffen musste, und Draco war sich gar nicht mehr sicher, daß er diesen Typen noch kennenlernen wollte.

"Er würde Charlie und Matt umbringen wollen, oder?”, fragte er mit leicht zitternder Stimme. Es klang so unmöglich. Warum sollte jemand Charlie etwas tun wollen? Alles was sie wollte war, eine berühmte Tänzerin zu werden. Sie würde nie jemandem etwas tun.

"Ja, das will Voldemort, alle Squibs und Muggelgeborenen umbringen. Er würde auch Mary töten, weißt du.“

“Was!? Warum würde er das tun? Sie ist magisch und ihre Mutter ist auch eine Hexe. Er hat keinen Grund ihr etwas zu tun.“

„Aber sie ist kein Reinblüter. Für Voldemort ist ein Halboger ebenso eine Abscheulichkeit wie ein Squib.“

„Aber...aber...“ Das war unmöglich. Warum sollte jemand Mary tot sehen wollen? Sie wäre eine großartige Kämpferin wenn Voldemort sie auf seine Seite bekommen würde. Sie war stärker als Crabbe und Goyle, aber sie hatte trotzdem mehr Gehirn. „Er würde den anderen nicht auch etwas tun, oder?“

„Nicht zu Anfangs, aber wenn er es schaffen würde alle Muggel und Muggelgeborenen zu töten wird er vielleicht noch wählerischer. Er fängt vielleicht an Leute zu töten weil sie nicht intelligent genug sind für seinen Geschmack, oder nicht stark genug, oder nicht groß genug... oder vielleicht einfach weil sie arm sind. Es gibt eine Million Gründe die er sich einfallen lassen könnte um jemanden zu töten, aber was er nicht tun wird ist, mit dem Töten aufhören. Siehst du, er genießt es zu sehr.“

”Wenn er also seinen Willen bekommt, wo würde er aufhören?”

„Nirgends. Er kann nicht aufhören und er kann nicht sterben. Er würde nur weiter töten, bis er das einzige Lebewesen wäre das auf der Welt übrig ist.“

"Aber das bedeutet, daß er auch sein Gefolge tötet!”

“Natürlich tut es das. Voldemort sind die Menschen egal. Er will nur töten, und es ist ihm eigentlich egal wen er tötet. Er denkt vielleicht jetzt, daß er nur alle Muggel tot sehen will, aber wenn sie weg sind wird ihm klar werden, daß es nicht genug war. Es wird nie genug sein.“

„Warum folgen ihm die Leute dann trotzdem? Wenn er sie doch umbringt, sollten sie alle gegen ihn sein.“

„Weil ihnen einfach nicht klar ist was Voldemort wirklich ist. Sie glauben an seine Versprechen von Macht und Geld und werden es weiter tun bis sie entweder sterben oder jemand ihren Meister tötet.“

Draco dachte eine Weile darüber nach. "Sie sagten er kann nicht sterben“, sagte er endlich.

„Nicht an natürlichen Ursachen, soweit ich weiß, aber fast alles kann vernichtet werden. Lily Potter hat es einmal beinahe geschafft. Der Schlüssel ist es, einen Spruch zu finden der noch stärker ist als der ihre.“

Draco dachte darüber nach. Es war also eigentlich Lily gewesen, und nicht Harry Potter, der den Dunklen Lord besiegt hatte. Aber welchen Spruch hatte sie benutzt, und welcher könnte stärker sein? Er wollte Snape danach fragen, aber wenn sein Lehrer die Antwort darauf gewusst hätte, hätte er Voldemort schon lange vernichtet.

Und was machte er hier eigentlich? Er dachte über einen Weg nach den Mann zu vernichten, dem er dienen sollte? Aber was wenn das was Snape gesagt hatte stimmte? Was wenn Voldemort einfach weiter machen und ihn und alle anderen umbringen würde? Was würde er dann tun? Auf wessen Seite stand er wirklich?

Draco war noch immer sehr still und nachdenklich als sie wieder am Bahnhof ankamen. Severus störte ihn nicht. Er wusste, daß er dem Jungen viel zu denken gegeben hatte. Es war seine Absicht gewesen. Es gab ihm etwas anderes zu denken als die Abweisung durch seinen Onkel, und es zwang ihn dazu, seine Loyalitäten zu überdenken.

Severus hatte immer vermutet, daß Draco nur seinem Vater blind in Voldemorts Dienst folgte, und daß er nie wirklich die Konsequenzen bedacht hatte. Die Art wie Draco sich mit den Rakers angefreundet hatte, hatte ihn davon überzeugt, daß Draco nicht wirklich an die Ideale der Todesser glaubte, aber Draco musste es selbst klar werden, und das würde Zeit brauchen.

Sie gingen wieder in das Gasthaus mit dem alten Zauberer, und warteten dort auf ihren Zug. Nicht daß einer von ihnen sich wirklich dafür interessierte was er zu sagen hatte, aber es half ihnen, die Zeit herum zu bringen, da sie fast eine Stunde lang warten mussten und selbst ‚dieser Hund’ sich zu langweilen schien weil er nur staubige Ecken zu beschnuppern hatte als der Zug endlich ankam.

Der Zug war mittlerweile fast ganz voll, und sie mussten ihr Abteil mit einer Familie mit zwei kleinen Kindern teilen, die erfreut waren, ‚diesen Hund’ und Munin zu sehen. Der Rabe freute sich offensichtlich nicht über diese Situation. Er flüchtete auf Severus’ Schulter und sah misstrauisch von dort auf die Kinder herab.

‚Dieser Hund’ andererseits war noch glücklicher als die Kinder. Er wedelte so schnell mit dem Schwanz, daß Draco befürchtete er würde am nächsten Morgen einen Muskelkater haben. Die Kinder warfen einen letzten sehnsüchtigen Blich in Munins Richtung, und gingen dann zu der wichtigen Angelegenheit über, ‚diesen Hund’ zu streicheln.

"Keine Angst. Er ist harmlos und an Kinder gewöhnt,” flüsterte Draco der besorgt aussehenden Mutter zu.

Sie lächelte ihm dankbar zu. Wie die meisten Hexen und Zauberer war sie offensichtlich nicht allzu vertraut mit Hunden. Katzen, Eulen und selbst Kröten waren in der Zaubererwelt als Haustiere wohlbekannt. Hunde aber waren in den alten Zaubererfamilien recht unbeliebte Haustiere. Sie waren natürlich als beliebte Muggelhaustiere bekannt, und viele Muggelgeborene hielten sie, aber sie hatten überhaupt keine magischen Qualitäten, und wurden daher von den meisten anderen ignoriert.

Draco fragte sich wieder einmal wie Snape überhaupt zu ‚diesem Hund’ gekommen war.

Die Eltern der Kinder stellten sich als sehr freundlich heraus, und Draco unterhielt sich den längsten Teil der Fahrt über mit ihnen. Sie waren auf dem Weg zu den Großeltern der Kinder in einer Stadt bei London. Ja, sie hatten eine lange Reise vor sich, aber es war so schwer mit einem zappelnden Kind auf dem Arm mit Flohpulver zu reisen, und sie genossen es wirklich, die Landschaft vor dem Zugfenster vorbeiziehen zu sehen.

Draco sagte ihnen, daß er und Professor Snape aus Hogsmeade waren und auf dem Rückweg waren, nachdem sie seinen Onkel besucht hatten. Es fühlte sich nicht einmal wie eine Lüge an, er sagte nur nicht die ganze Wahrheit. Sie brauchten nicht zu wissen wer er wirklich war. Sie könnten ebenso viel Angst bekommen wie sein Onkel.

Sie schienen ebenfalls einfach anzunehmen, daß er und Snape verwandt waren oder so. Wenigstens fragten sie nicht. Vielleicht dachten sie einfach, sie wären Vater und Sohn, genau wie Direktor Smith es getan hatte? Draco war es eigentlich egal solange sie keine Fragen stellten die er wirklich nicht beantworten konnte.

Als sie den letzten Bahnhof vor Hogsmeade erreichten, zog Severus Tinte und Pergament heraus und fing an, eine kurze Nachricht zu schreiben die er an Munins Bein band, und als der Zug anfing langsamer zu werden und in Hogsmeade einzufahren, öffnete er das Fenster und ließ den Raben hinaus

„Wohin schicken Sie ihn?“, fragte Draco neugierig.

“Heim, um Sarah zu sagen, daß wir wieder kommen. Oder wolltest du sie überraschen?“

Das wäre vermutlich nicht ratsam gewesen, dachte Draco als er daran dachte wie sie ihn das erste Mal begrüßt hatte als er an ihrer Tür angekommen war. Es war besser wenn sie im Voraus wusste, daß sie ihn wieder zurück erwarten konnte, und mit der Katze schimpfen konnte statt mit ihm.

Sie gingen langsam vom Bahnhof aus zurück, um Munin genug Zeit zu geben um die Nachricht abzuliefern.

„Gehen wir Morgen wieder nach Hogwarts?“, fragte Draco als sie die Brücke nach West Hogsmeade überquerten.

“Ich denke nicht, daß wir die Zeit haben. Es ist wieder Markttag, und wir müssen für diese Woche viel einkaufen. Ich habe einige Termine am Dienstag, aber vielleicht habe ich auf dem Rückweg die Zeit um im Schloß vorbei zu schauen und einige Bücher zu holen wenn alles läuft wie geplant. Bis Sonntag haben wir ein anderes Familienmitglied gefunden zu dem wir dich bringen können.“

„Dann bleibe ich noch eine Woche hier?“

„Ich schätze schon. Macht es dir viel aus?“

„Nein, gar nicht. Jetzt kann ich noch mehr mit Billy und den Rakers spielen und die Waschmaschinen wieder ansehen und schwimmen gehen und...“

Severus lächelte leise über Dracos Freude. Ihm gefiel der Gedanke, den Jungen etwas länger zu behalten immer mehr. West Hogsmeade tat Draco gut, und der Junge schien es zu mögen. Wie konnte man je glauben, daß er einmal ein Todesser werden würde? Snape fing fast an, sein Interesse daran ein Elektriker zu werden ernst zu nehmen.

Als die ersten Mietshäuser in Sicht kamen, wurden Draco und ‚dieser Hund’ ungeduldig, nach Hause zu kommen, und gingen schneller. Wenigstens kam es Draco vor wie sein zu Hause. Er konnte sich kaum daran erinnern, daß er sich verloren und etwas abgestoßen gefühlt hatte, als er die Mietshäuser das erste Mal gesehen hatte.

Severus konnte es nicht glauben. Nachdem sie heute so weit gegangen waren, sah Draco immer noch aus als wäre er bereit, den Rest des Weges zu rennen.

Sie rannten natürlich nicht. Severus ging langsam, und ließ sich weder von Draco noch von ‚diesem Hund’ drängen. Er war noch immer der einzige mit einem Schlüssel, und Draco konnte in den Ferien keinen Alohomora Spruch benutzen. Was den Hund betraf, der brachte nicht einmal eine unverschlossene Türe alleine auf.

Draco wurde wieder langsamer um auf seinen Lehrer zu warten, aber er musste sich noch einige Male davon abhalten, genau wie ‚dieser Hund’ voraus zu laufen. Endlich erreichten sie die Türe ihrer Wohnung. Snape zog den Schlüssel heraus.

Und da fiel Draco auf einmal etwas ein, und er rannte davon. Zum ersten Mal klingelte er wirklich an Mikes Wohnung.

Severus, der verwirrt ausgesehen hatte als Draco auf einmal davon gelaufen war, wartete und lächelte leise. ‚Dieser Hund’ bellte laut und protestierend, aber es half nichts. Die Türe blieb für den Augenblick geschlossen.

Mike öffnete die Türe. “Draco?!"

"Ich bleibe noch eine Woche. Onkel Thomas will mich nicht.“ Draco grinste glücklich.

"Will dich nicht?”, fragte Mike immer noch etwas verwirrt. „Warum denn nicht?“

"Er ist ein alter Mann und mag Dracos Vater nicht sonderlich, und seine Vorstellung davon, ein Kind zu erziehen“, erklärte Severus für Draco. Er war nicht sicher, daß der Junge wirklich verstanden hatte warum sein Onkel ihn so zurück gewiesen hatte, und sah jetzt eine gute Gelegenheit es zu erklären. „Er dachte einfach er könnte in seinem Alter nicht mit all den Problemen klar kommen von denen er glaubte, daß es Draco sie mitbringen würde.“

„Also bleibst du hier? Für immer?”

”Nein, nur noch eine Woche, bis wir einen anderen Verwandten finden der mich vielleicht will.”

Draco seufzte. Noch eine Woche klang toll, aber wenn er darüber nachdachte war es eine sehr kurze Zeit, und wie würde Onkel Thomas’ Sohn sein? Er wusste nicht einmal wo er lebte.

"Oh, nun, das ist trotzdem toll. Komm mit, wir müssen es sofort Cathy Cat und Bloody Mary sagen!“

"Nein, werdet ihr nicht. Sarah hat höchstwahrscheinlich schon das Essen auf dem Tisch und wartet darauf, daß wir es essen. Du kannst morgen mit deinen Freunden spielen gehen, Draco.“

"Sorry", murmelte Draco Mike zu, und drehte sich um, um hinter Snape in die Wohnung zu marschieren.

"Dako!" begrüßte Billy ihn sobald er in das Wohnzimmer kam, und Draco vergaß sofort all seinen Ärger darüber, daß er nicht mit Mike losziehen durfte. Es war toll, zu Hause zu sein.

Er hob das Baby auf und wirbelte es einige Male herum, bis ihm etwas schwindlig wurde und er es wieder absetzen musste. Billy sah etwas enttäuscht aus weil er so schnell wieder hinunter gelassen wurde, aber seine Augen fielen auf Severus. "Dada!" und Billy lief wieder los.

Sarah umarmte Draco kurz. “Mach dir keine Gedanken wegen deines Onkels, Draco. Ich bin sicher, daß er nicht so hart sein wollte wie er klang, und es gibt immer noch viele andere Verwandte, die dich nehmen können. Wir finden dieses Mal einen viel besseren Platz für dich, du wirst schon sehen.“

„Ist schon gut, Mrs Snape, wirklich. Mir hat Onkel Thomas’ Platz gar nicht gefallen. Ich würde nicht jedes Mal so lange durch den Wald gehen wollen, und das Haus sah furchtbar dunkel und einsam aus. Ich hätte viel lieber eine richtige Familie mit Kindern und vielen Nachbarn. Vielleicht hat Onkel Thomas’ Sohn sogar ein Baby in Billys Alter. Ich würde gerne bei jemandem wohnen der ein Baby hat.“

Severus sah von Billy auf als er das hörte. „Ich denke nicht. Er wäre wahrscheinlich nur ein paar Jahre jünger als dein Vater, also wären seine Kinder wahrscheinlich schon in der Schule, vielleicht sogar in deinem Alter oder älter.“

Draco sah enttäuscht aus. Er wollte ein Baby, nicht einen Haufen Schulkinder.

"Es würde trotzdem Spaß machen”, versuchte Sarah ihn aufzuheitern. „Vielleicht sogar mehr Spaß als Billy, weil du wirklich mit ihnen spielen könntest.“

Draco fand, daß er mit Billy auch wirklich spielen konnte. Sarah aber bestand darauf, daß es mehr Spaß machte, mit älteren Kindern zu spielen, und er wollte nicht mit ihr streiten. Ältere Kinder waren sicher besser als gar keine Kinder, und das hätte er bei Onkel Thomas bekommen. Er beschloß sich nicht allzu viele Gedanken darüber zu machen. Schließlich hatte er eine ganze Woche vor sich, bevor er diesem Problem gegenüberstehen würde, und er hatte vor, diese Woche so gut er konnte zu genießen.


Severus' Standpunkt


Kapitel 8

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